Gold und Silber: 60 Tage Volatilität vor dem 22. September

Gold fiel in unter zwei Wochen um 200 Dollar pro Unze auf 1.180. Der Countdown zur deutschen Wahl am 22. September spaltet Käufer von physischem Metall.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gold und Silber: 60 Tage Volatilität vor dem 22. September
Gold und Silber: der von Deutschland gesetzte 60-Tage-Countdown

Im Juni 2013 fiel Gold um 200 Dollar pro Unze in weniger als zwei Wochen und erreichte 1.180 Dollar, ein Tiefstand von fast drei Jahren. Von diesem Boden aus drehte sich die Diskussion unter Käufern von physischem Metall nicht mehr um Charts, sondern um den Kalender: etwa sechzig Tage bis zu den Wahlen am 22. September in Deutschland, wobei wenige vorab handeln wollten. Silber scheint im Aufwärtstrend zu sein.

Im Juli 2013 lag der Unzenpreis bei rund 1.200 Dollar, und Kaufen wurde greifbar statt abstrakt. Ein Privatanleger kaufte erstmals physisches Gold — zwei Krügerrand zu 1.200 Dollar, 958 Euro Wechselkurs — und rechtfertigte es mit Standard-Technik: abgeschlossene 61,8%-Korrektur, überverkaufter Stochastik, schwache Hände verkaufen. Ein anderer widersprach, dass diese Münzen bei 1.000 standen. Die Preisdiskrepanz dauerte kürzer als die Debatte über das Timing, die offen bleibt. Manche akkumulieren jede Woche etwas, wenn auch wenig, andere haben seit Monaten gebremst.

Warum beeinflusst der deutsche 22. September Gold?

Weil dieses Datum konzentriert, was der Markt nicht lösen kann. Die deutschen Wahlen wirken wie eine technische Pause: Niemand erwartete einen Plot Twist — Merkels Wiederwahl galt als sicher — aber Änderungen in der Regierungsführung und damit in der Fiskalpolitik der Eurozone, wo Gold seinen Wert spielt. Zwei Karten kreuzen sich entlang dieser Achse.

Die erste ist technisch: Der bullische Trend verläuft durch die Zone von 1,13x Dollar, und ein starker Bruch unter die 61,8%-Unterstützung würde Preise zum Bewegungsstart nahe 74x zurückführen. Die zweite ist zyklisch: Nach 2008 deutete die Fibonacci-Nachfolge auf eine weitere Krise 2013 hin, und Kondratjew-Langwellen platzierten die Wirtschaft im Übergang von Rezession zu Depression, mit Herbst und Winter als Schlüsseljahreszeiten. Zudem deutete ein bisher akkurater Zyklen-Analytiker auf einen wahrscheinlichen Boden zwischen Juli und September hin.

Selbst unter Gläubigen herrscht keine Einstimmigkeit. Edelmetalle sind ab jetzt rückläufig, fasste einer zusammen. Kein Krieg, vorerst, ergänzte ein anderer. Bei solchem Gewissheitsniveau siegt die Vorsicht.

95% des Papiers haben kein physisches Fundament

Die andere Front ist der physische Markt. JP Morgans COMEX-Bestände fielen im Juni 2013 erneut stark, die Nachfrage nach Gold- und Silbermünzen in den USA erreichte historische Hochs, und Chinas Geldmengenausweitung versprach mehr Geld auf der Suche nach sicheren Häfen. In diesem Cocktail wiederholt sich eine Zahl ohne öffentliche Aufschlüsselung: 95% der Gold- und Silbertransaktionen haben keine physische Metalldeckung.

Daher die These, die einen Teil des Sektors dominiert: Der täglich publizierte Preis ist eine Papierzahl, zunehmend entkoppelt vom berührbaren Metall. Hinzu kommt die Erzählung, dass Metall Europa Richtung Schweiz und weiter verlässt. In diesem Rahmen wäre jeder Versorgungsengpass keine theoretische Hypothese mehr, sondern Arithmetik.

Silber bei 16 oder 22 Dollar pro Unze?

Hier schienen die Wasser ruhiger. Silber zeigte klareres Aufwärtsverhalten, aber mit einer Unsicherheit, die den allgemeinen Zweifel zusammenfasst: Ob der nächste Sprung es vor den Wahlen auf 16 oder 22 Dollar pro Unze treiben würde. Eine Zahl zu wählen, gesteht das genutzte Modell ein und bricht den Konsens. Manche sehen das Glas halb voll bei diesem Industriemetall; andere warnen, dass bei einem Wirtschaftseinbruch die Fabriknachfrage den Preis drückt, bevor der Status als sicherer Hafen ihn stützen kann.

Radioaktives synthetisches Gold und andere Bodensignale

Wenn Preise scharf fallen, tauchen Nachrichten auf, die ihr Ende ankündigen. Während der Debatte kursierten Gerüchte, Gold sei irgendwo synthetisiert worden, ohne Details oder Quellen. Die Antwort war fest: Synthetisches Gold ist radioaktiv und die Herstellung von 0,3 Gramm kostet etwa 200 Dollar, weit über vernünftigen Kursen. Es bedroht die Versorgung nicht.

Aber es dient als Thermometer. Geschichten über synthetisches Gold, Weltraumbergbau oder goldausscheidende Bakterien treffen oft mit Marktböden zusammen, gerade weil sie signalisieren, dass niemand mehr den Zyklus diskutiert, nur den Preis. Dies ist, wenn die bullische Erzählung unbeabsichtigt ihre beste Werbung findet.

Vorratskammer, Wasser und Pass

Unter dem Thema taucht eine andere Diskussion auf, die von Investition zu Tail-Risk-Szenarien führt. Manche geben sich nicht nur mit Silber zufrieden und rotieren Lebensmittelbestände in ihrer Vorratskammer, überzeugt, dass die Ruhe eines Lagers zählt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (135 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver