Spaniens Vilda nach WM-Titel mit Ersatzspielern entlassen

Jorge Vilda gewinnt die Frauen-WM in Spanien, wird aber entlassen, während der Männer-Trainer bleibt. Kritiker sehen einen doppelten Maßstab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Vilda nach WM-Titel mit Ersatzspielern entlassen
Vilda gewinnt WM mit Ersatzspielern und verliert seinen Posten

Die Entlassung von Jorge Vilda als Trainer der spanischen Frauen-Nationalmannschaft erfolgte unmittelbar nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Nicht mitten im Turnier oder nach einem Debakel: direkt nach dem Titelgewinn. In derselben Woche, in der sein Abgang beschlossen wurde, behielt der Verband den männlichen Trainer im Amt und ernannte eine neue weibliche Trainerin. Das Detail, das irritiert, ist, dass die neue Trainerin, laut den kursierenden Berichten, bei derselben institutionellen Veranstaltung applaudierte wie der Entlassene. Spanien gewann die WM mit Ersatzspielern, und der Mann, der sie leitete, konnte den Erfolg nicht im Amt feiern.

Ob historisch oder nicht, der Vorfall ist im Grunde eine Kündigung. Ein Mitarbeiter, der mitten in einem Sturm entlassen wurde, der nicht auf dem Rasen begann. Und hier beginnt der Konflikt: ob das Kriterium für seine Fortsetzung sportlich war oder etwas anderes.

Warum wird der Trainer entlassen, der die WM gewonnen hat?

Der angegebene Grund war nicht das sportliche Ergebnis. Die vorherrschende Lesart ist, dass Vildas Abgang dazu diente, die Beziehung zu einer Gruppe von Spielerinnen wiederherzustellen, die bereits mit der technischen Leitung gebrochen hatte. Das am häufigsten wiederholte Argument verweist auf die vorherige Europameisterschaft: Spanien verlor gegen England, nachdem es in der Nachspielzeit ausgeglichen worden war und in der Verlängerung unterlag. Dort, so wird behauptet, stellte sich die Kabine nicht mehr hinter den Trainer.

Gegen diese These spricht ein Faktum, das sich nicht verbiegen lässt. Spanien wurde Weltmeister. Sie bauten die Nationalmannschaft aus einem internen Konflikt heraus neu auf – bis zu fünfzehn Unterzeichner –, ließen ein Dutzend davon fallen und gewannen trotzdem. Manche schließen daraus, dass ein Trainer, der fähig ist, das Team mit Ersatzspielern umzubauen, während halb das Land gegen ihn ist, selbst dann nicht entlassen würde, wenn er wollte. "Wenn du nach einem Aufstand von 15 Spielerinnen 12 aussortierst und dennoch die Nationalmannschaft umbaust und eine WM gewinnst, bist du ein großartiger Trainer", fasst eine der meistverbreiteten Bewertungen zusammen.

Doppelter Maßstab zwischen Herren- und Frauen-Nationalmannschaft

Hier liegt die unbequemste Kante. Der männliche Trainer applaudierte ebenfalls und bleibt im Amt. Die weibliche Nachfolgerin applaudierte ebenfalls und ist gerade erst gestartet. Wenn die Geste manche nicht disqualifiziert, ist es schwer zu verstehen, warum sie einen anderen disqualifiziert. Es ist der einzige Teil der Geschichte, der alle Lesarten gleichzeitig erfüllt, und auch der institutionell problematischste: Das Kriterium für die Verweildauer wird je nach Bankplatz unterschiedlich angewandt.

Manche fügen hinzu, dass der Beschuldigte den Preis für einen Konflikt zahlte, der nicht streng genommen seiner war. Die Sequenz liest sich so: Da der Streit mit der Führungsebene nicht direkt gewonnen werden konnte, wurde er auf das schwächste Glied der Kette verlagert. Eine Überlegung, die nichts beweist, aber die zeitliche Abfolge der Ereignisse recht gut ordnet.

Der Aufstand im dominierenden Verein antizipierte das Muster

Das Laboratorium für all dies ist zwei Jahre alt und hat ein konkretes Szenario. Der hegemoniale Verein im spanischen Frauenfußball – Liga, Pokal und Champions League in derselben Saison – erlebte einen ungewöhnlichen Vorfall: Seine Spielerinnen gingen zum Präsidenten und sagten, ihnen gefalle der Trainer, mit dem sie alles gewonnen hatten, nicht, und forderten einen Wechsel. Der Präsident gab nach. Im folgenden Jahr wurde nur die Liga gewonnen.

Dieses Muster – Sieg, Konflikt, Trainerwechsel, Ergebnisrückgang – repliziert sich nun auf einer größeren Skala. Es ist keine Prognose, sondern ein Präzedenzfall, den manche als Beweis lesen und andere als bloßen Zufall abtun. Der Unterschied zwischen diesen Lesarten definiert den Rest der Diskussion.

Ist es eine Entlassung mit geschlechtsbezogener Diskriminierung?

In arbeitsrechtlicher Hinsicht ist die Frage knifflig. Eine der kursierenden Strömungen vertritt die Ansicht, dass es sich um eine Entlassung mit diskriminierendem Beigeschmack handelt: ein Mann, der nach einem Konflikt mit einer Gruppe von Arbeitnehmerinnen ohne Aktenlage oder objektiven Grund entfernt wurde. Die Gegenposition lautet, dass das Amt von dem besetzt wird, der die Verbandsrichtlinie vorgibt, und dass der Wechsel eine Managemententscheidung ist, keine Rechtsfrage.

Was weder die eine noch die andere löst, ist die vertragliche Einordnung. Die Position des Trainers ist ein Vertrauensposten, was einen sehr weiten Spielraum lässt, einen Abgang zu rechtfertigen, ohne ihn motivieren zu müssen. Dort verwischt sich jede Forderung: Es gibt keinen Grund, aber oft braucht es auch keinen.

Was steht für den Frauenfußball nach dem Wechsel auf dem Spiel

Das gezeichnete Szenario ist riskant. Mit einer Gruppe von Stammspielerinnen, die Einfluss zurückgewinnen wollen, und einer Gruppe von Ersatzspielerinnen, die das Turnier gewonnen haben und Verdienst geltend machen, scheint das interne Zusammenleben angespannt. Manche Prognosen gehen weiter: Wenn Niederlagen eintreten, werden die Schuldzuweisungen an jene zirkulieren, die die Entscheidung getroffen haben, und an jene, die sie umsetzen.

Und im Hintergrund bleibt eine Angelegenheit, die niemand abschließt: ob sportliches Verdienst weniger wiegt als die Kräfteverhältnisse in einem Büro. Die Antwort auf diese Frage ist mehr wert als eine Weltmeisterschaft.



Der Fall bleibt dort, wo er begonnen hat. Der Verband wechselte den Trainer, behielt den daneben bei und ließ den Konflikt offen, in Erwartung dessen, dass die Ergebnisse – sportlicher und anderer Art – für sich sprechen. Mit diesen Bausteinen wird das nächste Länderspielfenster mehr sagen als jede Erklärung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (139 Antworten).

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