Ibex 35 im August 2012: Leerverkäufe kehren zurück

Im August 2012 erlaubte der Ibex wieder Leerverkäufe, während Analysten 6.000 Punkte prognostizierten. Das niedrige Handelsvolumen deutete jedoch auf einen Mini-Selloff hin.

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August 2012: Leerverkäufe kehren zum Ibex zurück, doch das Volumen fehlt

An dem Tag, an dem der spanische Markt Leerverkäufe (Short-Positionen) wieder zuließ, stieg der Ibex. Dies ist die erste Paradoxie des August 2012 und fasst fast alles zusammen, was danach folgte: ein Index, der sich gegen die Logik bewegte, während große Akteure in wenigen Stunden Positionen aufbauten und auflösten, für die andere Wochen brauchen. Während sechs Analysehäuser ein Ziel von 6.000 Punkten für den Index ausgaben, beharrte die spanische Börse darauf, zu steigen. Parallel dazu war die einzige Hoffnung der Händler die Intervention der Zentralbanken: Jede Sitzung begann im Plus und endete oft mit einem unerwarteten Absturz ins Minus – eine Wendung, die im Börsenjargon bereits einen eigenen Namen hatte.

Warum steigt der Ibex, wenn Analysten 6.000 Punkte vorhersagen?

Wenn die Konsensmeinung zu einstimmig wird, tut der Markt oft das Gegenteil. Das war die dominierende Lesart: Wenn alle davon ausgehen, dass der Index auf 6.000 fällt, sind die schlechten Nachrichten wahrscheinlich bereits eingepreist, und es bleibt Aufwärtspotenzial. Ein klassisches Argument der Kontraindikation, das im August 2012 durchaus Sinn ergab.

Gegen diese These sprach vor allem das Handelsvolumen. Die Kursanstiege erfolgten bei geringem Papierumsatz, was im Trading-Jargon als "nasser Schießpulver" gilt: Es bewegt den Preis um wenige Pips, kann aber keinen Trend tragen. Viele technische Analysen wiederholten dies unmissverständlich – Steigen ohne Volumen ist eine Illusion –, obwohl der Index weiterhin Tageshochs markierte.

Die Zukunft des Ibex: 1.581 Kontrakte in einer einzigen Bewegung

Die Spuren der großen Hände suchte man am Futures-Markt. Der meistzitierte Rekord des Monats war ein Verkauf von 1.581 Kontrakten bei 7.497, ausgeführt an einem Dienstag um 17:00 Uhr. Diese Bewegung, seitwärts interpretiert, kündigte an, was folgen sollte. Das kumulierte Saldo des Ibex-Futures seit Verfall lag nur knapp über 221 Kontrakten, eine verschwindend geringe Zahl für diesen Zeitraum. Zu wenig, um eine Richtung abzuleiten.

Die Schlussfolgerung der erfahrenen Händler war unbequem: Im Sommer, wenn die Hälfte des Marktes im Urlaub ist, ist es ratsam, draußen zu bleiben. Die Liquidität trocknet aus, Stops über zehn Pips werden leicht ausgelöst, und jede überladene Position wird vor dem Frühstück zum Problem.

Was ist der FROB und wie bewertete er Beteiligungen?

Abseits der Charts war der Text, der genau gelesen wurde, das Königliche Dekret des Fondo de Reestructuración Ordenada Bancaria (FROB), der spanischen Bankenaufsichtsbehörde für Umstrukturierungen. Artikel 5 legte fest, dass die Bewertung nach allgemein akzeptierten Methoden erfolgen sollte, basierend auf den Prognosen jedes Instituts, mit Anpassungen durch die vom FROB benannten Experten. Das Kleingedruckte gab jedoch die volle Macht an seinen Verwaltungsausschuss (Comisión Rectora).

Die kursierende Interpretation war, dass man von Buchwerten auf Marktwerte umstellte, was theoretisch einen ungeordneten Verkauf verhindern sollte. Das Problem war die Kompatibilität mit Brüssel: Man behauptete, die Norm sei zur Einhaltung der EU-Vorgaben geschrieben, auch wenn sie in der Praxis nicht ganz mit den europäischen Erwartungen übereinstimmte. Währenddessen begannen die Nachrichtensendungen mit dem Brand in Málaga und den Indexgewinnen. Hier schien nichts passiert zu sein.

