Gold: Von 1.457 USD zur physischen Knappheit im März 2020

Der Goldpreis fiel auf 1.457,95 USD vor der Panik im März 2020, als physisches Metall ausverkauft war und Silber auf 12,17 USD einbrach.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold: Von 1.457 USD zur physischen Knappheit im März 2020
Vom Gold bei 1.457 Dollar zum Kollaps des physischen Metalls

Anfang November 2019 notierte die Unze Gold bei 1.457,95 Dollar und Silber lag bei 16,672. Der Start der siebten Folge einer Serie, die bereits sechs Bände und über eine Million Aufrufe zählte, lud nicht zum Optimismus ein. Das Metall kam von Höchstständen und blutete nun, während Silber laut dem damaligen Konsens „sehr schlecht aussah“. Vier Monate später würde der Markt für physisches Gold zum Fieberthermometer einer Pandemie.

Ein Absturz mit Manipulationsverdacht

Die vorherrschende Diagnose war, dass der Goldpreis die Realität des Marktes nicht widerspiegelte. Es wurde offen über die Manipulation Edelmetalle gesprochen, eine These, die jedes Mal wieder auftauchte, wenn der Kurs fiel, während sich andere Indikatoren verschlechterten. Technische Referenzen deuteten auf einen Goldkurs Richtung 1.441,80 Dollar hin und auf Silber, das bei 16,445 stagnierte, mit einer möglichen Ausdehnung bis 16,180. Wenn dieses letzte Niveau durchbrochen würde, so die Warnung, wäre der Fall ernst.

Ein Großteil der Unruhe wurde den großen asiatischen Käufern zugeschrieben. Die indischen Goldimporte waren im Oktober um 46% eingebrochen – der vierte Monat in Folge mit Rückgang –, ein Einbruch mit einfacher Erklärung: Die Abwertung der Rupie verteuerte das Metall. In China sah es nach den kursierenden Informationen ähnlich aus. Obwohl niemand ausschloss, dass chinesische Käufer weiterhin über inoffizielle Kanäle handelten. Der Grundverdacht war, dass die Metalle nach Belieben geschlagen wurden, während billiges Geld alles überschwemmte.

Indien und China stoppen Käufe: Die Blasen-Erzählung

Die makroökonomische Debatte beschränkte sich nicht auf den Tageskurs. Es wurde die Struktur des globalen Währungssystems selbst diskutiert, die Aufgabe des einzigen echten Geldes, das – laut dem wiederkehrenden Argument – existiert hatte: Gold. Gegen den offiziellen Optimismus wurde betont, dass die Märkte viel schlechter dran seien, als die Börsen anzeigten, und dass das Metall ein Frühindikator für das Kommende sei.

Denn das allgemeine Umfeld half nicht. Mitten im Verfall des Metalls markierte die zehnjährige US-Staatsanleihe eine Rendite von 0,7%, historische Tiefststände, und einige europäische Anleihen notierten negativ, um die -0,9%. Öl stürzte trotz Ankündigungen von Produktionskürzungen ab, und West Texas Intermediate drohte, unter 42 Dollar zu fallen. Alles deutete auf eine Flucht in sichere Häfen hin, die jedoch kurzfristig Gold nicht begünstigte.

Silber sinkt und Papier dominiert

Silber konzentrierte einen Großteil der Sorge und Frustration. Es lag wochenlang hinter Gold zurück, obwohl es nach der Logik seiner Befürworter in einem Umfeld des monetären Misstrauens voraus sein sollte. Im allgemeinen Crash danach fiel die Unze Silber auf unter 12,17 Dollar. Es wurde behauptet, dass das weiße Metall seine monetären Eigenschaften behielt und dass es, wenn das System wirklich knirscht, wieder als Wertaufbewahrungsmittel fungieren wird, wie in früheren Episoden.

Die Kritik richtete sich gegen das Papiergold, die Derivate und Futures, die laut mehreren Analysen den Preis des physischen Metalls künstlich drückten. Ein Kontrast, der live erlebt wurde: Was der Preis in acht Minuten verlor, holte er in fast fünf Stunden wieder herein, mit unmöglich auszugleichenden Volumina. Die unbequeme Frage schwebte im Raum: Wenn das Metall knapp ist, warum reagiert sein Preis wie der einer spekulativen Aktie?

Das Cobi19 tritt in den Kalender

Ende Januar und während Februar 2020 drängte sich das Cobi19 in alle Gespräche. Ein Teil des Geldes lehnte Alarmismus ab und verglich die Todeszahlen mit der vorherigen Epidemiologie, während ein anderer Teil Vorsicht forderte: Die offizielle chinesische Statistik wurde angezweifelt und daran erinnert, dass der Ausbruch noch nicht beendet war. Der Mangel an zuverlässigen Daten nährte unterschiedlichste Theorien, einschließlich jener, die auf einen Laborunfall hindeuteten, ohne Beweise dafür.

