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Google und SpaceX testen Rechenzentren im Orbit
Google startet einen Satelliten mit KI-Chips auf einer Falcon 9: 150 kW für ein einziges Rack, Strahlung, unabgeführte Wärme und unmögliche Wartung. Es ist nur ein Test.
Google startet einen Satelliten mit KI-Chips, um zu prüfen, ob die Hardware im Orbit überlebt
Nächste Woche, wenn die Rakete beim Start nicht versagt, wird ein Google-Satellit an Bord einer SpaceX Falcon 9 abheben – mit KI-Prozessoren an Bord. Es ist kein orbitales Rechenzentrum: Es ist ein Test. Das Projekt Suncatcher will herausfinden, ob die Hardware Vakuum, Strahlung und extreme Temperaturen aushält, bevor man über echte Infrastruktur spricht. Der erste Test kommt jetzt; die beiden folgenden Satelliten mit Laser-Verbindung untereinander sind für 2027 geplant.
Das eigentliche Argument ist die Energie: Im Orbit ließe sich bis zu achtmal mehr Solarenergie erzeugen als auf der Erde. Das Problem ist das alte, und es ist kein kleines. Im Vakuum gibt es weder Luft noch Wasser, die die Wärme abführen. Das Vakuum wirkt wie eine riesige Thermoskanne. Der einzige Ausweg ist die Abstrahlung von Infrarot über riesige Paneele, und je kälter der Radiator, desto weniger strahlt er ab: Das Stefan-Boltzmann-Gesetz macht aus jedem Grad ein Flächenproblem.
Ein Satellit, ein einziges Server-Rack
Die Zahlen, mit denen SpaceX für seinen eigenen Satelliten AI1 rechnet, machen es deutlich: 150 kW Spitzenleistung und 120 kW Dauerleistung. Ein Rack mit NVIDIA-GB300-Servern verbraucht rund 140 kW. Das heißt: Ein Satellit von der Größe einer Boeing 747, 70 Meter lang, versorgt, was ein einziges High-Performance-Gehäuse braucht. Die Größenordnung eines kompletten Rechenzentrums mit Tausenden Racks lässt sich daraus auch mit Jahrzehnten von Starts nicht ableiten.
Manche halten den Energieaufwand, ein Kilogramm in den Orbit zu bringen, nicht für so hoch: Er kann unter 0,1 MWh pro Kilogramm sinken. Teuer ist nicht die Energie, sondern alles, was mit dem Start zusammenhängt – das Verhältnis von Nicht-Energie- zu Energiekosten übersteigt bei den meisten Raketen 99 %. Dieser Spielraum für Einsparungen existiert. Ob es sich im Vergleich zu einem Rechenzentrum am Boden lohnt, ist eine andere Frage.
Strahlung, Wartung und Orbitalschrott
Die andere Front ist der Verschleiß. In einem konventionellen Rechenzentrum werden die Festplatten in den Schränken alle drei Jahre ausgetauscht, um Ausfälle durch Verschleiß vorzubeugen. Im Orbit gibt es keinen Techniker, der ein defektes RAM-Modul auswechselt oder ein kaputtes RAID wiederherstellt. Die Ionisierung zersetzt das Silizium, die Wärme wird nicht abgeführt, und null Wartung ist ein Versprechen, das die Physik nicht unterschreibt.
Dazu kommt der Weltraummüll. Mehr Hardware im Orbit vervielfacht das Risiko von Kollisionen und Katastrophen, und der rechtliche Rahmen fehlt völlig: außerhalb jeder Jurisdiktion, mit dem Risiko, dass ein privater Betreiber entscheidet, was in einem Band, das allen gehört, geschieht und was nicht.
Der Präzedenzfall des Unterwasser-Rechenzentrums
Es ist nicht das erste Mal, dass jemand kostenlose Kühlung an einem seltsamen Ort sucht. Microsoft versenkte vor Jahren ein Rechenzentrum im Meer, um sich die Kühlkosten zu sparen. Danach: Stille. Das eine ist ein Test, das andere, ob das Modell im kommerziellen Maßstab funktioniert. Der Vergleich mit dem Mond, mit der Idee kryogener Prozessoren in Kratern ewiger Nacht, gehört in ein anderes Kapitel: Er erfordert eine vorherige Industrialisierung des Mondes, die es heute nicht gibt.
Die bodenständigste Lesart deutet auf etwas anderes. Ein kleiner Test dient als Werbung, treibt den Aktienkurs und rechtfertigt die Erzählung. Unterdessen wächst die Nachfrage nach KI-Rechenleistung exponentiell, und irgendjemand muss eine Lösung präsentieren, auch wenn sie sich im Stadium von „Probieren wir es mal aus“ befindet. Hält die Hardware Vakuum, Strahlung und Hitze aus, gibt es eine Schlagzeile. Wenn nicht, hat die Branche ebenfalls etwas gelernt. Was es vorerst nicht geben wird, ist ein Rechenzentrum, das über unseren Köpfen kreist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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