Gold korrigiert von 4.100 Dollar, Silber zieht das Edelmetall mit nach unten
Wie weit kann Gold fallen, bevor es wieder steigt? Diese Frage geht seitdem die Unze 4.100 Dollar berührt hat und zu bluten begann, über jeden Kursbildschirm. Die Zahl ist nicht gering: Der vorherige Zyklus startete bei 1.450 Dollar und endete bei 4.106 Dollar – eine Rallye, die den Preis in dem in dieser Diskussion behandelten Zeitraum fast verdreifachte. Jetzt heißt es, den Anstieg zu verdauen.
Die Korrektur war nicht selektiv. Alles fällt gleichzeitig – Aktien, Metalle, Bitcoin –, nur Öl, US-Anleihen und der Dollar nicht. Dieses Gemisch hat eine unbequeme technische Lesart: Wenn der Greenback und die US-Schulden steigen, zahlt Gold meist den Preis. Und es zahlt ihn schlimmer als Bitcoin selbst, das in einem Lehrbuch-Bärenmarkt versunken ist.
Die Rallye, die bei 1.450 begann und bei 4.106 endete
Die Spanne zwischen dem Start des vorherigen Zyklus und seinem Höhepunkt fasst das Ausmaß der Bewegung zusammen: von 1.450 auf 4.100 Dollar pro Unze. Ein Weg, der so manchen mit dem Gefühl vor dem Chart zurückließ, zu spät gekommen zu sein. Die erste ernsthafte Warnung kam bei 4.106 Dollar, ein Punkt, den manche als Einstiegschance und andere als Zyklushoch bezeichneten.
Der Fall hat die klassische Debatte wiedereröffnet: bei Rabatten kaufen oder warten, bis sich der Boden bestätigt. Manche halten daran fest, dass das Metall auf 1.000 Dollar zurückfallen wird – ein Szenario, das als unwahrscheinlich gilt, aber niemand völlig ausschließt –, andere erinnern daran, dass jede tiefe Korrektur der Bergbaufirmen historisch der beste Einstiegspunkt war, um Hebel auf den Rohstoff zu bekommen.
Warum Gold fällt, obwohl die Druckmaschine nicht stoppt
Das grundsätzliche bullische Argument hat sich nicht geändert: Die Zentralbanken kaufen weiter Metall, und die Gelddruckmaschine wurde nicht abgeschaltet. Die These derjenigen, die ihre Positionen halten, lautet, dass Gold langfristig mit der Inflation steigt, manchmal viel schneller als die Preise und manchmal langsamer. Nach einem 2025 mit senkrechtem Anstieg ist die Korrektur vorhersehbar.
Das Problem ist der Zeitplan. Die Unsicherheit über den Krieg und über die Zinserhöhungen – die der Markt zu hundert Prozent eingepreist hatte – hat das Metall ohne den Treibstoff gelassen, der es angetrieben hatte. Der starke Dollar und US-Anleihen mit attraktiven Renditen konkurrieren direkt mit einem Vermögenswert, der keinen Kupon zahlt.
Silber, der Vermögenswert, der sich doppelt so stark bewegt
Silber führt seinen eigenen Krieg. Die Optimisten erwarten, dass es 5.600 Dollar zurückerobert und dass der freie Anstieg es dann noch weiter trägt als Gold. Die Vorsichtigeren erinnern daran, dass das weiße Metall in beide Richtungen heftiger korrigiert und dass sein Verhalten vom Industriekreislauf genauso abhängt wie vom monetären.
In diesem Kontext taucht die wiederkehrende Frage auf: Silber verkaufen, um Gold zu kaufen? Die Antwort, die unter Veteranen kursiert, lautet, dass beide Metalle unterschiedliche Funktionen erfüllen und dass physisches Metall zum Aufbewahren da ist, nicht zum Spekulieren. Die Spekulation, so heißt es, stecke bereits in den Zetteln.
Texas und Missouri erkennen Gold und Silber als Währung an
Während der Preis korrigiert, geht die Gesetzgebung in eine andere Richtung. Texas ist Florida beigetreten und erkennt seit dem 1. September Gold und Silber als freiwilliges gesetzliches Zahlungsmittel an, mit der Unterzeichnung des Gesetzentwurfs HB 1056 des Abgeordneten Mark Dorazio. Der Text verlangt, dass das Metall sein Gewicht und seine Reinheit eingeprägt trägt, und öffnet die Tür zu einer parallelen digitalen Infrastruktur für Transaktionen, die durch Metall in Verwahrung gedeckt sind.
Missouri hatte vor einem Jahr etwas Ähnliches mit dem Gesetz 408.010 genehmigt, dem Constitutional Money Act, der auch die Entwicklung eines elektronischen Systems umfasst. Der Paradox liegt in den Details: Das Gesetz verlangt, dass das Metall keine Marken trägt, die darauf hindeuten, dass es von einer Regierung ausgegeben wurde, was in der Praxis Münzen von offiziellen Prägestätten ausschließt und privates Metall begünstigt.
Das praktische Problem, 10.000 Euro in Silber zu verkaufen
Die Geldtheorie stößt an die Logistik. Erhebliche Mengen physischen Silbers ohne Risiko zu verkaufen, ohne Kilo von Metall zu bewegen und ohne sich auf informelle Kanäle zu verlassen, ist ein Puzzle, das niemand ganz löst. Bei den aktuellen Preisen passen 10.000 Euro in einen Rucksack; vor fünf Jahren wog dieselbe Menge doppelt so viel. Die Liquidität hängt davon ab, kleine Stücke zu haben, die ohne Umweg über den Staat abgesetzt werden können.
Die andere Front ist die Steuer. Der Kauf in Spanien verlangt einen Ausweis, was Spuren hinterlässt; der Kauf im Ausland erlaubt Anonymität. Wer ohne Rechnung verkauft, muss deklarieren, als hätte er das Metall für null gekauft, was den Gewinn explodieren lässt. Und es schwebt der Verdacht, dass der regulatorische Weg darauf hinausläuft, dass Gold und Silber am Ende als Sicherheit für Bank-Token dienen, wobei der Staat den Ankaufspreis kontrolliert.
Wo man kauft, ohne den Bekanntheitsaufschlag zu zahlen
Die Händlerkarte hat sich geändert. Die spanischen Geschäfte, die preislich am häufigsten genannt werden, sind Ciode, Lamas Bolaño, La Dobla und Dracma, während El Andorrano wegen seiner Popularität einen Aufschlag trägt. Bei Silber zeigen die Empfehlungen auf belgische Märkte und internationale Plattformen, die den Kauf ohne Ausweis ermöglichen. Es gibt Preisvergleichsportale zwischen Geschäften, die die Arbeit ersparen, Aufschlag für Aufschlag zu verfolgen.
Die neue Umtauschmünze aus Silber der FNMT für 60 Euro illustriert die Erosion: Wir kommen von 40, 20, 12 und 2.000. Die Inflation frisst sogar das Sammeln.
Am Ende bleibt die immer gleiche Frage in der Luft: Wenn Gold auf 5.600 Dollar zurückkehrt und Silber abhebt, wird dann jemand bereit sein, sein Metall für bunte Zettel zu verkaufen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (280 Antworten).