Spaniens Enkelgesetz akzeptiert PSOE-Zertifikate als Exilnachweis

Die Direktive von Sofía Puente erlaubt den Exilnachweis durch ein Parteizeugnis. Kritiker sehen darin einen Weg, eine Million neue Wähler zu schaffen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein PSOE-Zertifikat genügt als Exilnachweis im spanischen Enkelgesetz

Die umstrittene Direktive vom 25. Oktober 2022 der Generaldirektion für Rechtssicherheit und öffentlichen Glauben, unterzeichnet von Sofía Puente – der Schwester des Verkehrsministers –, hat ein Schlupfloch bei den Voraussetzungen für den Erwerb der spanischen Staatsbürgerschaft über das demokratische Gedenken aufgerissen. Dem Text zufolge können Antragsteller den Exilstatus ihrer Vorfahren durch „Bescheinigungen oder Berichte von politischen Parteien, Gewerkschaften oder beliebigen anderen Einrichtungen“ nachweisen. In der Praxis genügt also ein einfaches Papier der PSOE als Beweis.

Die Lücke zwischen Gesetz und Direktive

Das Enkelgesetz, verabschiedet als zusätzliche Bestimmung des Gesetzes zum demokratischen Gedenken, sollte die Nachfahren der republikanischen Exilierten entschädigen. Doch Puentes Direktive verfälscht den ursprünglichen Geist. Während das Gesetz von „Exilierten“ innerhalb eines bestimmten historischen Rahmens spricht, erlaubt die Direktive den Nachweis dieses Status durch Dokumente von politischen Parteien – ohne zusätzliche historische Belege zu verlangen. Nach Schätzungen, die in der Debatte genannt wurden, waren die tatsächlichen Exilierten nach Amerika nur wenige Zehntausende (etwa 25.000 nach Mexiko), und die echten Enkel dürften 300.000 nicht übersteigen.

Die politische und wahlbezogene Debatte

Das Argument, das bei Kritikern am meisten Gewicht hat, ist das wahltaktische. Wenn die Direktive politischen Parteien erlaubt, Zertifikate auszustellen, öffnet das Tür und Tor für eine massenhafte Verleihung der Staatsbürgerschaft zum Zweck der Wählergewinnung. Die Rede ist von bis zu einer Million neuen potenziellen Wählern. Die offizielle Antwort, die von nahestehenden Medien wiederholt wird, lautet, die PP (die konservative Oppositionspartei Spaniens) habe eine „identische“ Norm eingebracht, womit eine Wahlbeeinflussung ausgeschlossen sei. Der Trick, so die Analyse, liege jedoch nicht im Gesetz, sondern in der Direktive, die es ohne jede Begrenzung ausweitet. Der Streit ist entfacht – und derzeit ohne gerichtliche Klärung.

Die Zahl, die verunsichert: Während manche barely 300.000 echte Nachfahren berechnen, könnte die Direktive weit mehr Anträge auslösen. Wie viele parteiische Zertifikate werden ausgestellt? Diese Zahl ist nicht öffentlich. Das Ende der Debatte bleibt offen – mit einer Opposition, die gegen das skandiert, was sie als „Wahlbetrug“ betrachtet, und einer Regierung, die die Erweiterung der Rechte verteidigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (33 Antworten).

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