Milanuncios entfernt Telefonkontakt und erzwingt Chat

Milanuncios hat die Telefonnummer entfernt, Registrierung für Nachrichten erzwungen und den Versand über seine eigene Plattform abgewickelt. Verkäufer melden einen starken Rückgang der Kontakte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Milanuncios entfernt Telefonkontakt und erzwingt Chat
Milanuncios entfernt Telefonkontakt und erzwingt Chat sowie Versand

Die Nutzer beschreiben dasselbe Ergebnis: Trotz sichtbarer Telefonnummer im Anzeigentext und Möglichkeit zur Abholung vor Ort ruft kaum jemand an. Ein Verkäufer mit etwa 200 veröffentlichten Artikeln gibt an, dass ihn praktisch niemand kontaktiert. Milanuncios hat die telefonische Kontaktaufnahme aus den Anzeigen entfernt, den Versand zu einem Vorgang innerhalb seiner eigenen Zahlungsabwicklung gemacht und verlangt nun eine Registrierung, um Verkäufer anschreiben zu können. Wer die Plattform weiter nutzt, berichtet von einem Einbruch der Kontaktzahlen und einer Flut von Nachrichten, die selten zu einem Kauf führen.

Das Bild ist eindeutig: Früher verwaltete die Plattform nur die Anzeige, der Deal wurde per Telefon abgeschlossen und niemand sonst mischte sich ein. Jetzt will das Portal auch an Verkauf und Versand verdienen. Und wer früher etwas verkaufte, ohne viel Aufwand betreiben zu müssen, muss sich jetzt ständig um das Postfach, E-Mails und die App kümmern.

Was genau hat sich bei Milanuncios geändert?

Die Änderungen haben sich nach Berichten der Nutzer schrittweise angesammelt. Der Button zum Anzeigen der Telefonnummer ist verschwunden, sodass Geschäfte nicht mehr telefonisch abgeschlossen werden können. Beim Bearbeiten einer Anzeige erscheint ein integriertes Versandsystem mit derselben Struktur wie bei der Konkurrenz, wo das Paketgewicht angegeben oder ausgewählt werden muss, ob kein Versand angeboten wird. Auch Fotos einiger Anzeigen sind abgesprungen und Kategorien wurden verschoben.

Die neue, unangenehmste Ebene ist die Registrierungspflicht: Um einen Verkäufer zu kontaktieren, muss man sich auf dem Portal anmelden oder ein Google- oder Apple-Konto verwenden. Wer bisher halbwegs anonym inserierte, sieht sich nun vor der ersten Nachricht mit einer Barriere konfrontiert.

Ein weiteres Detail, das besonders ärgert: Das Speichern einer Anzeige als Favorit erfolgt nicht mehr stillschweigend. Das System bringt Käufer und Verkäufer ins Gespräch, sodass allein das Markieren eines Artikels E-Mail-Benachrichtigungen und ein halbfertiges Chatfenster erzeugt, das niemand angefordert hat.

Warum Milanuncios immer weniger wie Milanuncios wirkt

Die Geschichte des Portals erklärt teilweise die Verwirrung. Laut einem Teilnehmer entstand es aus einem Projekt mit einem sehr kleinen Team von vier bis fünf Personen und wurde an die Besitzer von segundamano.com verkauft, als Wallapop noch nicht existierte. Dieselben Eigentümer benannten Segundamano in Vibbo um und schlossen die Website schließlich. Das Gefühl, dass Milanuncios in dieselbe Richtung steuert, lässt sich schwer abschütteln.

Daraus resultiert der häufigste Verdacht: dass das Portal nun in den Händen der Wallapop-Eigentümer liegt. Es gibt keinerlei Bestätigung dafür. Das einzige Überprüfbare ist, dass das Versandsystem, die Messaging-Funktion und die Struktur der Inserate inzwischen fast identisch sind. Ein Teil der Teilnehmer führt dies direkt auf diesen Kauf zurück; andere finden keine Beweise und stellen lediglich fest, dass das Ergebnis gleich ist.

Ebay, Wallapop und die Gebühren jeder Plattform

Die Alternative, die viele nennen, ist eBay, besonders für Sammlerstücke und Verkäufe ins Ausland. Nutzern zufolge hat eBay die Provisionen gesenkt und erlaubt 150 kostenlose Anzeigen pro Monat, behält aber weiterhin rund 10 % pro Transaktion. Das Problem, laut denen, die die Plattform verlassen, ist die Ausweispflicht, die einige Nutzer dazu gebracht hat, eBay aufzugeben.

Wallapop ist die aktivste Option und zugleich die am stärksten kritisierte. Es gibt Berichte über Banküberweisungen, die im Nichts enden, und Konten, die nach der Zahlung verschwinden, wobei die Plattform antwortet, sie schütze nur Transaktionen, die innerhalb ihres Systems abgewickelt wurden. Bezüglich der Provisionen geben manche an, dass diese je nach Produktkategorie variieren: Ein Auto kostet etwa 12 %, während Bilder oder Filme bei rund 15 % liegen.

  • eBay: ca. 10 % Verkaufsprovision
  • Provisionen nach Kategorie, laut einem Teilnehmer: ca. 12 % bei Fahrzeugen und 15 % bei Freizeit und Kultur

Dennoch verkaufen einige weiterhin stabil. Die Rezeptur bleibt immer dieselbe: persönlicher Handel in der Stadt, Bezahlung per Überweisung oder bar und kein Versand. Wer davon abweicht, trägt das Risiko.

Weniger und schlechter verkaufen: Der Fall der Anzeigen ohne jede Nachricht

Das Symptom, das die aktuelle Situation zusammenfasst, ist die ausbleibende Reaktion. Ein Verkäufer mit etwa 200 veröffentlichten Artikeln, niedrigen Preisen und sichtbarer Handynummer behauptet, dass ihn kaum jemand kontaktiert. Ein anderer, der bereits etwa 50 Transaktionen getätigt hat, zählt vier Kontakte auf, die nur Zeitverschwendung waren.

Viele der eingehenden Nachrichten, wenn überhaupt welche kommen, sind Feilschversuche bei Fünf-Euro-Artikeln oder Betrugsversuche mit Links zur Eingabe von Bankdaten. Deshalb haben sich einige entschieden, nicht auf den Chat zu antworten und im Anzeigentext selbst den Anruf zu verlangen. Dabei ist die Telefonnummer aus dem Formular verschwunden.

Eine Nische hält sich, laut einem Beobachter, besser: der Markt für Gebrauchtwagen, wo das Volumen trotz allem über diese Portale läuft. Der Rest, Sammlerstücke und sehr spezifische Objekte, hängt von Laufkäufen ab, die rar sind. Wenn die Telefonnummer wegfällt und der Versand teurer wird, wandert dieser Käufer ab.

Alle Wege führen zum selben Ergebnis: ein Prozentsatz für die Plattform bei jedem Schritt. Hier 10 %, dort 12 % oder 15 %. Das Kleinanzeigenportal, das jahrelang kostenlos war, ist es auf mehreren der meistgenutzten Plattformen nicht mehr.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (186 Antworten).

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