Eigenmarken-Kaffee für 2,50 € schlägt Lavazza für 3 €
Fünf Euro für 250 Gramm Kaffee zu zahlen lohnt sich nicht. Der Ausgangspunkt ist eindeutig und eröffnet eine Diskussion, in der ein hoher Preis nicht immer gewinnt: Unterhalb dieser Schwelle gibt es Produkte, die Marken konkurrenzfähig sind, die das Doppelte kosten. Die Namen häufen sich – Lidl, Carrefour, Mercadona, DIA – und damit wächst ein unangenehmer Verdacht gegenüber der Industrie: Ein Teil des Aufpreises für Premium-Marken wird für Marketing ausgegeben, nicht für die Tasse.
Die tatsächlichen Zahlen im Supermarkt bestätigen dies. Eine Packung mit 250 Gramm kostet etwa 2,50 Euro. Der Gold 100% Arabica von Lidl liegt bei rund 5 Euro pro 500 Gramm. Und der Lavazza 100% Arabica ist bei Carrefour für 3 Euro erhältlich. Mit dieser Preistabelle beginnt die Hierarchie, die viele Käufer als selbstverständlich ansehen, an der Basis zu bröckeln.
Warum kann günstiger Supermarkt-Kaffee besser schmecken als teurer?
Weil ein großer Teil des Ergebnisses davon abhängt, wie er zubereitet wird, nicht davon, was man zahlt. Dies ist die These, die jene vertreten, die verschiedene Marken einem Blindtest unterzogen haben und zu dem Schluss kamen, dass Kaffees aus Discounter-Ketten genauso gut schmecken wie deutlich teurere Alternativen. Alles hängt von der Kaffeemaschine, dem Mahlgrad und dem Zeitpunkt des Konsums ab. Die Verpackung röstet am Ende nichts.
Zu dieser Idee gesellt sich eine weitere Strömung, die auf das Format abzielt. Fast jeder ganze Bohnenkaffee, der natürlich gekauft wird, ist besser als vorgemahlener, denn ganze Bohnen können nur Kaffeebohnen sein: Im gemahlenen Zustand versteckt sich alles Mögliche, was man nicht sieht. Daher ist ein Großteil des Verbrauchs aus Sicherheitgründen mehr als aus Gourmandise auf ganze Bohnen umgestiegen. Das Grundargument ist einfach: Zwei verschiedene Packungen, dieselbe Maschine, dasselbe Wasser, ein nicht unterscheidbares Ergebnis.
Die Übereinstimmung zwischen gegensätzlichen Positionen ist das Bemerkenswerteste. Sowohl der Supermarkt-Käufer als auch derjenige, der frisch gerösteten Kaffee nach Hause liefern lässt, mit eigener Mühle und halben Dutzend Maschinen, weisen auf denselben Flaschenhals hin: Frisch vor jedem Extraktionsschritt gemahlene Bohnen sind wichtiger als das Etikett. Nach einer verbreiteten Berechnung kann man mit dem Geld, das man bei zwei Kilogramm Eigenmarke spart, eine Kaffeemühle kaufen, und dort beginnt eine andere Liga.
Ist Lavazza seinen Preis wert?
Für einen Teil der Konsumenten ja, ohne Einschränkungen. Entweder trinkt man Lavazza oder gar keinen Kaffee, und der Rest sei gepresstes Füllmaterial ohne Aroma. Für andere ist es eine Durchschnittsmarke: Sie überzeugt nicht, und Baqué oder Candelas bieten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. In der Mitte befindet sich eine Gruppe – Pellini, Oquendo, Spezialitätenkaffees –, die das beste Gleichgewicht zwischen Qualität und Kosten bietet.
Manche stellen Illy über alles, sogar über losen Premium-Kaffee. Andere betrachten die gesamte Erzählung vom „Autorenkaffee“ als Lüge und behaupten, der angebliche Unterschied zwischen den Marken sei konstruiert. Der Blindtest ist das unbequemste Argument für die Industrie. Die Szene wiederholt sich in jedem Hypermarkt: Regale mit vielfältigem Sortiment oben, und unten der übliche Kaffee.
