Haushaltsgeräte, die in Spanien oft verstauben

Airfryer, Küchenmaschinen und Fitnessräder: Diese Geräte versprechen viel, landen aber häufig ungenutzt im Schrank.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Haushaltsgeräte, die in Spanien oft verstauben
Die Liste der Haushaltsgeräte, die zu Hause verstauben

Ein Airfryer, ein Joghurtbereiter, eine Brotbackmaschine, eine Küchenmaschine. Dieses Muster wiederholt sich in Tausenden von Haushalten: Begeisterung beim Kauf, zwei Wochen Eifer, und dann steht das Gerät nur noch Platz weg auf der Arbeitsplatte oder im Schrank. Die langlebigste Diskussion über verantwortungsvollen Konsum – 732 Tage und 144 Antworten – dreht sich nicht um Preise oder Marken, sondern um die Kluft zwischen dem Versprechen der Verpackung und der Realität in der Küche.

Das Muster wiederholt sich mit fast industrieller Präzision. Zuerst kommt das Star-Gerät, das den halben Küchenbetrieb ersetzen soll. Dann folgt die Enttäuschung. Und am Ende das öffentliche Geständnis: Ich habe es gekauft und nur einmal benutzt.

Vom Airfryer zur Küchenmaschine: Das gleiche Drehbuch

Der Airfryer ist das meistgenannte Beispiel. Das Versprechen war klar: Frittieren ohne Öl, ohne Gerüche, ohne Spritzer. Das Problem, laut mehreren Analysen in der Diskussion, ist, dass er nicht wirklich frittiert. Es ist ein kleiner Umluftofen. Wenn man bereits einen Ofen hat, reduziert sich der Nutzen darauf, schnell etwas aufzuwärmen oder zu überbacken, ohne dass es gummiartig wird wie in der Mikrowelle. Dafür taugt es, geben die Nutzer zu. Für alles andere nimmt es nur Platz weg.

Die Küchenmaschine folgt derselben Kurve. Die Erwartung war ein Gerät, das alles macht: Hacken, Kneten, Kochen. Die Realität erfordert jedoch Aufsicht, Reinigung vieler Teile und eine Lernkurve, die viele nicht durchhalten. Die Brotbackmaschine hatte ihr Glanzstück und schläft heute im Schrank. Der Joghurtbereiter ebenso.

Es gibt einen Fall, der an Absurdität grenzt. Ein Gerät in Form einer aufblasbaren Schaufensterpuppe zum Bügeln von Hemden: Man steckt das Hemd hinein, beschwert es mit Gewichten, und das Ding verbraucht Strom en masse. Das Ergebnis, so berichten Tester, ist schlechter als bei einem herkömmlichen Bügeleisen: Es dauert länger, kostet mehr und das Hemd bleibt zerknittert. Kragen und Manschetten müssen ohnehin per Hand nachgebügelt werden.

Die Mikrowelle und der Plastik-Krieg

Auch die Mikrowelle hat ihr eigenes Kapitel. Ein Teilnehmer kaufte sie in dem Glauben, sie sei extrem nützlich, nutzte sie aber nur einmal, um eine Tiefkühl-Lasagne aufzuwärmen. Ein anderer verteidigt, dass elektromagnetische Wellen keine ionisierende Strahlung sind und die molekulare Zusammensetzung der Lebensmittel nicht verändern. Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Das Problem ist nicht die Strahlung, sondern das Plastik. In Anwesenheit von Fett, wie beim Eigelb, können Verpackungen Stoffe freisetzen, die man meiden sollte. Die wiederkehrende Empfehlung: Glas oder Keramik verwenden, niemals Plastik. Und Vorsicht vor Metall, das Funken sprüht.

Die Diskussion weitete sich aus. Ein moderner Backofen ist im Grunde ein großer Airfryer, argumentiert eine Seite. Die andere entgegnet, dass ein Gasofen nicht einmal ein Zehntel der Ventilatorleistung eines Airfryers hat, und dass Restaurants aus gutem Grund mit Gas kochen. Wer Reis mit Kruste will, muss lernen, ihn richtig zuzubereiten, denn Überbacken allein reicht nicht.

Hometrainer, VR-Brillen und andere teure Möbelstücke

Die ursprüngliche Liste begann mit zwei Klassikern: dem Hometrainer und der Virtual-Reality-Brille. Ersterer hat eine bekannte Lebenszyklus: Im Januar gekauft, bis März genutzt, danach dient er als Kleiderständer. Manche erinnerten daran, dass sie früher als nächtliche Galane mit Ambitionen galten, und nun, unter dem Vorwand des Sports, in separaten Räumen stehen, wo sie nicht einmal mehr dafür taugen.

VR-Brillen teilen dieses Schicksal. Die Neuheit verfliegt schnell, und das Gerät landet in einer Schublade. Der Roomba, der Saugroboter, hat einen unerwarteten Verteidiger: Selbst wenn er nicht läuft, erfüllt er seine Funktion – Staub sammeln. Dampfreiniger, Smoothie-Maker und Sargadelos-Keramik – jene, die man kauft, um sie zu zeigen, und die dann in der Vitrine verstauben – vervollständigen das Inventar.

Die Spiegelreflexkamera verdient eine besondere Erwähnung. In der Ära der Smartphones mit drei Linsen bleibt die große, teure Kamera zu Hause. Wer sie zum Fotografierenlernen kaufte, machte die Bilder schließlich doch mit dem Handy.

Das Geschäft mit Babyprodukten

Einer der kritischsten Punkte betrifft Babyartikel. Die Liste ist endlos: Weicher Helm gegen Beulen beim Krabbeln, Netz gegen Erstickungsgefahr bei fester Nahrung, spezielles Kissen für Seitenlage der Schwangeren, Babyphones für Eltern in kleinen Wohnungen, Montessori-Betten auf Bodenhöhe gegen Stürze. Die Kritik ist deutlich: Viele dieser Produkte verkaufen sich durch Angstmacherei bei Eltern, indem sie betonen, welch schreckliche Dinge passieren könnten, wenn man sie nicht nutzt.

Glücklicherweise werden viele solcher Artikel geerbt oder geliehen. Die tatsächlichen Kosten verteilen sich auf Familie und Freunde. Aber die Botschaft – dass das Baby ohne dieses Gadget in Gefahr ist – setzt sich fest.

Was wirklich zu Hause verstaubt

Jenseits der Elektrogeräte gibt es Gegenstände, die definitionsgemäß Staub ansetzen. Nicht geprüfte Lotto-Scheine. Teppiche. Weinregale. Kabel hinter Möbeln, die Oberseite von Schränken, die Rückseite des Kühlschranks und das Innere des Rollladenkastens. Die Liste der Orte, an denen sich unsichtbar Staub sammelt, ist eigentlich die Liste der Stellen, die niemand reinigt.

Auch der Corona-Impfstoff-Pack erscheint ironischerweise in der Aufzählung. Und die wiederkehrende Frage: Und was ist mit dem Chupichochis? Die Antwort kam verspätet: Es heißt „Satisfyer“, und manche geben ihm sogar einen Namen. Einer der gefeierten Berichte beschreibt ein Gerät, das gegen den TV-Schrank gedrückt wird. Die Diskussion driftete in Bereiche ab, die hier nicht wiedergegeben werden sollten.



Die Schlussfolgerung aus 732 Tagen voller Geständnisse ist unbequem: Das Problem ist nicht, dass die Geräte schlecht sind. Es ist, dass man sie kauft, um eine Fantasie zu erfüllen – das Leben ordentlicher, gesünder, effizienter zu machen –, und sie lösen stattdessen etwas anderes. Sie nehmen Platz weg. Und der Staub fällt weiterhin.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (144 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver