Ibex 35 im September 2010: Wer hielt die 10.500
Für viele Händler stieg der Ibex 35 im September 2010 nicht aufgrund von Daten, sondern wegen des Pulses zwischen starken institutionellen Akteuren, die zu bestimmten Stunden riesige Orders platzierten, und einer Mehrheit der Teilnehmer, die nur raten konnte, wohin es ging. Der Index verbrachte Wochen in der Zone von 10.500-10.614 Punkten, eine Grenze, die der Markt als entscheidend markierte und die niemand entschlossen überschritt. Währenddessen lief auf der anderen Seite des Atlantiks die Geldmaschine der Federal Reserve weiter, und die Debatte drehte sich nicht mehr darum, ob der Markt recht hatte, sondern wer ihn stützte.
Die 10.500 und die 10.614: Die hartnäckige Widerstandszone
Das Niveau, das sich den ganzen Monat wiederholte, war 10.614 Punkte, ein wichtiger Meilenstein, um den der Markt tanzte. Darunter lagen die 10.470 des Futures und die 10.500 des Kassamarktes. Eine Analyse besagte, dass bei einem klaren Bruch dieser Levels das nächste Ziel im Bereich von 10.200-10.300 liegen würde. In Foren wurde nach den 9.700 als möglichem Support gefragt, ohne Konsens über ihre Stärke.
Der Ibex bewegte sich zwischen 10.400 und 10.430 an Tagen, die manche als „wirklich albtraumhaft und langweilig“ beschrieben. Flache Sitzungen, geringe Aktivität und das Gefühl, dass der Preis nirgendwohin ging, bis jemand beschloss, die Spannung zu brechen.
Die 'Bernanke-Linie' und das Geld, das alles trägt
Der Verdacht machte die Runde: Hinter den Bewegungen stand eine öffentliche Hand, bereit, einen Absturz zu verhindern. Die meistzitierte Antwort verwies auf Washington, nicht auf Brüssel. Mit dem im März 2009 gestarteten QE1 hatte die FED etwa 1,7 Billionen Dollar durch den Kauf von Staatsanleihen und Hypothekenwerten injiziert. Die berühmte Zusammenfassung verglich dies damit, dem Betrunkenen mehr Alkohol zu geben, um den Kater hinauszuzögern.
Dieser Liquiditätsstrom war beim Euro spürbar, der gegenüber dem Dollar Boden gutmachte. Auf den zynischeren Charts begann man die Bernanke-Linie zu zeichnen – jene Linie, die, wie gesagt wurde, sogar die Elliott-Gesetze herausforderte und die Große Depression um zwei Jahre verzögerte. Dies war keine Randthese im Thread: Es war die bequeme Erklärung für einen Markt, der sich, laut seinen Verteidigern, nach dem Diktat der Zentralbanken richtete.
Elliott, Prechter und die Punkt ohne Rückkehr
Parallel dazu beobachteten Anhänger der Wellenzählung den S&P 500. Die dominante Lesart legte nahe, dass die fünfte Welle abgeschlossen sei und ein Überschreiten der Linie 2-4 die gefürchtete Welle 3 auslösen würde. Nach Prechters Anhängern wäre mit diesem Durchbruch der Punkt ohne Rückkehr erreicht gewesen. „Man hätte Short gehen und nicht zurückschauen sollen“, fasste eine der am meisten gefeierten Analysen zusammen.
Auch die Volatilität schlug Alarm: Wenn der Preis nach einer Aufwärtsbewegung stagniert, geht der Ruhe oft der Schock voraus. Der VIX tauchte immer wieder in Nachrichten als Warnung auf. Wenn der S&P 500 grün war und nicht ausbrach, manipulierte jemand die Anleger.
Das Volumen der 'Löwen': Die Spur, die andere ignorieren
Eine der originellsten Übungen des Monats war die Verfolgung des Volumens großer Marktteilnehmer. Tag für Tag wurde notiert, ob sie kauften oder verkauften und in welchen Zeitfenstern. Das Urteil für die letzten Septembertage: Das Volumen war hoch und das tägliche Saldo positiv, wobei die Liquidität nach der Sommerpause zurückkehrte. Bei einer Auktion wurde die größte Tagesoperation mit 342 Kontrakten gekreuzt.
Darin lag die Falle. Große Orders zu bestimmten Zeiten, plötzliche Sprünge von 50 Punkten und der Eindruck, dass jemand mit Insiderwissen das Band bewegte. Die vollständige Berechnung dieser Operationen Stunde für Stunde fehlt in dieser Zusammenfassung und erklärt, warum der Index Dinge tat, die die Logik nicht rechtfertigte.
Die unbequeme Frage: Job kündigen zum Traden?
Ende des Monats brach die Debatte los, die viele schwiegen. Ein Händler gab zu, dass das Traden profitabler für ihn war als sein Job, aber er konnte es wegen seiner Beschäftigung nicht tun. Die Frage schwebte im Raum: Wer gibt ein festes Gehalt auf, um vom Markt zu leben?
Die Meinungen teilten sich. Für einige gab es bei einem niedrigen Gehalt wenig zu verlieren; für andere liefern Systeme Gewinne, bis sie es nicht mehr tun, und das Risiko, ohne Netz zu fallen, ist zu hoch. Beurlaubung, Selbstvertrauen und gleichzeitige Einkommen waren die am häufigsten genannten Auswege. Niemand rührte sich.
Kaufen oder Mieten: Der andere Hintergrundkampf
Das Immobilienthema schlich sich durch die Hintertür herein. Wenn die Dividenden einer Aktie die Finanzierungskosten ihres Kaufs übersteigen, lohnt sich der Kauf, argumentierte einer. Dem widersprach der Preisverfall: Wenn Wohnraum billiger wird, bricht die Rechnung zusammen. Die Konsensschlussfolgerung war vage – abhängig von der Hypothekendauer und der Bleibezeit – und einige gaben zu, ein Bausparvertrag eröffnet zu haben angesichts dessen, was sie als schlechte Börsenphase sahen.
Das Ende: Oktober, die Grenze, die nie zu früh kam
Mit der FED, die bereit war, dem Betrunkenen weiter Alkohol zu geben, und starken Händen, die immer größere Orders kreuzten, schien der Bruch der 10.500 nur eine Frage von Tagen. Er geschah nicht, bevor der Monat wechselte. Manche setzten auf einen schwarzen Freitag, der nie kam, andere resignierten mit einem „wir sind noch nicht im Oktober“. Da die Staatsverschuldung von der Seite drückte, war die ehrlichste Vorhersage die immer gleiche: Das Niveau hielt, aber niemand legte die Hand ins Feuer dafür, wie lange.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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