Goldpreis verdoppelt sich: Fiat-Geld in der Krise

Der Goldpreis hat sich in zwei Jahren verdoppelt, während der Euro stabil bleibt. Die Frage ist nicht mehr nach einer Blase, sondern nach dem Vertrauen ins Fiat-Geld.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Goldpreis verdoppelt sich: Fiat-Geld in der Krise
Goldpreis verdoppelt sich in zwei Jahren – Fiat-Geld verliert den Wettlauf

Gold hat seinen Preis in nur zwei Jahren verdoppelt. Bemerkenswert daran ist, dass dies geschah, während der Euro eine seiner besten relativen Leistungen unter den großen Währungen zeigte. Wenn selbst die starke Währung gegenüber dem Metall an Boden verliert, wirft das ein Licht auf den gesamten Markt. Der Ausgangspunkt der Analyse ist unbequem: Handelt es sich um eine Goldblase oder um einen Vertrauensverlust in das Fiat-Geld (staatliches Geld ohne Deckung durch Edelmetalle), der sich noch nicht vollständig in den Preisen niederschlägt?

Die Langzeitdaten liefern Argumente für die zweite These. Ein Zehnfach-Wert in zwanzig Jahren, was einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 12,2 % entspricht. Diese Zahl wird als versteckte reale Inflation interpretiert: Was der offizielle Index nicht erfasst, spürt man im Einkaufswagen. Mit dem Unzenpreis wieder bei 4.000 US-Dollar nach Trumps Zollankündigungen gewinnt die Erzählung von der Geldentwertung immer mehr Anhänger.

Wie stark stieg Gold in 20 Jahren?

Um etwa 700 %, fast die gleiche kumulierte Rendite wie der S&P 500 im selben Zeitraum. Diese Parallele ist der Punkt, der beide Lager beunruhigt. Wenn ein Metall ohne Cashflow und ein Aktienindex mit Unternehmensgewinnen gleich viel abwerfen, bewegen sich nicht sie selbst, sondern der gemeinsame Nenner: die Liquidität. Der gemeinsame Motor wäre eine beispiellose Ausweitung der Geld- und Kreditmenge, die sowohl Barren als auch Börsen gleichzeitig aufbläht.

Manche sehen operative Vorteile beim Metall: Es hängt nicht von Vermittlern ab, die insolvent werden könnten, es gibt keinen Manager, der Gebühren nimmt, und keine Prüfung, die versagen kann. Sein Preis schüttet jedoch keine Dividenden aus. Niemand erhält Zinsen fürs Warten.

Ein Garagenplatz, der einmal ein Kilo Gold wert war

Die häufigste Anekdote zur Erklärung des Phänomens betrifft Immobilien. Ein Garagenplatz wurde 2009 für 18.000 Euro verkauft, damals das Äquivalent eines Kilos Gold. Heute ist er etwa 25.000 Euro wert, was in Gold gemessen nur 250 Gramm sind. In Gold gerechnet hat die Transaktion laut verbreiteten Berechnungen über 15 Jahre hinweg 75 % ihres Wertes verloren. In Euro hingegen gewann man 7.000 Euro.

Dasselbe Experiment lässt sich auf das Wochenend-Menü anwenden: Manche behaupten, ein Restaurantmenü koste heute so viel wie eine Unze Silber, und nächstes Jahr werde es zwar teurer in Euro, bleibe aber bei einer Unze Silber. Dies ist die häusliche Version der These. Die Verzerrung läge nicht im Goldpreis, sondern in der Einheit, mit der wir alles andere messen.

Auch der Euro verwässert: Geldmenge steigt um 40 %

Nach vorliegenden Schätzungen ist die Geldmenge des Euro in nur wenigen Jahren um etwa 40 % gestiegen, und dieser Überschuss hat die Verbraucherpreise noch nicht vollständig erreicht. Das offizielle Argument lautet, dass diese Liquidität in Finanzanlagen fließt – darunter Gold –, weshalb sie nicht im CPI (Verbraucherpreisindex) auftaucht. Das Problem entsteht, wenn sie doch dorthin durchsickert.

Das Archiv liefert die meistzitierte Zahl. Die Goldreserven, die die Regierung Zapatero verkaufte, wären heute siebenmal so viel wert, etwa 15,09 Milliarden Euro. Der Standardbarren mit rund 400 Unzen übersteigt bereits 1,6 Millionen US-Dollar. Wer billig verkaufte, war keineswegs ein Privatmann mit einer Münzkiste.

Goldblase oder Systemwechsel?

Die Charts lassen beide Lesarten zu. Manche vergleichen die aktuelle Phase mit dem Rally von 1979 und warnen, dass Geschichte sich reimt: Gold steigt weiter steil an, und Silber, das im Jahresverlauf bereits vorgelegt hat, könnte den Ton angeben. In Australien sind Warteschlangen zum Kauf von Metall auf offener Straße zum wiederkehrenden Bild geworden. Für erfahrene Anleger ist genau dieses Foto oft das Zeichen vor dem Schock.

Auf der anderen Seite herrscht die Angst vor dem Einstieg auf Höchstständen. Man räumt ein, dass eine Korrektur wahrscheinlich kurz wäre, ärgert sich aber über den verpassten Einstiegszeitpunkt. Der Chart lässt viele rein aus Vorsicht außen vor.

Kann man im Geschäft mit Gold bezahlen?

Rechtlich ist es kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber Experimente gab es. Eine Zeit lang wurden die 12-Euro-Silbermünzen der Banco de España (Spanische Zentralbank; Feingehalt .925, 18,20 Gramm) gegen Banknoten getauscht und bezahlten Einkäufe in Supermärkten, Bars und Nachbarschaftsläden. Sie wurden problemlos akzeptiert, nicht an der Kasse, sondern direkt in der Tasche des Ladenbesitzers. Auch in kleinen Läden wurde mit Silberstücken bezahlt, wobei der Verkäufer den Wechselkurs schnell berechnete.

Wer bestreitet, dass Gold Geld sei, hat eine Gegenargumentation: Das sei Tauschhandel, der Händler bewertet den Gegenstand und muss ihn später verkaufen, um Scheine für seine eigenen Lebensmittel zu erhalten. Und dass ein Supermarkt keinen Barren akzeptiert, definiere nichts: Er akzeptiert auch keine Yen, lautet das Gegenargument. Gold hat seinen eigenen Währungscode, XAU, und zählt weiterhin als monetäre Reserve. Als der Gouverneur der niederländischen Zentralbank nach der Bonität des Landes gefragt wurde, lautete die Antwort in einem Satz: „Wir haben Goldreserven.“

Wo legt sein Geld an, wer Fiat verlässt?

Die am häufigsten genannte Antwort, wenn jemand nach Alternativen zum Metall fragt: Value-Fonds, Bitcoin und globale Indizes wie MSCI World oder S&P 500. Das orthodoxeste Portfolio, das Barren-Befürworter verteidigen, enthält nichts davon. Nur Gold und Immobilien, mit der Wohnung möglichst bald abbezahlt. Die Logik ist konservativ, nicht spekulativ: Bei hohen Gehältern braucht man kein Risiko einzugehen, und Verluste können das Leben verändern.

Manche gingen noch weiter und kauften, was niemand wollte. Billige Immobilien zwischen 25.000 und 35.000 Euro, die heute das Doppelte oder Dreifache wert sind und unterwegs Mieten abwarfen. Eine geförderte Wohnung, die vor einigen Jahren für 15.000 Euro angeboten wurde und niemand interessierte, steht jetzt für 70.000 Euro zum Verkauf. Die Wohnraumknappheit tut ihr Übriges. Die Schlussfolgerung ist einfach: Geld verliert man auf der Bank und verdient es fast überall sonst.

Mit Gold bei 4.000 US-Dollar, Aktien auf Höchstständen und wachsender Geldmenge stellt sich die Frage, die niemand ganz beantwortet: Welcher Vermögenswert lügt? Das Metall, das in zwanzig Jahren genauso viel stieg wie Aktien, oder das Papier, das immer weniger kauft?



Hinweis: Dieser Artikel gibt Meinungen und Berechnungen im Kontext von Investitionen wieder und stellt keine Finanzberatung dar.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (183 Antworten).

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