30.000 Euro Verlust: Anleger steigt aus dem Aktienmarkt aus

Ein Forum-Nutzer gibt nach einem Verlust von 30.000 Euro in zwei Jahren das Investieren auf, während der S&P 500 zwischen 1980 und 1989 stark stieg.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

30.000 Euro Verlust: Anleger steigt aus dem Aktienmarkt aus
30.000 Euro in zwei Jahren: Ein Nutzer verabschiedet sich vom Aktienmarkt

Zwei Jahre. Dreißigtausend Euro. Und ein Ausstieg, der wie eine Kapitulation klingt: nie wieder. Die Bilanz desjenigen, der den Markt verlässt, nachdem sein Portfolio schwindelerregende Verluste erlitten hat, ist eigentlich das Porträt eines Fehlers, den ihm mehrere Forum-Mitglieder vorwerfen: Mit einer Casino-Mentalität eingestiegen zu sein und die Lektion nur halbherzig gelernt zu haben. Die Zahl ist hart: 30.000 Euro Verlust in zwei Geschäftsjahren, was ungefähr einem vollen Jahr Arbeit entspricht, das verdampft ist.

Der Betroffene dramatisiert nicht. Er räumt ein, dass er 3.000 Euro monatlich als lebenslange Rente bezieht, dieses Kapital nicht riskieren muss und mit dem Verlorenen hätte er sich ein Auto kaufen können. „Es ist nur Geld“, schließt er ab. Hier liegt der erste Widerspruch der Sache: Wer es sich leisten konnte, das Geld zu verlieren, war genau derjenige, der es aufs Spiel setzte.

Spekulieren ist nicht Investieren: Die Grenze, die kaum jemand respektiert

Die vorherrschende Diagnose deutet auf einen falsch verwendeten Wortschatz hin. Kaufen, Nachkaufen bei fallenden Kursen (Averaging Down) und Ausharren in der Hoffnung auf eine Erholung ist kein Investieren: Es ist Spekulation mit Hoffnung als System. Wer diese These vertritt, rechnet damit, dass ohne seriöses Geldmanagement, eine definierte Methode und die Disziplin, sie strikt einzuhalten, der Markt zu einer Maschine wird, die Willenskraft zerschmettert.

Die Unterscheidung ist nicht semantisch, sondern hat wirtschaftliche Konsequenzen. Zwei Jahre lang mit Geld zu investieren, das man möglicherweise braucht, ist direkt eine Wette: Wenn der Investor verkauft, um Verluste zu begrenzen, feiert auf der anderen Seite ein professioneller Händler die Transaktion. Eine Phrase, die in solchen Analysen kursiert, fasst es zusammen: Der Aktienmarkt ist keine Angelegenheit von zwei Jahren, sondern von zwanzig – und zwar mit Kapital, das man nicht anfassen wird.

Das Tesla-Ereignis und die Falle des Averaging Down

Ein Forum-Mitglied beschreibt das am häufigsten zitierte Ereignis: Käufe von Tesla-Aktien, als sie nahe bei 600 Euro notierten, kumulierte Verluste von 50 % und die Entscheidung, weiter zu kaufen, um „nachzukaufen“ (Average Down). Dies ist der Bericht eines Dritten, nicht des Betroffenen selbst.

Im Thread wiederholen sich dieselben Warnungen: Nicht verbissen versuchen, das Verlorene zurückzuholen, Verluste akzeptieren und eine Pause einlegen, bevor man zurückkehrt, falls man überhaupt zurückkehrt.

Stimmt es, dass der Aktienmarkt seit zwanzig Jahren nicht gestiegen ist?

Nein, und hier bricht die Erzählung zusammen. Die vorliegenden Daten sind stur: Der S&P 500 stand im Januar 1980 bei 100 Punkten und schloss das Jahr 1989 über 350. Wer behauptet, der Aktienmarkt sei seit zwei Jahrzehnten flach, verwechselt den Index mit seinem eigenen Portfolio.

Die Nuance ist wichtig. Beim Crash von 1987 fiel derselbe Index von über 300 Punkten auf 220: Wer regelmäßig investierte, bemerkte es kaum; wer am Höchststand kaufte und am Tiefpunkt verkaufte, brauchte zwei Jahre, um das Niveau wieder zu erreichen. Ältere Mitglieder erinnern daran, dass andere Unternehmen nie zurückkehrten: Nicht alles, was fällt, erholt sich.

Der Aktienmarkt als Umverteilung von den Ungeduldigen zu den Geduldigen

Es gibt einen Satz, der den Konsens zusammenfasst: Der Aktienmarkt überträgt Geld von den Ungeduldigen an die Geduldigen. Wer häppchenweise in die Dotcom-Blase ging, wer eine Million alte Peseten in Terra verlor, weiß, dass der Markt Ungeduld teuer bezahlt – und zwar in bar.

Dem gegenüber steht auch der am häufigsten wiederholte Rat, der zugleich der unspektakulärste ist: Verständliche Unternehmen auswählen, die etwas verkaufen, das auch in Krisenzeiten konsumiert wird, mit einer angemessenen Dividende und einem Buchwert über dem Börsenkurs; auf Panik warten und dann handeln. Ohne Lärm, ohne tägliche Chart-Analysen, ohne Versprechen von schnellem Reichtum.

Die Warnung, die den Zyklus abschließt, ist die unbequemste: Wer geht und verspricht, nicht zurückzukommen, taucht oft beim nächsten starken Abschwung wieder auf, unter einem neuen Namen und mit derselben ungelösten Lektion. Der heutige Rückzug könnte nur eine Pause sein. Mehr nicht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (200 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver