Four Roses, der Bourbon, der es in Mercadona geschafft hat und die Fans spaltet
Ein Bourbon vom Supermarktregal, ein Schleuderpreis und eine Frage, die immer wieder gestellt wird: Lohnt er sich, oder ist das nur ein gesüßtes Gebräu? Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt – und genau da beginnt das Problem. Denn Four Roses ist keine gewöhnliche Marke: Laut den Teilnehmern der Diskussion ist sie einer der wenigen Bourbons, die das US-Gesetz penibel einhalten, und trägt trotzdem einen Ruf mit sich herum, der über die Flüssigkeit im Glas hinausgeht.
Der Schlüssel liegt auf dem Etikett. Jede Flasche, die sich Bourbon nennen darf, muss strenge Regeln erfüllen: neue Eichenfässer, ein Mindestanteil Mais in der Mash Bill und ein kontrollierter Destillationsprozess. Four Roses hält all das ein. Das Problem ist nicht technischer Natur, sondern eine Frage der Wahrnehmung. Manche finden das Profil zu süß, fast wie Kölnisch Wasser, andere halten ihn für seinen Preis als ehrlichen Kauf. Die Preisspanne in großen Handelsketten liegt zwischen **12 und 20 Euro** – ein Bereich, der zum Ausprobieren einlädt, ohne den Geldbeutel zu leeren.
Was genau ist Four Roses und warum sorgt er für so viele Meinungen
Four Roses ist ein Kentucky-Bourbon mit langer Geschichte und einer Besonderheit: Seine Kombination aus zwei Mash Bills und fünf verschiedenen Hefen ergibt bis zu zehn Grundrezepturen, die anschließend gemischt werden. Das verleiht ihm ein blumigeres und fruchtigeres Profil als anderen, aggressiveren Bourbons. Für manche ist dieser Charakter eine Tugend, für andere eine Eigenart, die nicht dem entspricht, was sie von einem klassischen Bourbon erwarten.
Juristisch hat die Marke nichts zu verbergen. Das US-Gesetz verlangt, dass jeder Bourbon aus einer Maische mit mindestens 51 % Mais destilliert, in neuen, ausgebrannten Eichenfässern gereift und mit mindestens 40 % Alkohol abgefüllt wird. Four Roses erfüllt alles. Ob der Geschmack beim spanischen Publikum ankommt, das eher an schottischen Whisky und einheimische Brände gewöhnt ist, ist eine andere Frage.
Der Vergleich mit anderen Bourbons in ähnlicher Preisklasse liegt nahe. **Jim Beam** kostet in manchen Läden rund 11 Euro, **Wild Turkey 81** war bei Carrefour schon für 12,45 Euro zu haben. Das sind die natürlichen Konkurrenten. Gegenüber ihnen bietet Four Roses ein anderes Profil, milder und blumiger – das kann denen gefallen, die etwas weniger Aggressives suchen, und die enttäuschen, die die klassische Kraft eines Bourbons erwarten.
Preis ist nicht gleich Qualität: Das sagen diejenigen, die ihn probiert haben
Die Trinkerfahrungen gehen weit auseinander. Manche beschreiben ihn als Produkt, das für den Preis gar nicht schlecht ist, andere vergleichen ihn schlicht mit Kölnisch Wasser. Diese Meinungsverschiedenheit ist kein Zufall: Bourbon ist ein Destillat, das zur Polarisierung neigt. Seine natürliche Süße aus dem Mais und die Reifung in neuen Fässern verleihen ihm ein Profil, das niemanden gleichgültig lässt.
Auch der Kontext spielt eine Rolle. In Spanien hat der Bourbon weder die Tradition des schottischen Whiskys noch die des Brandy. Der durchschnittliche Gaumen ist daher auf seine Besonderheiten nicht trainiert. Ein gewohnter Scotch-Trinker kann den Bourbon als zu süß und holzig empfinden; ein Rum-Trinker findet ihn trocken und alkoholisch. Insofern ist Four Roses ein ebenso guter Einstieg wie jeder andere.
Die Debatte über das Preis-Leistungs-Verhältnis hat eine differenziertere Antwort, als es scheint. Für **weniger als 20 Euro** bietet Four Roses ein Produkt, das die Vorschriften einhält, eine Geschichte hinter sich hat und auf dem Etikett nicht täuscht. Ob das Profil gefällt, ist eine andere Sache. Das ist Geschmackssache, und über Geschmack streitet man nicht mit Daten.
Jenseits von Four Roses: das Problem mit Whisky, der sich als echt verkauft, aber keiner ist
Das Gespräch über Four Roses kommt schnell auf ein größeres Thema: die Echtheit des im Handel verkauften Whiskys. Manche behaupten, viele bekannte Marken seien nicht mehr das, was sie einmal waren, und Farbstoffe und Zusatzstoffe hätten freie Bahn. Der Lackmustest, so heißt es, sei der Farbstoff: In Deutschland muss er auf dem Etikett deklariert werden, so lässt sich erkennen, ob ein Whisky echt ist oder eine Nachahmung.
Das Oligopol der Branche liegt in den Händen von vier großen Konzernen: **Diageo, Pernod Ricard, Suntory und Bacardí**. Die meisten Marken, die man in den Regalen sieht, gehören zu einem davon. Das bedeutet nicht, dass sie schlecht sind, wohl aber, dass das Produkt immer gleichförmiger wird. Demgegenüber gibt es Familienbrennereien, die die Dinge weiter auf ihre Art machen, ohne Farbstoff und ohne Eile – wenn auch mit begrenzter Produktion und höherem Preis.
Beim Bourbon sind die gesetzlichen Vorgaben strenger als beim schottischen Whisky. Das spricht für Marken wie Four Roses, die sich bestimmte Abkürzungen nicht erlauben können. Das Etikett verrät alles: Steht dort **Bourbon** oder **Straight**, müssen die Regeln eingehalten werden. Steht nur Whisky drauf, sind die Vorschriften laxer. Das ist die Falle, in die manche Produkte tappen, die sich als Bourbon verkaufen, ohne einer zu sein.
Fazit: Lohnt sich Four Roses?
Das hängt davon ab, was du suchst. Wenn du einen ehrlichen Bourbon willst, der die Vorschriften einhält und einen Preis hat, der nicht abschreckt, ist Four Roses eine vernünftige Option. Suchst du ein kraftvolles, klassisches Profil, wirst du vielleicht enttäuscht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, aber nicht wundersam: Für **12 Euro** kann man keinen 40-Euro-Bourbon erwarten. Die Frage ist nicht, ob er gut oder schlecht ist, sondern ob er zu dem passt, was du erwartest. Und das weiß am Ende nur der eigene Gaumen.
Dieser Artikel basiert auf den Meinungen und Angaben der Diskussionsteilnehmer. Die Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Händler und Datum variieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (463 Antworten).