Torrefacto: Eine Erfindung exklusiv für die Iberische Halbinsel
Kaffee Torrefacto mit Zucker ist eine exklusive Erfindung der Iberischen Halbinsel: Außerhalb dieses Gebiets weiß niemand, was das ist. In Bars wird dieses Profil serviert, das man mit Zucker, Milch oder Alkohol „totschlagen“ muss und das nebenbei die Verdauung beschleunigt. Es ist kein Qualitätsproblem, sondern ein Problem der überlieferten Gewohnheit.
Demgegenüber wird der nicht verbrannte Bohnenkaffee zum Objekt der Begierde. Die häufigste Klage betrifft das schnelle und aggressive Rösten: Man röftet hastig, um Gas zu sparen, und das Ergebnis schmeckt nach verkohltem Geschmack, getarnt als natürlicher Röstgrad. Eine bestimmte Kette wird dafür angeprangert, bereits verbrannten Kaffee zu verkaufen, und eine klassische Bohnenmarke erhält dieselbe schonungslose Diagnose.
Warum ist fast der gesamte gute Kaffee, der nach Spanien kommt, Arabica?
Weil hochwertige Robusta-Varietäten kaum importiert werden. Der spanische Konsum speist sich aus afrikanischen und amerikanischen Kaffees, fast alle Arabica, während die Produktion in Asien überwiegend Robusta ist. Hinzu kommt ein chemisches Detail: Robusta hat mindestens doppelt so viel Koffein, was seinen Ruf als Wachmacher und seine schlechte Presse bei denen erklärt, die Milde suchen. Ursprünglich gibt es Länder, in denen dieser Kaffee als Aufguss oder gefiltert getrunken wird, niemals in einer Espressomaschine.
Die Ausnahme kommt aus Portugal. Der sogenannte „café cubano“ wird für weniger als 4 Euro pro 500 Gramm verkauft und genießt in Extremadura hohes Ansehen, mit Online-Shops, die ihn vertreiben und die Bestellung durch Versandkosten verteuern. Ein Grenzklassiker, den kein spanischer Hypermarkt ins Regal stellt.
Der Preisanstieg, der das Geheimnis lüftete
Das Starprodukt der meistgenannten Eigenmarke, der 100% Arabica von Lidl, hat in den letzten zwei Jahren einen [B[dramatischen Preisanstieg erlebt[/B]. Das macht ihn nicht schlechter, schwächt aber das Argument des leisen Schnäppchens: Wenn der Preis steigt, schrumpft die Ersparnis, und die automatische Kalkulation geht nicht mehr auf. Dasselbe gilt für den Rest des Sortiments, wo die billige Packung nicht mehr so billig ist.
Am anderen Ende taucht eine für die Industrie unbequeme Alternative auf: Kapseln für 1,70 Euro pro 100 Stück, weniger als zwei Cent pro Tasse, ohne Kaffeemaschine und mit wiederverwendbarem Glasbehälter. Währenddessen bleibt ein Großteil des Konsums an industrielle Kapseln gebunden, mit einem sehr viel höheren Pro-Tasse-Kosten als beim Bohnenpaket. Man nennt es den Aufpreis für Bequemlichkeit.
Mit diesen Zahlen auf dem Tisch drängt die Logik zu einer Änderung der Gewohnheiten: Ganze Bohnen statt gemahlenem Kaffee, Waage statt Löffel. Das wird nicht sofort passieren. Das Gewicht der Gewohnheit, der verbrannte Röstgrad, der als natürlich verkauft wird, und die Bequemlichkeit der Kapsel werden im Einkaufskorb weiterhin dominieren. Aber der Unterschied trägt sich nicht mehr allein durch die Verpackung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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