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Ibex 35 im Juli 2012: Vom Paniksturz zur Erholung
Die Ibex-Futures fielen im Juli 2012 um 6 %. Eine Rede von Draghi drehte den Trend des spanischen Index binnen Stunden.
Juli 2012: Der Ibex entscheidet alles in einer Sitzung
Was war nötig, damit der Ibex 35 im Juli 2012 aufhörte zu fallen? Weniger als erwartet. Die Futures des Leitindex notierten laut Forum 6 % tiefer, während ein Teilnehmer eine Risikoprämie (prima de riesgo) von bis zu 700 oder 800 Basispunkten antizipierte. Die Debatte kreiste nicht um die Frage, ob es eine Rettung geben würde, sondern wann. Mitten in der Panik genügte ein Auftritt von Mario Draghi – demnach ohne konkrete Anleihekäufe –, um den Index innerhalb weniger Stunden wie eine Rakete nach oben schießen zu lassen.
Draghis Erholung, die keinen Euro kostete
Am 26. Juli gab der Präsident der EZB dem Markt, der wochenlang nach einem Boden suchte, Halt. Die vorherrschende Lesart war, dass es keine Anleihekäufe und keine Verpflichtungen gab: nur Worte. Die häufigste Diagnose sprach von einer Vertagung der Probleme, von Sauerstoff, der mit Zeit statt mit Geld gekauft wurde. Und dennoch folgte eine sofortige Reaktion: Der Index drehte von Tiefständen in einen so heftigen Anstieg, dass er viele überraschte.
Die Meinungsverschiedenheit war erheblich. Für manche war diese Rede ein Taschenspielertrick, der nichts an den Grundproblemen änderte. Für andere war der Boden bereits gesetzt, was bevorstand, sei eine nachhaltige Erholung. Beide Sichtweisen hielten sich am selben Tag, während das Chart noch rot leuchtete.
Was geschah mit der Dividende von Telefónica?
Mitten im Erdbeben kam die Nachricht, die niemand lesen wollte: Telefónica strich ihre Dividende. Für Anleger, die diese Zahlung wie ein Gehalt erwarteten, war der Schlag wenig abstrakt. Das Unternehmen verlor seinen Status als sicherer Hafen. Einige nutzten die Chance zum Einstieg: Ein Forennutzer berichtete, er habe 500 Aktien zu 8,85 Euro mitten im Sturm gekauft, mit der Absicht, die Position später durch Leerverkäufe auf den Index abzusichern.
Das Ereignis hinterließ ein unbequemes Bild: Der Wert, der kleinen spanischen Anlegern als Schutz diente, zahlte nicht mehr. Und es war kein Plan B in Sicht.
Die Niveaus, die alle beobachteten
Die technische Landkarte jenes Sommers war eine Abfolge gebrochener Linien. Nach der Analyse eines Nutzers war der Ibex bis auf 7.200 Punkte gestiegen und dann auf etwa 6.600 zurückgefallen, die Hälfte des vorherigen Aufschwungs, wo viele eine Erholung erwarteten. Sie kam nicht. Der Index fiel auf 6.350–6.400, die letzte Verteidigungslinie, die ebenfalls brach. Die abschließende Bewegung zu den Tiefständen löste eine raketenartige Erholung aus, die den Index in einem Zug wieder auf 6.300 brachte.
Mit diesem Chartbild stellte sich die Frage, ob wir vor Jahresende noch die 5.900 Punkte sehen würden. Niemand wusste es damals.
Warum schwankte der Ibex stärker als der DAX?
Unter unerfahrenen Anlegern entstand eine berechtigte Zweifel: Während der Ibex und der italienische Index extrem volatil waren, hinkte der deutsche DAX hinterher und fiel sogar gegenüber dem französischen CAC zurück. Ein Nutzer erklärte dies möglicherweise mit unterschiedlichen Ausgangspunkten: Spanien und Italien kamen viel überverkauft in die Krise, mit einem stärker belasteten Boden und daher mehr Raum für eine klassische Erholung.
Dieses Detail ist wichtig, weil es eine bequeme Vorstellung widerlegt: Nicht alle europäischen Indizes litten gleich stark unter der Staatsschuldenkrise. Die Peripherie bewegte sich mehr, weil sie mehr auf dem Spiel hatte.
Verbot von Leerverkäufen und der Trick der Portfolio-Absicherung
Als die Regulierungsbehörde Leerverkäufe verbot, reagierte ein Nutzer konträr zur Erwartung: Er kaufte Aktien, um sofort Leerverkäufe auf den Index zu tätigen und die Position abzusichern. Der Mechanismus nutzt aus, dass das Verbot die ungedeckte Verkauf von Einzelwerten betrifft, aber nicht verhindert, über andere Wege bärische Positionen auf den Leitindex einzugehen.
Die Lektion in Marktmechanik ist einfach und vielen Kleinanlegern unbekannt: Das Verbot von Leerverkäufen beseitigt nicht den Abwärtsdruck, es verlagert ihn nur auf ein anderes Produkt.
Und zwischen den Charts die Anekdote, die das Klima des Monats am besten einfing: Ein Nutzer berichtete, er sei mit 80 km/h auf einer Straße mit 70 km/h Limit geblitzt worden, und der Beamte habe ihm scherzhaft gefragt, ob er glaube, die Strafe verdient zu haben. Genau wie der Markt. Bestraft für zu schnelles Fahren auf einer Straße, auf der jeder glaubt, die richtige Geschwindigkeit zu fahren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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