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ING erhebt ab April 2021 Gebühren für Orange-Konto
ING berechnet ab April 2021 eine Kontoführungsgebühr von 10 € monatlich für Salden über 30.000 € auf dem Orange-Konto, es sei denn, ein Gehaltseingang oder eine Überweisung von 700 € erfolgt.
ING erhebt 10 € monatliche Gebühr für das Orange-Konto bei Salden ab 30.000 €
Das Orange-Konto von ING wurde jahrelang als gebührenfrei und ohne Bedingungen beworben. Dieses Versprechen bröckelt nun. Das Institut hat seinen Kunden mitgeteilt, dass ab April 2021 eine Kontoführungsgebühr von 10 Euro pro Monat anfällt, wenn der durchschnittliche monatliche Kontostand 30.000 Euro erreicht oder überschreitet. Unterhalb dieser Schwelle ändert sich nichts. Oberhalb muss entweder eine Bedingung erfüllt werden, oder es wird gezahlt.
Was genau beim Orange-Konto von ING geändert wird
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Gebühr zu vermeiden. Die erste ist die Eröffnung eines Gehaltskontos mit domiciliertem Gehalt, Rente oder Arbeitslosengeld. Die zweite Möglichkeit ist eine monatliche Überweisung von 700 Euro von einem anderen Institut. Wer keines von beiden tut und 30.000 Euro oder mehr behält, zahlt laut Bankmitteilung 10 Euro im Monat, also 120 Euro im Jahr.
Die E-Mail, die allmählich bei den Kunden eingeht, stellt klar: Das Konto bleibt gebührenfrei, solange der Saldo wie bisher unter der Schwelle liegt; nur wenn sie erreicht wird, „müssen wir eine Kontoführungsgebühr erheben“. Nicht alle Kunden haben die Nachricht gleichzeitig erhalten, was tagelang für Verwirrung sorgte.
Die Ironie liegt in der Verzinsung. Das Orange-Konto bietet eine 0,01% TAE (Effektiver Jahreszins) und nur bei Gehaltseingang. Ohne diese Bindung gibt es keine Zinsen. Umgerechnet: 30.000 Euro bringen drei Euro pro Jahr ein. Für die Verwahrung von Geld zu zahlen, das nichts erwirtschaftet, macht das Produkt für viele unattraktiv.
Warum Banken Gebühren für Einlagen erheben
Das wiederkehrende Argument ist der Kostendruck. Liquiditätsmanagement ist nicht kostenlos, und bei negativen Leitzinsen wird ruhendes Geld zur Belastung statt zum Aktivposten. Einige europäische Institute erheben bereits Zuschläge von bis zu 0,5% auf hohe Salden, und die Logik ist dieselbe: Bei fehlender kreditwürdiger Nachfrage sind Einlagen eher Last als Lust.
Der Vorwand wackelt beim Blick auf den Markt. BBVA erlaubt Einlagen bis zu 100.000 Euro ohne Gebühren, verzinst sie aber auch nicht. Die traditionelle spanische Großbank verlangt keine Einlagegebühren, zahlt aber schlichtweg keine Zinsen. Andere Anbieter zahlen weiterhin echte Zinsen, was die Erzählung widerlegt, dass Sparen für alle gleichermaßen ein Nachteil sei.
Lohnt sich ein Wechsel? Alternativen mit Verzinsung
Der Unterschied ist eklatant: 30.000 Euro zu 0,01% bringen 3 Euro im Jahr; angelegt bei den 1% TAE von Orange Bank gäbe es deutlich mehr, allerdings ist dort die Verzinsung auf 20.000 Euro begrenzt, anders als oft kolportiert. Renault Bank startet mit einem Konto zu 0,65% TAE und einer Festgeldanlage zu 1% TAE, gebührenfrei, und MyInvestor akzeptiert bis zu zwei Kontoinhaber.
Etwas darunter liegt NN Bank mit einem Konto zu 0,35% TAE und jährlicher Auszahlung — die Zinsen kommen jeweils im Januar —, wobei bis zu einer Million Euro verzinst werden. Der Vergleich der einzelnen Institute mit ihren jeweiligen Limits zeigt ein Bild, das je nach Kontostand variiert und vor einer Entscheidung überprüft werden sollte.
Der Trick mit den 700 Euro zur Gebührenvermeidung
Der Schlupfwinkel ist bekannt. Es reicht, 700 Euro von einer anderen Bank einzuzahlen und am nächsten Tag zurückzuüberweisen: Das Institut verlangt lediglich, dass das Geld einige Stunden auf dem Konto verbleibt. Eine radikalere Lösung ist, den Saldo auf null zu setzen oder das Orange-Konto zu schließen, da die 0,01% kaum einen Mehrwert bieten.
Dennoch dominiert das Gefühl der Abzocke. Mit diesen Regeln sucht die Bank nicht primär Sparer, sondern Gehaltsempfänger und Kunden, die ihre Bilanz monatlich aufblähen. Und die 170.000 Kunden, die laut der Website, die die Änderung enthüllte, betroffen sind, sind keine stille Masse. Wer am meisten Geld hortet, geht oft zuerst.
Was ING verdient, wenn es dieses Geld verleiht
Der Kontrast sticht ins Auge. Das Institut vergibt variable Hypotheken zu 2% nominaler Jahreszins im ersten Jahr und danach Euribor plus 0,99%; feste Kredite liegen bei 1,79% nominalem Jahreszins. Personalkredite bewegen sich um die 3,99%. Das Geld, das früher gratis war, wird teuer verliehen, während man jetzt dafür bezahlen will, es anzunehmen. Kein Einzelfall, aber ein Bruch mit einem Markenzeichen, das jahrelang beworben wurde.
Bei dieser Rechnung lohnt sich die Gebühr für niemanden. Zehn Euro im Monat für 30.000 Euro, die drei Euro einbringen: Das Orange-Konto ist kein Refugium mehr, und die Bank weiß das. Was in keiner Mitteilung steht, ist, wie viele dieser Konten vor April geschlossen sein werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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