AMD: Von 4,43 auf 128 Dollar – die Wette ging auf

AMD stieg von 4,43 Dollar im Juni 2016 auf rund 128. Es gab Korrekturen um 30%, Abstürze auf 17,7 nach Quartalszahlen und eine These, die sich bestätigte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die 4.000-Euro-Wette auf AMD, die niemand hören wollte

Im Januar 2016 notierten AMD-Aktien bei 1,86 Dollar. Fünf Monate später bei 4,43. Mit diesem Plus von 2,3x im Rücken investierte ein Privatanleger 4.000 Euro und veröffentlichte eine These, die damals wie ein schlechter Scherz klang: Advanced Micro Devices würde seinen Wert verdoppeln oder verdreifachen. Er warnte, diskutierte und hielt den Spott aus. Die Prognose traf ein.

Die Diskussion jener Tage drehte sich nicht um schöne Charts, sondern um eine Bewertungsanomalie. AMD hatte eine Marktkapitalisierung von 3,5 Milliarden Dollar gegenüber Nvidias 25 Milliarden und Intels 150 Milliarden. Zwei Giganten und ein Zwerg mit ähnlicher Technologie in der Hand. Die Frage war, wie lange der Markt brauchen würde, dies zu erkennen.

Warum sollte jemand glauben, dass AMD sich verdoppelt?

Das Argument stand auf drei Säulen. Erstens die Radeon RX 480, die für unter 200 Euro mit 5,5 TFLOPS antrat, während das vergleichbare Nvidia-Produkt 6 TFLOPS bot: zwei Karten im CrossFire-Betrieb für 400 Euro schlugen angeblich eine GTX 1080 für 800 Euro. Zweitens der im Oktober kommende Zen-Prozessor, der für unter 300 Euro das Niveau eines Intel 5960X für 1.000 Euro erreichte. Drittens die Kontrolle des Konsolenmarktes und das Geschäft mit dem Refresh der laufenden Generation. Hinzu kam ein externer Faktor: Google plante, AMD-Radeon-Karten für seine Cloud-Dienste einzusetzen. Solche Verträge werden nicht aus Nächstenliebe geschlossen.

Die skeptische Antwort war ebenso deutlich und ebenfalls mit Zahlen belegt. Die Teraflop-Bilanz misst keine reale Gaming-Leistung: Die R9 390 lieferte 5,1 TFLOPS, die 390X 5,9, doch keine kam an eine GTX 980 Ti heran, die 5,6 angab. Noch weniger, wenn der zirkulierende Benchmark aus einem für den Hersteller optimierten Titel stammte. Die technische Debatte blieb ungelöst.

Der Preis bewegte sich vor den Produkten

Im Juli 2016 notierte die Aktie bereits über 7 Dollar. Im Dezember hatte sie ihren Wert exakt verdoppelt, wie prognostiziert. Auf dem Weg dorthin gab es das übliche Rauschen: Der Effekt einer Kapitalerhöhung, die laut einem Teilnehmer die Aktionäre verwässerte, Zweifel daran, ob neue Konsolen stark genug kommen würden, und ein gleichzeitiger Anstieg von Nvidia um 36%, der AMD an einem einzigen Tag um 9% mitriss. Manche stiegen spät ein, bei 6,75 Dollar, nachdem einige 4,80 als Schlüsselniveau zum Überwinden markiert hatten.

Vom Höchststand von 32 Dollar auf 17

Der zweite Teil der Geschichte ist der, den fast niemand erinnert. Die Aktie überschritt zeitweise 30 Dollar, und es gab gestaffelte Verkäufe: zu 32, andere zu 29,31 bei einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 24,63. Jemand warnte, dass was schnell steigt, auch schnell fällt, und behielt recht.

Mit der Vorlage der Quartalszahlen kam der Stillstand. Die Ergebnisse verfehlten die Erwartungen, und die Aktie handelte bei 17,7 Dollar. Ein Teilnehmer fasste die Lage mit einer vernichtenden Fundamentalanalyse zusammen: Ein KGV von 74 und ein EBITDA von 666 Millionen in den zwölf Monaten bis Juni 2018 tragen keine explodierende Marktkapitalisierung. Die Korrektur von 33 Dollar betrug 30% in einem Monat. Den Gewinn um das 21-Fache zu multiplizieren, um einen Anstieg auf 60 zu rechtfertigen, sei kein realistisches Szenario, sagten die Zahlen.

Das Geschäft, das nicht im Drehbuch stand: Server und Kryptowährungen

Eine der klügsten Analysen wies auf einen anderen Markt hin: ARM-Prozessoren und Mobilgeräte, wo das echte Wachstum lag, während PC- und Konsolen-Hardware sein Maximum erreicht hatte. Ein Teilnehmer argumentierte, dass das Ende des Krypto-Hypes, der den Verkauf von Grafikkarten angeheizt hatte, ihnen geschadet habe. Das Server-Geschäft, dort liegt das große Geld, blieb als großes Pfand zurück.

Und jetzt?

AMD notiert im Umfeld von 128 Dollar. Das Unternehmen, das scheinbar dazu verdammt war, der billige Rivale zu bleiben, änderte das Drehbuch unter Lisa Su und einer Roadmap, die Intel laut Forennutzern ohne Antwort ließ: Ihre 7-Nanometer-Lithografie kam vor den 10 nm der Konkurrenz, belastet durch Gerüchte über unzureichende Ausbeuten. Der Ryzen 7 3700X mit 16 Kernen und 32 Threads auf 7 nm und eine GPU mit 20 TFLOPS und HBM2-Speicher sind die Argumente der neuen Phase.

Aber der Datenpunkt, der verwirrt, liegt nicht bei AMD. Wer 2016 Nvidia-Aktien zu 13 Dollar kaufte, hat heute knapp 475 Dollar pro Stück. Die gewinnbringende Wette war die, über die niemand diskutierte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (201 Antworten).

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