Hacendado und Casa Tarradellas: gleiche Fabrik, unterschiedlicher Teig

Die Pizzaböden von Hacendado und Casa Tarradellas stammen aus derselben spanischen Fabrik, doch im Ofen entstehen völlig unterschiedliche Ergebnisse. Der Schlüssel liegt in der Rezeptur.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hacendado und Casa Tarradellas: gleiche Fabrik, unterschiedlicher Teig
Gleiche Fabrik, unterschiedlicher Teig: das Rätsel um den Hacendado-Pizzaboden

Ein Doppelpack Pizzaböden von Hacendado und eine Packung von Casa Tarradellas verlassen dieselbe Fabrik. Auf dem Papier dasselbe Produkt. In der Küche, laut der Erfahrung, die diese Diskussion ausgelöst hat, zwei ungenießbare Ergebnisse gegen zwei anständige Pizzen. Das Paradox hat einen Haken, und das ist nicht unbedingt das Etikett.

Ausgangspunkt ist eine häusliche Enttäuschung: Der Verfasser des ersten Beitrags kauft die Böden der Eigenmarke in der Überzeugung, es seien die von Casa Tarradellas – ursprünglich sind sie es auch – und steht dann vor einem Doppelpack, der sich einfach nicht würdevoll backen lässt. Zwei Böden landen im Müll, und ein Versprechen bleibt: nie wieder. Die unmittelbare Reaktion wirkt wie eine Abrechnung mit Händler und Hersteller gleichermaßen.

Warum schmeckt der Hacendado-Boden anders, wenn Casa Tarradellas ihn herstellt?

Hier öffnet sich der Riss. Eine Erklärung besagt, die Eigenmarke sei eine Kopie: Es ändere sich nur die Papierrolle im Thermoformgerät. Eine andere, von jemandem mit direkter Erfahrung in Lebensmittelbetrieben, behauptet das Gegenteil: Die Rezeptur von 4.000 Kilo Teig zu ändern sei eine der einfachsten Übungen überhaupt, und die Handelsketten legen für ihre eigenen Marken unterschiedliche Qualitätsparameter fest, die jährlich durch Laboranalysen überprüft werden.

Die unbequemste Erklärung ist die wirtschaftliche. Eigenmarken konkurrieren erbittert im Preisvergleichskorb, und dieser Druck führt zu billigeren Rezepturen. Derselbe Lieferant, zwei Spezifikationen, zwei Preise. Sabotage ist gar nicht nötig: Es genügt, den Grießanteil, die Hefe oder die Gehzeit anzupassen. Das Ergebnis merkt man am Gaumen, bevor man es auf dem Etikett sieht.

Die Rechnung, die den gekauften Boden entlarvt

Die hausgemachte Alternative taucht bald auf, mit Zahlen. Mehl für 0,49 Euro das Kilo, Wasser, Salz, ein Schuss Öl und das Bier, das man beim Kneten gerade trinkt. Passierte Tomaten für 1,30 Euro das Kilo. Die Gesamtrechnung, inklusive Hefe und Ruhezeiten, ergibt Kosten pro Boden, die den Regalpreis lächerlich aussehen lassen, und wer alles Schritt für Schritt aufgeschlüsselt hat, betont, dass das Geheimnis nicht im Rezept liegt, sondern im Kneten und im Ofen.

Das Problem, räumen die ambitionierten Hobbyköche ein: Hausgemachter Teig wird nicht wie der des Pizzabäckers. Hier kommt die Hast ins Spiel, die Ortega y Gasset schon vor fast einem Jahrhundert diagnostizierte. Der Brotbackautomat und das portionsweise Einfrieren gelten als Mittelweg für alle, die auf ihren mehligen Samstag nicht verzichten wollen.

Eigenmarke gegen Eigenmarke: was sich ändert und was nicht

Die Diskussion weitet sich über die Pizza hinaus. Manche behaupten, Handelsmarkenprodukte seien identisch mit den Markenprodukten, es werde nur die Verpackung gewechselt, mit Fertigungsschichten, die nach Marke zugeteilt werden. Andere erinnern daran, dass das Toilettenpapier mit 24 Rollen gleich wirkt, bis man es wiegt, dass der Thunfisch der Eigenmarke mehr zerfaserte Stücke enthält und dass Toastbrot mit dem der Marke nicht mithalten kann. Die praktische Schlussfolgerung: der Verpackung misstrauen und die Zutatenliste lesen.

Bleibt der Fall des Pizzabodens dennoch offen. Dieselbe Fabrik, zwei mögliche Rezepturen, ein Verbraucher, der den Unterschied schmeckt, und eine Marke, die ihn nicht erklärt. Wie viele weitere Etiketten erzählen wohl dieselbe Geschichte, ohne dass jemand den Ofentest gemacht hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (32 Antworten).

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