Asymmetrische Finanzkriegsführung: indexieren oder in Gebühren sterben
Der kleine Anleger kann den Krieg gegen die großen Fonds nicht gewinnen, aber Schlachten schlagen. Das ist die These einer zehnteiligen Artikelserie von Quiet Investment, einer Value-Investing-Firma, die ihr Werk Asymmetrische Finanzkriegsführung getauft hat und die nach der Prüfung durch die Value School als Buch erschienen ist. Die Kernidee ist nicht neu, aber die Verpackung schon: Indexinvestments werden mit einem AK-47 verglichen, der Cost-Averaging-Effekt mit einem RPG-7 und die Verzerrungen des Sparers mit improvisierten Sprengfallen.
Der Fund, der die Diskussion auslöste, war das Paradox des Autors: Eine Aktive-Management-Firma widmet Flüsse von Tinte der Verteidigung von Indexfonds. Zehn Teile, die man in einem Rutsch liest, mit einem Ton, der Militärstrategie, Zynismus und eine seltene Gabe verbindet, Gebühren zu erklären, ohne dass der Leser den Tab schließt.
Das AK-47 der Geldanlage: warum der Index das Spiel gewinnt
Der Waffenvergleich ist kein Zufall. Das AK-47 ist billig, einfach und funktioniert unter allen Bedingungen. Der Indexfonds, so der Text, auch: Gebühren von 0,05 % bis 0,30 % pro Jahr gegenüber denen des aktiven Managements, die einen Teil der Rendite auffressen, bevor der Anleger etwas merkt. Die Schlussfolgerung ist unbequem für die Branche: Wenn die meisten Manager den Index nicht dauerhaft schlagen, ist es eine schlechte Wette, dafür zu zahlen, dass sie es versuchen.
Die Nuance kommt, wenn man ins Detail geht. Manche behaupten, Indexierung mache das Investieren langweilig, und genau deshalb funktioniere es: kein Adrenalin, kein Intraday-Handel, kein Forex auf Ein-Minuten-Charts. Langeweile als Wettbewerbsvorteil. Man sieht Dinge.
Cost Averaging und andere Waffen des Sparers
Die Serie bleibt nicht beim Lob des Index. Der Artikel über Dollar Cost Averaging — immer die gleiche Menge kaufen, ob der Markt fällt oder steigt — wird als die Waffe präsentiert, die den schlimmsten Feind des Anlegers neutralisiert: seinen eigenen Instinkt. Und das Kapitel über die Sprengfallen des Anlegers, die IEDs, behandelt, wie man die Rendite der Indizes verbessert, ohne sie zu verlassen.
In der Praxis sind die Beispiele, die in der Diskussion kursieren, hausbacken: regelmäßige Einzahlungen in Amundi-Fonds auf Japan, Asien-Pazifik, Euroraum und Europa, mit Minima von 1.000 Euro und Zusatzeinzahlungen ab 150 Euro. Auf der US-Seite ETFs wie VYM, HDV, SCHD, VNQ und JNK, mit dem Hinweis, dass die ersten drei redundant sind und sich wahrscheinlich auf einen konzentrieren werden.
Das Kleingedruckte: Währungen, Quellensteuer und das Finanzamt
Die Begeisterung für den Index stößt auf Bürokratie. Das Gespräch driftet zur Besteuerung US-amerikanischer Dividenden: eine Quellensteuer von 15 %, die dank des Doppelbesteuerungsabkommens in der Steuererklärung zurückgeholt werden kann, sofern man über Broker wie DeGiro oder Interactive Brokers handelt. Die Alternative, aktiv gemanagte Fonds mit Gebühren unter 1 %, wird mit konkreten Namen verteidigt und einer Durchschnittsrendite von 3,50 % über zehn Jahre bei spanischen Aktien.
Die schärfste Kritik kommt nicht von den Zahlen, sondern von der Erzählung. Ein Teil der Diskussion tut die Serie als typischen Yankee-Quatsch ab, mit dem dem Einzelnen eingeredet werden soll, er sei Herr seines Schicksals, während die großen Investoren sich die Hände reiben. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Lieber das, als die Ersparnisse auf einem Sparbuch verrotten zu lassen oder darauf zu vertrauen, dass Vater Staat die Rentner versorgt.
Vom Blog zum Buch: der Weg von Quiet Investment
Die ursprüngliche Website fiel aus, mit einer Sperrmeldung, die Schlimmstes befürchten ließ. Die Artikel migrierten zu Inbestia, und das Projekt gipfelte in einem Buch, das im Sitz der Value School vorgestellt wurde, mit Live-Übertragung auf deren Kanal. Bis dahin war die Serie bereits von einer Nischenkuriosität zum Referenzmaterial für eine Generation von Anlegern geworden, die erkannte, dass der Feind nicht der Markt war, sondern die Gebühren.
Eine Frage bleibt offen: Wenn die Indexierung so überlegen ist, warum liegen dann 90 % des Geldes weiterhin in den Händen aktiver Manager. Die Antwort hat wahrscheinlich weniger mit der Rendite zu tun als mit dem Komfort, jemanden zu haben, dem man die Schuld geben kann, wenn der Markt fällt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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