Friedensplan für Ukraine: Donezk und Luhansk werden russisch

Donezk, Luhansk und Krim unter russischer Kontrolle: Der diskutierten Friedensszenario sieht die Ukraine in der EU sowie Finnland und Schweden in der NATO.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Friedensplan für Ukraine: Donezk und Luhansk werden russisch
Der Plan, der Donezk und Luhansk übergibt und die Krim ignoriert

Sieben Monate nach Kriegsbeginn stellt sich nicht mehr die Frage, wer an der Front gewinnt, sondern was unterschrieben wird und wer es als Sieg verkauft. Auf dem Tisch liegt laut dem am häufigsten kursierenden Szenario die Annexion von Donezk und Luhansk sowie, als selbstverständlich angesehen, die Krim. Der Rest ist Inszenierung: Der ukrainische Präsident erhält internationalen Applaus, und die Ukraine kehrt an ihren Platz zurück. Das Problem ist, dass die Front diese Drehbuchversion nicht gelesen hat.

Was würde ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine beinhalten?

Die am meisten wiederholte Version basiert auf zwei Prämissen: Die Regionen Donezk und Luhansk verbleiben bei Russland, und über die Krim wird gar nicht erst diskutiert. Die Parlamente beider Regionen haben Referenden zum Beitritt zu Russland genehmigt, während Cherson und Saporischschja denselben Weg einschlagen. Die berechtigte Zweifel besteht darin, ob das Ergebnis dieser Abstimmungen etwas vor Ort ändert oder nur das bereits Besetzte absichert. Die Kernthese lautet, dass Moskau zwei energiereiche Gebiete integriert und der Ukraine den Zugang zum Asowschen Meer versperrt.

Das Drumherum hat seine eigene Liturgie. Es wird von einem Pakt gesprochen, den jede Seite als Triumph darstellen kann: Russland annektiert russischsprachige Bevölkerung, Kiew zeigt, dass die Truppen die großen Städte im Westen nicht erreichten, und ein Friedensnobelpreis rundet die Vorstellung ab. Erdogan wird als Erster genannt, der Fühler nach einer Verhandlungslösung ausstreckt. Die Ironie spricht für sich, doch man sollte sie von den Fakten trennen: Nichts ist unterschrieben, und die ursprünglichen russischen Bedingungen haben sich seit Tag eins nicht bewegt.

Für Kiew ist jeder Text, der den Verlust von Territorium anerkennt, eine rote Linie; für Moskau bedeutet der Verzicht auf das bereits Annektierte zuzugeben, dass die Operation umsonst war. Mit diesen beiden Ausgangspunkten ist der Verhandlungsspielraum ein schmaler Flur.

Der Widerspruch eines Sieges, den man nicht kassieren kann

Das erste Problem ist territorialer Art. Man verhandelt nicht über das, was man nicht kontrolliert, und Donezk und Luhansk sind nicht vollständig in russischer Hand, was ihre Annexion zu einem Versprechen auf Raten macht. Einige Analysen behaupten das Gegenteil: Dass Russland die reichste Region des Landes behalten habe, dass seine Wirtschaft besser halte als die europäische und dass seine Berufsarmee monatelang gegen das Material der gesamten NATO standgehalten habe, ohne zusammenzubrechen. Andere zeichnen das gegenteilige Bild mit einer nachgebenden Front und einer unsicheren Lage auf der Krim.

Beides kann gleichzeitig wahr sein, und hier liegt die Blockade. Ein Land zu entmilitarisieren, dessen Nachbarn es bis an die Zähne bewaffnen, ist ein Ziel, das sich entfernt, je mehr man es verfolgt. Den Krieg gewinnen und den Nachkrieg verlieren passt in einen Satz, und man muss kein Prophet sein, um das zu sehen.

Finnland, Schweden und die strategische Rechnung

Die zweite Bilanz ist nicht militärisch, sondern geopolitisch: Die Ukraine, Finnland und Schweden bleiben unter dem atlantischen Schirm und fern vom russischen Einflussbereich für Generationen. Dass Schweden faktisch schon seit Jahren mit der NATO kooperierte, mindert nicht das Gewicht der Wende; was sich ändert, ist, dass sie nun explizit ist. Auch die These kursiert, dass der EU-Beitritt der Ukraine eine russische Niederlage wäre, selbst ohne gemeinsame Armee, weil der Vergleich der Lebensstandards die Nachbarn aus dem russischen Wirtschaftsraum drängen würde.

Parallel stützt sich das Moskauer Narrativ auf Asien: multipolare Gesellschaft, geplante Pipelines nach China und Peking als Partner. Der Gegenpunkt ist, dass die Technologie zur Komprimierung und zum Transport dieses Gases von westlichen Anbietern abhängt, und keine Infrastruktur dieser Größenordnung lässt sich improvisieren. Die Hinwendung zu Asien wird schneller angekündigt, als sie gebaut wird.

Von der Ukraine zu Marokko: Wo die Diskussion zerfasert

Ein guter Indikator dafür, dass ein Argument erschöpft ist, ist, wenn das Gespräch den Kontinent wechselt. An einem Punkt des Austauschs driftete alles hin zur spanischen Militärfähigkeit: Manche sprechen von 8.000 tatsächlich kampfbereiten Soldaten und einer Armee ohne Reserven; andere erwidern, dass die marokkanische Landstreitmacht Hunderttausende zählt. Die Zahl, die in dieser Diskussion fällt, ist 500.000 Soldaten, ohne Quelle und mit mehr Streit als Analyse.

Die Abschweifung hat ihren Reiz und auch ihren Nutzen: Sie zeigt, dass der Ukraine-Krieg als Spiegel dient, um über alles Mögliche zu sprechen, einschließlich der eigenen Verteidigung. Wenn eine außenpolitische Debatte in Konflikthypothesen mit dem südlichen Nachbarn endet, ist das Gespräch über das Friedensabkommen bereits über Bord geworfen worden.

Der Multiplikator, den niemand schriftlich festhalten will

Die zugrunde liegende Asymmetrie lässt sich in einer einfachen Rechnung zusammenfassen: Russland kämpft gegen ein Land, das von einer Allianz getragen wird, die 840 Millionen Menschen gegenüber 115 Millionen vereint. Hinzu kommt eine zusätzliche Mobilmachung von 300.000 Männern, die Moskau beschloss, als die Front sich nicht mehr zu seinen Gunsten bewegte. Dass Kiew mit dieser Unterstützung durchhält, macht den Krieg nicht zu einem Spaziergang, aber zu einem Abnutzungskampf, in dem industrielle und finanzielle Kapazität schwerer wiegt als jede Epik. Der Rückzug aus Afghanistan wird als Erinnerung daran zitiert, dass die größte Militärmacht der Welt bereits einen demütigen und teuren Ausstieg unterschrieben hat.

Ob unterschrieben oder nicht: Der skizzierte Deal löst nichts. Er hinterlässt eine umstrittene Grenze, einen Wiederaufbau, der mit fremdem Geld bezahlt wird, und einen Teil der Bevölkerung, der überzeugt ist, verraten worden zu sein. Die Kehrseite des Nobelpreises ist, dass jemand in einigen Jahren erklären muss, was genau in Donezk unterschrieben wurde. Dort, und nicht in der Schlagzeile, gerät die Analyse ins Stocken.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (153 Antworten).

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