Eigenmarken-Joghurt und Eis: Was der Preis verschweigt

Lidl-Joghurt für 12 Cent und Eis mit gehärteten Fetten: Das Etikett entscheidet bei Eigenmarken mehr über die Qualität als der Preis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eigenmarken-Joghurt und Eis: Was der Preis verschweigt
Billiger Joghurt und Eis: Wann Eigenmarken gewinnen und wann reiner Füllstoff drinsteckt

Ist es sinnvoll, das Dreifache für ein Eis mit ausländischem Namen zu zahlen? Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, was drinsteckt, nicht was auf dem Deckel steht. In einem Etiketten-Vergleich, der mit Joghurts und Eis von Lidl, Dia, Mercadona und Carrefour beginnt, zeigt sich ein Muster, das für die Premium-Marken unbequem ist: Es gibt Eigenmarken-Produkte, die mit doppelt so teuren mithalten oder sie übertreffen, und es gibt angeblich hochwertige Eissorten, die Palmöl und gehärtete Fette verstecken.

Ausgangspunkt ist ein Sechserpack Vanilleeis von Lidl, das laut der Erfahrung, mit der der Vergleich eröffnet, einem Magnum nichts schuldig bleibt. Die Frage, die gestellt wird, ist die richtige: Was steckt hinter einem Preis, der **unendlich viel niedriger** ist als der der bekannten Marken? Die Antwort ist nicht eindeutig, und da beginnt das Durcheinander.

Der Joghurt für 12 Cent, der mit griechischem Joghurt konkurriert

Der Naturjoghurt mit Rohrzucker von Lidl, **1 Euro für den Achterpack**, ist das am stärksten verteidigte Produkt des gesamten Vergleichs. Es folgen die Eigenmarken-Naturjoghurte von Carrefour und Auchan. Die von Dia tragen dagegen in den häufigsten Urteilen das Etikett *miserabel*, obwohl eine Analyse der OCU (spanische Verbraucherorganisation) vor einigen Jahren ihnen eine sehr hohe Qualität bescheinigte. Der Widerspruch ist perfekt: Die Wahrnehmung des Gaumens und das Labor unterschreiben nicht immer denselben Bericht.

Es gibt eine weniger romantische Erklärung. Mehrere Lidl-Produkte werden außerhalb Spaniens hergestellt — die fettreduzierten Finessa-Joghurte mit Obst kommen aus **Zagreb** —, was den wettbewerbsfähigen Preis nicht verhindert. Die Eigenmarke ist kein Schnäppchen durch Logistikmagie: Sie ist ein Schnäppchen, weil der Hersteller für die Produktion bezahlt wird, nicht dafür, seinen Namen auf die Verpackung zu setzen.

Das Eis-Etikett: Butter, Sirup und gehärtete Fette

Hier bricht der Konsens zusammen. Ein Weißes-Schokolade-Eis einer Eigenmarke enthält Milch, 11 % weiße Schokolade, Butter, Zucker, **Glucose-Fructose-Sirup**, Dextrose, Eigelb und 2 % Kakaobutter. Die Schokoladen-Stückchen enthalten gehärtetes Pflanzenöl, Emulgator und Salz. Für einen Profi, der in der handwerklichen Eisherstellung gearbeitet hat, ist dieser Cocktail das Allerbeste vom Allerschlechtesten: Gehärtete Fette sind Transfette, und Salz im Eis ist ein billiger Geschmacksverstärker.

Wichtige Feinheit: Salz ist nicht immer eine Sünde. In der gehobenen Patisserie wird es eingesetzt, um Schokolade und gesalzenes Karamell zu betonen. Die Analyse selbst räumt den Fehler ein. Aber der Abstand zwischen Industrie- und Handwerkseis bleibt bestehen, und kein Vanillearoma überdeckt ihn.

Der Joghurtbereiter für 14 Euro, der die Rechnung verändert

Die Alternative, die am meisten Begeisterung auslöst, ist keine Marke: Es ist ein Gerät. Ein Joghurtbereiter für **14,10 Euro**, gekauft bei Amazon, mit 14 Watt, ermöglicht acht Joghurte mit weniger als einem Liter Milch. Die Rechnung ist eindeutig: **0,112 kWh in acht Stunden**, weniger als zwei Cent pro Charge. Bei Milch für weniger als 50 Cent pro Liter kostet jeder Joghurt die Hälfte eines Eigenmarken-Exemplars.

Die Methode braucht kein Gerät: drei Viertel Liter auf 60 Grad erwärmen, einen griechischen Joghurt zugeben und zehn Stunden in Handtücher gewickelt ruhen lassen. Wer es ausprobiert, kehrt laut den Berichten nie zum Industrieprodukt zurück. Die einzige technische Frage, die bleibt, ist die Haltbarkeit im Kühlschrank — die liegt bei etwa einer Woche.

Was der Preis nicht verrät

Das praktische Fazit: Naturjoghurt der Eigenmarke ist preislich kaum zu schlagen, und billiges Eis ist eine Lotterie, die man beim Lesen des Kleingedruckten entscheidet. Qualität reist nicht im Logo. Sie reist in der Zutatenliste, und diese Liste unterscheidet nicht zwischen einem Hersteller mit Marketing und einem ohne.

Wenn jemand das nächste Mal mit Händen und Füßen ein Markeneis verteidigt, bitten Sie ihn um den Becher. Das Etikett spricht meist lauter als die Werbung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (46 Antworten).

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