Haftstrafe für Vergewaltigung betrunkenen Freundin in Zarautz

Die Provinzgerichtshof von Gipuzkoa verurteilt einen jungen Mann zu vier Jahren und sechs Monaten Haft wegen Vergewaltigung einer betrunkenen Freundin in Zarautz. Die Verteidigung plant Berufung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Haftstrafe für Vergewaltigung betrunkenen Freundin in Zarautz
Vier Jahre und sechs Monate Haft wegen Vergewaltigung einer betrunkenen Freundin in Zarautz

Am 29. Mai 2021 verpassen zwei Freunde aus Zarautz den letzten Zug zurück nach San Sebastián (Donostia). Am Bahnhof Amara kann die junge Frau kaum gehen und spricht wenig; ein Rettungswagen behandelt sie wegen einer Alkoholvergiftung, die die Sanitäter als leicht einstufen und keinen Krankenhausaufenthalt erforderte. Stunden später vergewaltigte der junge Mann sie laut dem Urteil des Provincial Court of Gipuzkoa in seinem Zimmer, da sie nicht einwilligen konnte. Er räumt die Tat ein, leugnet aber das Verbrechen: Er behauptet, beide hätten eingewilligt. Das Urteil lautet auf vier Jahre und sechs Monate Gefängnis.

Die Verteidigung wird das Urteil beim Obersten Gerichtshof des Baskenlandes anfechten. Bis dahin wirft der Fall eine unbequeme Frage auf: Was gilt als ausreichender Beweis, wenn die einzige Aufzeichnung die Erinnerung zweier Personen ist?

Welche Beweise stützen die Verurteilung?

Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten sieben Jahre. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Das Gericht entschied sich für viereinhalb Jahre. Nach Ansicht einiger Beobachter stützte sich das Urteil nicht nur auf die Aussage der Klägerin: Die Sanitäter, die sie behandelt hatten, sagten vor Gericht aus, es habe sich um eine leichte Alkoholvergiftung gehandelt – ein objektiver Fakt vor der Tat, der in solchen Verfahren selten belegt wird. Üblicherweise verlassen sich Gerichte auf Zeugen, die beschreiben, wie betrunken sie war.

Laut Staatsanwaltschaft blieb die Version der jungen Frau während des gesamten Prozesses «konsistent» und «zeitlich stabil». Es gibt mehrere WhatsApp-Nachrichten, die sie nach der Tat an eine Freundin und ihren Ex-Freund schickte. Sie sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus und erklärte, sie habe kein Bewusstsein für das Geschehen gehabt und sei mit dem Angeklagten auf ihr liegend und ihrem Mund bedeckt erwacht. Für manche springt der Widerspruch ins Auge: Wenn sie sich an die Hand am Mund erinnert, war sie dann bewusstlos? Die Gegenposition ist ebenfalls haltbar: Sich an ein Fragment zu erinnern bedeutet nicht, dass man bei Bewusstsein war.

Kann man allein aufgrund der Opferaussage verurteilen?

Ein Kommentator zitiert die Rechtsprechung des Verfassungsgerichts – insbesondere das Urteil 258/2007 und zahlreiche Folgetentscheidungen –, wonach die Aussage des Opfers, wenn sie im mündlichen Verfahren mit Garantien abgegeben wird, als belastendes Beweismittel dienen kann, auf das das Gericht seine Überzeugung stützt. Dies ist der Rahmen, der nach dieser Auffassung Verurteilungen validiert hat, die im Wesentlichen auf einem Wort gegen Wort-Szenario basieren.

Der entscheidende Unterschied zu anderen Fällen liegt im Ungleichgewicht der Situation. Wenn die Klägerin unfähig war, einzuschlagen, geht es nicht darum, ob Worte gewechselt wurden, sondern ob die Bedingungen für eine Einwilligung bestanden. Hier leistet, so die Befürworter des Urteils, das medizinische Zeugnis eine Arbeit, die ein einzelnes Zeugnis niemals hätte leisten können.

Im Hintergrund taucht eine weitere häufige Beschwerde auf: die doppelte Sarracena. Kritiker argumentieren, dass Nachrichten als Bestätigung gewertet werden, wenn sie die Anklage stützen, aber als Klatsch abgetan werden, wenn sie in die entgegengesetzte Richtung weisen.

Das technische Problem der «leichten» Alkoholvergiftung

«Leichte Alkoholvergiftung», so manche Teilnehmer der Debatte, bedeute zwei Bier in einer halben Stunde. Der Zeitplan lässt mindestens 90 Minuten zwischen der Behandlung durch den Rettungsdienst und der Tat: die Wartezeit, die 30-minütige Autofahrt von Zarautz, die Rückkehr, die Nacht. Auf dieser Distanz baut sich das Hauptargument gegen die Verurteilung auf: Zu behaupten, jemand sei anderthalb Stunden nach einer als leicht eingestuften Vergiftung tief schlafend, ist zumindest schwer nachvollziehbar.

Die Befürworter des Urteils bestreiten nicht die Zeit, sondern den Ausgangspunkt: Es gab eine tatsächliche Beeinträchtigung, bestätigt durch die behandelnden Sanitäter, was mehr sei als das übliche Maß an Beweisen in Sensual. Ungeklärt bleibt jedoch die Verteilung der Verantwortung, wenn beide Parteien getrunken haben.

Die Mutter, die zwei Betten und der Rest der Szene

Ein Detail zieht Kritik auf sich: Die Mutter des Angeklagten holte die beiden ab und brachte sie ins Elternhaus, wo das Mädchen in einem der zwei Betten im Zimmer ihres Sohnes schlief. Warum wurde sie nicht in einem anderen Zimmer oder auf dem Sofa untergebracht? Diese Frage wiederholt sich und richtet sich sowohl an den Beschuldigten als auch an seine Familie.

Auch die Haltung der restlichen Gruppe wird hervorgehoben: Der Ex-Freund, der in der Bar blieb, und die andere Freundin, die zum Busbahnhof ging, ohne diejenige mitzunehmen, die kaum laufen konnte. Nach dieser Lesart hielt niemand die Situation für ernst, und genau das wurde ausgenutzt.

Das materielle Ergebnis: Vier Jahre und sechs Monate Haft, 5.160 Euro Entschädigung für immateriellen Schaden, fünf Jahre und sechs Monate Annäherungs- und Kontaktverbot sowie fünf Jahre Führungsaufsicht nach Verbüßung der Strafe. Alles noch offen für die Berufung.

Hier stockt die Analyse. Die Verurteilung stützt sich auf die Aussage der Klägerin, das medizinische Zeugnis und einige Nachrichten. Wer sie verteidigt, sieht ein Gericht, das seine Arbeit getan hat; wer sie kritisiert, sieht eine zur Formalie degradierte Unschuldsvermutung. Niemand weiß, wie dasselbe Gericht geurteilt hätte, wenn das Zeugnis des Rettungsdienstes gefehlt hätte. Und dieses Zeugnis sagt nichts darüber aus, was in jenem Zimmer geschah.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (224 Antworten).

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