Dieses Rauschen beeinträchtigte auch die Vermögensverwaltung. Manche horteten Lebensmittel und Wasser „für den Fall der Fälle“; andere hielten die Panik für übertrieben und führten sie auf die Maschinerie der medialen Mobilisierung zurück. Mitten im Ganzen schaute eine auf das Metall fokussierte Minderheit weiterhin auf Wochencharts, um sich nicht vom täglichen Rauschen mitreißen zu lassen.

März 2020: Als kein Metall mehr zu verkaufen war

Mit der Ausbreitung der Pandemie stürzten die Börsen ab, und die Panik riss auch die Metalle mit. Mitten im Sturm trat das aufschlussreichste Phänomen auf: Silbermünzen flogen aus den Online-Shops. Ein Händler ging von 2.447 Maple Leaf Münzen um 6:30 Uhr morgens auf nur noch 23 Stück vier Stunden später über. Der Silberpreis fiel, während die physischen Bestände verschwanden. Der Widerspruch war so brutal, dass er Anlass für den wiederkehrenden Scherz gab, dass diese absurden Preise das Einschmelzen der Münzen rentabel machen würden.

Was geschah, war laut Händlern, die Großhändler befragten, prosaischer und bitterer: Die Verkäufer hatten Lagerbestände zu hohen Preisen gekauft und sagten lieber, sie hätten „keine Ware“, statt sie zu verramschen. Zu einem angemessenen Aufschlag verkaufte niemand. Die physische Knappheit und der Preisverfall des Papiers erzählten zwei unvereinbare Geschichten im selben Markt.

Wie verkauft man Gold, ohne ausgeplündert zu werden?

Die erste echte Krise brachte die Frage auf, die sich niemand gestellt hatte, als alles stieg: Wie wird man einen Barren legal los? Die am häufigsten genannte Antwort suchte sie bei der Schweizer Bank, die historisch den Spot-Preis mit einer kleinen Provision zahlte, obwohl niemand bestätigte, ob diese Praxis noch lebendig war. Und mit einer zentralen Warnung: Das Metall muss man selbst verwahren.

Das Argument war nicht geringfügig. Es wurde daran erinnert, wie im 20. Jahrhundert Golddepots in verschiedenen Ländern beschlagnahmt wurden und wie Zentralbanken das Metall nicht immer zurückgaben, sondern seinen Gegenwert in Banknoten, als die Zeiten schlecht wurden. Wenn man das mit den Reserven einer Nation tat, so die Behauptung, gibt es keinen Grund, einem Fonds oder einem privaten Verwahrer zu vertrauen. Steuerlich lag der Schlüssel darin, dass der private Verkäufer bewirken kann, dass der Käufer die Grunderwerbsteuer (Impuesto de Transmisiones Patrimoniales) zahlen muss, ein Detail, das den Vorgang komplett verändert.

Tokenisiertes Gold und digitaler Yuan: Das Metall mutiert

Ende 2019 und Anfang 2020 begannen Themen zu kursieren, deren Verdauung noch Jahre dauern würde. Das erste war die Tokenisierung von Vermögenswerten. Norilsk Nickel erhielt grünes Licht von seiner Zentralbank für eine blockchain-gestützte Plattform für digitale Assets, und parallel tauchten private Initiativen für tokenisiertes Gold auf, um Metall schneller zu kaufen, zu verwahren und zu liefern als rein physisches. Das sofort aufgezeigte Problem war das Gegenparteirisiko: Was deckt diesen Token wirklich ab?

Das zweite Thema war der digitale Yuan. Die chinesische Zentralbank bestand darauf, dass ihre digitale Währung „anders als Bitcoin“ sei, was als implizites Eingeständnis der Konkurrenz gelesen wurde. Es herrschte Konsens darüber, dass ein hyperzentralisiertes Zahlungssystem ohne Transparenz kaum die Glaubwürdigkeit erzeugen würde, die China brauchte. Und dass das Metall, anders als jede programmierbare Währung, nicht gedruckt werden kann.

Wo die Geschichte feststeckt

Der Verlauf ist beredt: Er begann mit einem gedrückten Preis und einer Erzählung von Manipulation, führte über den Zusammenbruch von Silber und den Aufstieg des Papiers, explodierte mit einer Pandemie, die die Läden mit physischem Metall leerte, und legte die Spannung zwischen dem Bildschirmpreis einer Unze und dem Handpreis frei. Dazwischen stieg der Euro-Goldpreis von etwa 1.100 Euro auf über 1.700, oder von 35 auf 55,57 Euro pro Gramm, je nach der Preisüberwachung auf dem eigenen Flohmarkt.

Dort tobt der Streit weiter. Manche behaupten, der Anstieg habe gerade erst begonnen und der Dollar werde seinen Thron verlieren; andere entgegnen, das Metall habe seine Arbeit getan und wer spät kaufte, werde es bereuen. Was bisher niemand vollständig erklären konnte, ist, wie ein Metall, das innerhalb von Stunden ausverkauft ist, gleichzeitig an den Märkten um 30% fallen kann. Diese Kluft bleibt offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2234 Antworten).

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