Ibex 35 im Oktober 2011: 4%-Rally trotz Griechenlandkrise

Der Ibex 35 stieg im Oktober 2011 um 4%, trotz der griechischen Krise, des Zusammenbruchs von MF Global und steigender CDS-Kosten. Wichtige Niveaus für S&P, DAX und Ibex.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex 35 im Oktober 2011: 4%-Rally trotz Griechenlandkrise
Oktober 2011: Der Ibex 35 erholt sich, während Griechenland mit dem Feuer spielt

Der Ibex 35 schloss den Oktober 2011 mit einem Rally, das die Bildschirme grün färbte. In wenigen Tagen kletterte der S&P von 1.080 auf 1.282 Punkte, der DAX erholte sich auf 6.230, und tägliche Anstiege von 4% waren keine Ausnahme mehr. Dies geschah bei hoher Arbeitslosigkeit, wachsenden Risikoprämien und dem Wort Rezession, das niemand aussprechen wollte. Die Märkte stiegen, die Realwirtschaft nicht. Wer diese Lücke nicht verstand, musste Fehler machen.

Die Erholung, die viele überraschte

Diese Aufwärtsbewegung erwischte viele auf dem falschen Fuß. Mit dem S&P bei 1.282 und dem Ibex nahe an den 8.970 Punkten herrschte allgemeine Verwirrung: Die Kurse stiegen unaufhaltsam, ohne dass fundamentale Gründe dies rechtfertigten. „Es wird nicht jeden Tag einfach so um 4% steigen“, warnten Analysten, überzeugt, dass kurzfristig mehr zu gewinnen als zu verlieren sei.

Einige argumentierten, Long-Positionen seien nun zu teuer, andere sahen institutionelles Geld weiterhin in Aktien fließen, trotz der Angst. Die Handelsvolumina unterstützten die Bullen, doch die Warnungen vor einer Korrektur verstummten nie ganz.

Wichtige technische Niveaus für den Ibex 35

Das technische Bild war eindeutig. Für den S&P 500 galten 1.220 als Unterstützung für die Erholung und 1.260 als Widerstand, wobei 1.187 das 50%-Fibonacci-Niveau markierte. Der DAX durfte die 5.970 nicht unterschreiten, ohne Panik auszulösen. Der Ibex, im Fokus auf 8.800, könnte nachgeben, falls der deutsche Index drehte.

Bei Einzelwerten kämpfte Banco Santander gegen die Marke von 6,12 Euro; solange sie nicht überwunden wurde, galt Vorsicht. Telefónica und Repsol boten Dividendenschutz, während Carrefour bereits ein Plus von 16% verzeichnete, mit einem Ziel von 19,00 Euro dank eines gut definierten Doppelbodens.

MF Global: Das erste ernste Opfer der Schuldenkrise

Der Zusammenbruch von MF Global war der zweite Hauptakteur. Das Unternehmen meldete Insolvenz nach Chapter 11 an, was eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten mit Abschlägen bedeutet, nicht zwingend eine Liquidation wie bei Lehman Brothers. Es handelte sich um einen der 22 Primary Dealers, die direkt mit der Federal Reserve arbeiten, nicht um eine kleine Boutique.

Die Marktreaktion war verhalten, was Misstrauen weckte. „Da ist etwas versteckt“, hieß es in Kommentaren, gepaart mit Warnungen zur Vorsicht für die nächste Sitzung. Viele konnten Positionen nicht schließen, und die Episode erinnerte daran, dass Schuldenkrisen unberechenbar zuschlagen.

Griechisches Referendum und wertlose CDS

Die Ankündigung eines Referendums über das Rettungspaket in Griechenland goss Öl ins Feuer. Die vorherrschende Meinung war, dass die Bürger aufgrund der Sparmaßnahmen mit Nein stimmen würden, was Schuldenschnitte unmöglich machte, da der Schuldner sie ablehnen würde. Dies hätte die Risikoprämien wieder erhöht und die Kosten für Credit Default Swaps (CDS) explodieren lassen.

Das Kernproblem: Wenn Regierungen Schuldenschnitte erzwingen, verlieren Versicherungen, die Investoren schützen sollen, ihre Wirkung. Die Glaubwürdigkeit des CDS-Marktes litt darunter, ebenso wie die Nachfrage nach Peripherie-Schulden. Einige Analysen forderten daher, alle Risikoprämien neu zu bewerten.

Bund und ungelöste Widersprüche

Mit dem Bund bei 61% Fibonacci entstand eine unbequeme Divergenz: Als die deutsche Staatsanleihe auf dem Niveau notierte, das zum Schlusskurs des DAX passte, stand der Index bei 5.500 Punkten. Das Geld setzte also trotz allem weiter auf Aktien. Die Frage war, wie lange das noch gut gehen würde.

Mitten im Trubel feierte jemand einen perfekten Tag mit fast 16.000 Euro Gewinn, mahnte aber, dass der Markt immer zurückholt, was er gibt. Eine andere, nüchterne Botschaft fasste die Lage zusammen und fand breite Zustimmung.

Zum Zeitpunkt dieser Diskussion schloss der Ibex den Oktober volatil ab. Das erwartete Seitwärtsbewegungsszenario blieb ungelöst. Niemand konnte sicher sagen, ob die nächste Bewegung nach oben oder unten gehen würde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1306 Antworten).

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