Forum-Theorie: Zweiter Kiew-Angriff mit 30-Tage-Ultimatum

Ein Forum diskutiert einen möglichen zweiten russischen Angriff auf Kiew, gestützt auf militärische Ansammlungen in Belarus und ein Gerücht über ein 30-Tage-Ultimatum.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forum-Theorie: Zweiter Kiew-Angriff mit 30-Tage-Ultimatum
Kiew, zweiter Ansturm: Russisches Material sammelt sich an der Grenze

Da Lyman nun unter ukrainischer Kontrolle steht – und laut einem Teilnehmer dort keine regulären russischen Truppen kämpfen, nur Milizen der selbsternannten Republiken Luhansk und Donezk –, ist die Diskussion über Kiews Gegenoffensive beendet. Die Frage lautet jetzt, wohin Moskau als Nächstes blickt. Ein Teilnehmer vertritt die These, das Ziel sei nicht der Donbas, sondern ein erneuter Versuch, Kiew zu stürmen. Und diesmal, sagen sie, bis zum Ende.

Diese Prämisse basiert nicht auf Wunschdenken. Laut ihren Befürwortern stützt sie sich auf logistische Beobachtungen: Material, das sich an bestimmten Punkten ansammelt, und wie in einem Thread-Kommentar erwähnt, Züge voller Militärausrüstung.

Drei-Akt-Kalender deutet auf russisches Ultimatum hin

Die am häufigsten wiederholte Prognose verkettet drei Akte. Erstens hat Moskau nach dieser Lesart bereits eine Einstellung der Feindseligkeiten gegen Gebiete gefordert, die es als Teil der Föderation betrachtet. Zweitens wird die Ukraine, von Verbündeten gedrängt und durch Siege ermutigt, sich nicht an den Verhandlungstisch setzen. Drittens wird dem ukrainischen Staat ein Ultimatum gestellt, mit einer geschätzten Frist von etwa 30 Tagen, der Zeit, die für die Ausbildung und geordnete Stationierung der Soldaten berechnet wird.

Nach diesem Datum würde sich, so diese Deutung, Februar wiederholen, aber ohne Zurückhaltung. Das Fazit der Theorie ist, dass Russland kein weiteres ukrainisches Gebiet annektieren, sondern eine regierungstreue Regierung in Kiew einsetzen würde. Und Selenskyj wäre in dieser Hypothese nicht mehr an der Macht, wenn es passiert. Der Verfechter gibt zu, dass er sich irren könnte, stellt aber die Frage, die Gegner ohne schnelle Antwort lässt: Wenn keine Absicht besteht, vorzurücken, warum wird dieses ganze Material nach Belarus und an die ukrainische Grenze geschickt?

Warum sammelt sich Militärmaterial in Belarus?

Die andere Seite antwortet, es handle sich um eine weitere Finte. Die Logik des Krieges hat bereits eine genutzt: Die erste Offensive auf Kiew hatte laut offizieller Darstellung nicht die Eroberung der Hauptstadt zum Ziel, und dies wäre eine Wiederholung des Skripts. Das Problem ist, dass die Anhäufung Namen und Koordinaten hat. Ein Teilnehmer behauptet, Züge voller verschiedener Militärausrüstung seien aus dem Raum Samara nach Westen unterwegs, was bisher im Verlauf der Operation noch nicht beobachtet wurde. Es ist auch die Rede von „fast einem mobilisierten Armeekorps an Material“, dem nur noch das Personal fehle.

Der Großteil der Analyse bleibt jedoch skeptisch. Der Hauptgrund ist die Größenordnung: Eine Stadt wie Kiew wird nicht mit dem besetzt, was vor Ort übrig bleibt.

Das 30-Tage-Problem: Niemand bildet sich in einem Monat aus

Der schwächste Punkt der Prognose ist die Frist. In 30 Tagen bereitet man niemanden auf etwas Ernsthaftes vor, und die Militärgeschichte bestätigt dies: Als Deutschland im Zweiten Weltkrieg in Bedrängnis geriet, kürzte Guderian die Ausbildung der Panzerbesatzungen von 15 Monaten auf 12 Wochen, rein aus Notstand, nicht weil es ausreichend war. Funktionierende Armeen halten Profis jahrelang in kontinuierlicher Rotation.

Daher scheint das Datum für den zweiten Ansturm optimistisch. Die erwähnte beschleunigte Rekrutierung – Leute ohne Vorerfahrung – hält einem Aufprall auf organisierte Verteidigungen kaum stand.

Hat Kiew strategischen Wert oder ist es ein Ressourcenkrieg?

Eine Strömung hält die Frage selbst für falsch. Kiew hätte keinen relevanten strategischen oder industriellen Wert. Dies wäre vor allem ein Ressourcenkrieg: Krim als Brückenkopf zur Ebene Richtung Moskau und wegen des Gases in seinen Gewässern; Donezk und Luhansk wegen Kohle; Saporischschja, weil es Wasser für die Krim liefert. Nach dieser Lesart wäre die Einnahme der Hauptstadt teuer und nutzlos, die Anstrengung würde sich auf die Konsolidierung des Südens und Ostens konzentrieren.

Das Gegenargument der anderen Seite lautet, dass die russische Armee, oder was von ihr übrig ist, heute eine geschlagene Kraft im Rückzug sei und zwangsweise Rekrutierte keine Woche an der Front durchhalten würden.

Erobertes Gelände und der Schlamm-Faktor

Laut einem Teilnehmer haben einen Monat ukrainischer Vorstöße das seit April von russischen Kräften Eroberte mehr als vervierfacht. Hinzu kommt, dass jede großangelegte Offensive warten muss, bis der Boden friert – um festgefahrene Kolonnen im Schlamm zu vermeiden –, wodurch der Kalender eng wird.

Genau hier hakt die Analyse: Ob das gestapelte Material die Vorstufe eines zweiten Angriffs auf Kiew ist oder eine Ausrede, um den Winter durchzuhalten. Die Züge nach Westen sind real. Das Ziel noch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (134 Antworten).

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