Ibex 35: Markt erwartet Absturz auf 4.500 Punkte

Der Ibex 35 notiert im März 2012 bei rund 8.100 Punkten, während Investoren einen Einbruch auf 4.500 erwarten und die kritische Marke von 7.500 beobachten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex 35: Markt erwartet Absturz auf 4.500 Punkte
Ibex 35: Anleger rechnen mit einem Absturz auf 4.500 Punkte

März 2012. Der spanische Aktienindex Ibex 35 bewegt sich seitwärts zwischen 8.100 und 8.400 Punkten, doch niemand glaubt an eine echte Erholung. Im Jargon der spanischen Börse ist das Wort der Stunde nicht „Erholung“, sondern Guano. Ein häuslicher Euphemismus für den bevorstehenden Crash, den die Niveaus, auf die Investoren schauen, ankündigen. Dies ist kein Stammtisch-Pessimismus, sondern eine Kalkulation der technischen Marken.

Das am häufigsten diskutierte Szenario ist keine sanfte Korrektur. Es ist ein verheerender fünfter Abwärtsschub, der den Index in die Spanne von 4.500 bis 5.500 Punkte ziehen würde. Und wer dies sagt, spricht nicht aus Panik, sondern aus der Analyse des Charts.

Warum fiel der Ibex im März 2012?

Die kurze Antwort: Schulden. Die Fälligkeiten konzentrieren sich im Juli, und der Markt rechnet mit einer Rettung. Eine viel zitierte Analyse erinnert daran, dass der Juli 2010 kein Zufall war, und warnt, dass es dieses Jahr schlimmer werden könnte.

Hinzu kommt die Risikoprämie (prima de riesgo). Die Differenz zu deutschen Bundesanleihen gibt im ersten Quartal nicht nach, obwohl theoretisch wenige Fälligkeiten anstehen. Und der Euribor-Spread zwischen 12- und 6-Monats-Fälligkeit liegt auf Tiefs und sinkt weiter, was eine Kontraktion des Verbrauchs in der Eurozone signalisiert. Alles deutet in dieselbe Richtung: weniger Kredit, weniger Ausgaben, niedrigere Kurse.

Die Zone um 7.500: Grenze zwischen Erholung und Zusammenbruch

Der Ibex nähert sich der langfristigen Aufwärtstrendlinie, die jahrelang jeden Rückgang aufgefangen hat. Die Schlüsselzone liegt zwischen 7.500 und 7.730 Punkten. Hält sie stand, gibt es eine Erholung. Wird sie durchbrochen – und der MACD sieht schrecklich aus –, entfernt sich der Boden Richtung 5.700. Sogar ein Szenario von 2.700 Punkten wird skizziert, das selbst Analysten als Science-Fiction betrachten.

Jedes Mal, wenn der Index diese Trendlinie berührt, erholt er sich, aber schwächer und kürzer. Die Aufwärtsstruktur erschöpft sich durch Verschleiß.

Starke Hände handeln nicht, sie platzieren Papiere

Die Intraday-Daten widerlegen jede Erzählung eines geordneten Marktes. Ein beliebiger Handelstag im Ibex-Future beginnt mit Verkaufsblöcken von 197 Kontrakten bei 8.090, 149 Kontrakten zwischen 8.165 und 8.160, und endet mit Kaufaufträgen von 164 Kontrakten zwischen 8.160 und 8.165. Das Saldo: plus 68 Kontrakte. Je nach Perspektive ist dies Buch-Manipulation oder Risikomanagement.

Das Muster wiederholt sich. Zuerst werden enorme Mengen an Papieren platziert, dann dreht der Markt. Das Tagesminimum liegt bei 9:40 Uhr, das Maximum bei 16:15 Uhr. Wer nur den Tageschart betrachtet, sieht nichts; wer die Kontraktflüsse analysiert, sieht hinter die Kulissen.

BBVA bei 5,99, Iberdrola bei 4,25 und Sacyr bei 2,26

Die konkreten Werte erzählen dieselbe Geschichte. BBVA springt über den Stop-Loss bei 5,99 Euro, das Kaufziel verschiebt sich auf 5,50. Iberdrola notiert bei 4,25 und droht, die 4-Euro-Marke zu verlieren. Sacyr steht bei 2,26 und wirft fast philosophische Fragen auf: Will sie wirklich niemand? Banco Popular hat ein technisches Abwärtsziel bei 2,30.

Die düstersten Szenarien für zwei bis drei Jahre: Telefónica bei 8, Santander bei 3, BBVA bei 3, Iberdrola bei 2. Zyklen, so das Argument, haben immer so funktioniert. Und den starken Händen ist das Sparvermögen der Familien gleichgültig.

Kaufen, wenn alles schwarz aussieht

Hier spaltet sich die Debatte. Für manche bietet ein Ibex bei 6.000 hohe Chancen auf große Gewinne im nächsten Aufwärtszyklus, und der Boden wäre „die beste Investmentchance seit Jahrzehnten“. Langfristempfehlungen konzentrieren sich auf Gas Natural, BBVA, Iberdrola und Acerinox, wobei die Cash-Position von Gas Natural als Hauptgarant gilt. Für andere dient die Börse nur dem Scalping oder kurzfristigen Positionen, und überschüssiges Geld sollte in IPF (Private Equity Fonds) zu 4% ruhen.

Der nützlichste Rat betrifft nicht Preise, sondern das Ego. Stur zu bleiben und Fehler nicht einzusehen, ist ruinös, denn selten macht man nur einen einzigen Fehler. Und das Wichtigste ist nicht das „Wie viel“, sondern das „Wann“.



Als Krönung eine Szene, die Skepsis rechtfertigt: In einer Sendung von Intereconomía zum Thema Schulden bezeichnet ein Kommentator die Immobilienblase als „urban legend“. Im März 2012. Während der Immobiliensektor ausblutet. Mehr Analyse ist nicht nötig.

Das Problem, woran alles scheitert, sind Opportunitätskosten. Dass der Aktienmarkt halb so hoch steht wie sein Allzeithoch, sagt nichts darüber aus, wann man einsteigen soll. Dass Werte billig sind, auch nicht. Dieser Knoten lässt sich nicht lösen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1473 Antworten).

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