Ein Mini-Selloff ohne Drama: 4.000 netto an einem Tag

Die Versuche großer Händler, den DAX Richtung 7.000 zu drücken, zählte man in Angriffswellen: einen zaghaften in der Woche vom 9. August, einen stärkeren am 20. mit zwei Impulsen – einer initial um die 4.000 DAX-Punkte und ein späterer von 3.000 zur Absicherung – und ein dritter, der im Ansatz stecken blieb. Der vierte Versuch, spät am Tag und ohne Geld, scheiterte. Am nächsten Tag begannen Positionsglätterungen.

Das Ergebnis war ein Mini-Selloff: fast 4.000 netto im Minus und etwas weniger als 100 Pips, eine gut verdaute Bewegung, die nichts brach. Der Trade des Monats war ab 6.400–6.500 gemacht worden, etwa 500 saubere Pips für jeden, der auf diesen Zug aufgesprungen war.

Mehrwertsteuer steigt und wir stehen wieder Schlange an der Tankstelle

Es gibt Szenen, die eine Wirtschaft besser offenbaren als jeder Bericht. Die Schlangen an den Tankstellen am Vorabend der Mehrwertsteuererhöhung erinnerten an jene vor mehr als einem Jahrzehnt, als der Liter Benzin eine Peseta teurer wurde und alle hastig ihre Tanks füllten. Nicht weil wir ärmer wären, so die implizite Botschaft: sondern weil die Illusion, reich gewesen zu sein, geplatzt ist.

Zu diesem Hintergrund gesellte sich ein nachdenklich stimmender Datenpunkt. Trotz doppelt so vieler Autos wie 2002 blieb der Kraftstoffverbrauch praktisch gleich. Jeder nicht verbrannte Liter ist eine Reise, die nicht unternommen wird, und eine Aktivität, die nicht fakturiert wird. Das BIP des vierten Quartals, so die Prognose, würde das zu spüren bekommen.

Aus dem Euro austreten oder die verlorene Dekade durchhalten?

Die Grunddiskussion war geopolitischer Natur. Eine Strömung argumentierte, der Euro nütze nur denen, die Qualität oder Mehrwert verkaufen, und jenen, die hier unverhältnismäßiges Immobilienvermögen besitzen. Spanien, hieß es, passe in kein Profil, und nach ein paar Schuldenschnitten griechischen Stils wäre ein Ausstieg vernünftig. Die sofortige Warnung: Technologie oder bestimmte Produkte könnten nicht mehr zu aktuellen Preisen gekauft werden.

Auf der anderen Seite wies das düsterste Szenario auf eine japanische Art "verlorene Dekade" hin, und selbst das reichte nicht aus. Das bitterste Argument war, dass das Land dem Rest der Welt nichts Differenzierendes bot und es nichts gab, woran man sich festklammern konnte. Dass bereits ganze Familien auswanderten, um ihr Glück zu suchen, hörte auf, eine Sommeranekdote zu sein, und wurde zum Trend.

First Solar, Solartechnik und unmögliches Volumen

Unter den konkreten Werten standen First Solar, Trina und AMD im Fokus. Bei FSLR wurden 13,53 Millionen gehandelte Aktien registriert, gegenüber einem Durchschnitt von 7,10 Millionen, ein fast verdoppeltes Volumen. Für manche war dies versteckte Akkumulation; für andere kreuzten zwei Hände Geschäfte mit gleicher Geschwindigkeit, um Interesse vorzutäuschen. Bei AMD wurde ein großer Abwärtskanal über Jahre hinweg und eine wichtige Unterstützung bei 3,30 Dollar hervorgehoben.

In der Liste der Leidtragenden tauchten immer wieder dieselben Namen auf: FCC, BBVA auf Terminbasis, Iberdrola etwas tiefer, Repsol... Die Karte des Börsenleids im August hatte sehr konkrete Besitzer.



Mit Zinssätzen, Mehrwertsteuer und FROB im Spiel war die Frage einfach: Wenn der Anstieg ohne Volumen erfolgt und die Großen Gewinne beim ersten Anzeichen mitnehmen, wer kauft dann wirklich?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1317 Antworten).

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