Futpro: 20.000 Euro reichen für Fußballerinnen nicht

Futpro argumentiert, dass 20.000 Euro jährlich für eine spanische Fußballerin zu wenig sind, ähnlich dem LKW-Fahrergehalt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Futpro: 20.000 Euro reichen für Fußballerinnen nicht
Futpro: „Eine Fußballerin kann nicht von 20.000 Euro leben“

Zwanzigtausend Euro im Jahr. Der Satz, der alles auslöste, passt in eine Zeile, und der Tweet dazu stammt von elDiario.es: Die Präsidentin des größten Gewerkschafts für Frauenfußball in Spanien behauptet, „man kann nicht denken, dass eine Fußballerin mit 20.000 Euro leben kann“. Innerhalb weniger Stunden wandelte sich das Gespräch vom Fußball hin zu Gehältern, Subventionen und der Frage, wer die Legitimität hat, Würde zu beziffern.

Wer leitet die größte Frauenfußball-Gewerkschaft Spaniens?

Die Gewerkschaft ist Futpro, gegründet im November 2021 auf Initiative der Anwältin Amanda Gutiérrez, ihrer heutigen Präsidentin. Zur Führung gehören die ehemalige Barcelona-Spielerin Andrea Pereira als Sekretärin und die Barça-Spielerin Patri Guijarro. Die Zentral entstand ein Jahr vor dem Aufstand der fünfzehn Nationalspielerinnen gegen den damaligen Trainer Jorge Vilda wegen angeblicher Misshandlung.

Sie ist auch kein politisch fremder Akteur. Im selben Nachrichtenpaket wird ein Treffen zwischen Gutiérrez und Yolanda Díaz erwähnt, um „Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ und mehr Arbeitsrechte im Frauenfußball zu besprechen. Diskutiert wird daher nicht nur eine Zahl: Es geht darum, wer sie fordern kann und mit welcher institutionellen Unterstützung.

Die 20.000-Euro-Marke: LKWs, Rudern und Rollhockey

Die Zahl hat ein sofortiges Analogieproblem. 20.000 Euro Bruttojahresgehalt sind das durchschnittliche Grundgehalt eines LKW-Fahrers laut Provinzvereinbarungen, ergänzt durch Spesen. Die Fußballerin, die davon leben soll, teilt diese Zahl mit einem Beruf, der lange Tage außerhalb des Hauses und ständige Reisen bedeutet.

Der Vergleich weitet sich auf andere Disziplinen. Ein Ruderer verdient 14.000 Euro, ohne empörte Schlagzeilen auszulösen. Und die männliche Rollhockey-Liga bewegt sich bei etwa 20.000 Euro pro Spieler, laut derselben Quelle, mit einer ähnlichen Zuschauerschaft wie der Frauenfußball. Manche fügen eine unbequeme Erinnerung hinzu: Ganze Generationen spielten Fußball ohne Bezahlung und zahlten ihre Ausrüstung und Reisen selbst.

Wie viel Geld generiert die Frauenliga?

Gehälter werden aus den Einnahmen des Geschäfts bezahlt, und hier trägt sich die Frauenliga nicht über Ticketverkäufe, Abonnements und Fernsehrechte, zumindest nach den verfügbaren Zahlen. Wer diese Regel ohne Ausnahme anwendet, sagt offen: Wenn eine Aktivität keine lebenden Löhne zahlen kann, sollte sie geschlossen oder neu strukturiert werden, nicht subventioniert.

Daraus entspringt der am meisten belastende Verdacht. Nach einer kursierenden Version ohne Dokumentation hätte die Gewerkschaft – damals mit 61 Spielerinnen – eine halbe Million Euro von einer öffentlichen Stelle und weitere 120.000 Euro vom Verband erhalten. Es muss betont werden: Dies ist eine ungeprüfte Behauptung, vorgebracht als Anschuldigung, nicht als Buchführungsdatum. Jede ernsthafte Schlussfolgerung über öffentliches Geld im Frauenfußball sollte damit beginnen, diese Papiere einzufordern.

Der nicht-ökonomische Kern

Ein Großteil der Reaktion spricht nicht von Bilanzen. Eine Strömung vertritt, dass dieser Sport auf Konflikt und Opferrolle aufgebaut sei und genau dies – nicht das Spiel – verkauft werde. Eine andere nutzt Unterschiede in der körperlichen Leistungsfähigkeit zwischen Kategorien, um jeden Gehaltsvergleich abzuschließen, ein Feld, wo Positionen härter werden und Zahlen verschwinden. Eine dritte, die unbequemste für jeden Gewerkschafter, fragt, warum die Forderung im Namen einiger Spielerinnen gestellt wird und nicht aller Arbeitnehmer, die gleich viel oder weniger verdienen.

Es gibt auch eine reine Achselzuck-Antwort: Wenn jemand ein Gehalt als unzureichend betrachtet, sollte es aufstocken, eine Teilzeitstelle suchen oder anderswo verhandeln. Dagegen ist das Gegenargument schwer zu entkräften: Weltmeisterinnen geworden zu sein, hat einen Wert, den keine Einkommensrechnung im Jahr des Erfolgs erfasst.

Sieben WM-Titel ohne unbequeme Schlagzeile

Die Asymmetrie, die den Ärger am besten erklärt, ist diese. Die spanische Frauen-Nationalmannschaft gewann eine Weltmeisterschaft. Die männliche Rollhockey-Nationalmannschaft häuft allein in diesem Jahrhundert sieben Weltmeistertitel an, mit einer Meisterschaft alle zwei Jahre. Niemand hat diese Spieler gesehen, die zwanzigtausend Euro als Schwelle der Würde forderten.

Gleiches Geld, sehr unterschiedlicher Lärm. Die Zahl liegt auf dem Tisch; die Arithmetik, die sie rechtfertigt oder widerlegt, noch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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