EZB reduziert spanische Staatsanleihen um 109,5 Milliarden Euro

Die EZB hat ihre Bestände an spanischen Staatsanleihen seit dem Höchststand um 109.546 Millionen Euro abgebaut; ihr Anteil an der Emission des Tesoro ist von fast 40 auf 22 Prozent gefallen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

EZB reduziert spanische Staatsanleihen um 109,5 Milliarden Euro
Die EZB wirft Ballast ab: 109.546 Millionen Euro weniger an spanischen Staatsanleihen

Jahrelang gab es einen Käufer, der nie über den Preis feilschte. Dieser Käufer geht jetzt. Die EZB hat ihre Bestände an spanischen Staatsanleihen seit dem Höchststand um 109.546 Millionen Euro reduziert: Im Juli hielt sie 304.028 Millionen, weit entfernt vom Rekord von 413.574 Millionen aus dem Jahr 2022. Ihr Anteil an den Emissionen des Tesoro (der spanischen Schuldenverwaltung) ist von fast 40 auf rund 22 Prozent gefallen. Das Paradox – und das ist der entscheidende Punkt – ist, dass hinter dieser Bewegung keine Entscheidung gegen Spanien steckt.

Die EZB reinvestiert nicht mehr: So entleert sich das Portfolio

Der Mechanismus ist fast administrativ. Das Eurosystem baut seine APP- und PEPP-Portfolios ab, weil es die Tilgungsbeträge fälliger Anleihen nicht mehr reinvestiert. Jede Fälligkeit, die kommt und nicht wieder angekauft wird, verringert den Bestand ein wenig mehr. Es gibt keinen Verkaufsauftrag, nur eine Entscheidung, nicht mehr zu kaufen – und das kumulierte Ergebnis über Monate ist dieser Rückgang von über hundert Milliarden.

Ein Teil der Analyse, vorgetragen von einem Teilnehmer der Diskussion, besagt, dass die EZB 2022 aufgehört hat, Staatsanleihen zu kaufen, und dass seitdem nicht zulässig ist, die Notenbank zur Refinanzierung der Schulden eines Staates zu nutzen. Sie häuft weiterhin Wertpapiere in ihrer Bilanz, ja, aber sie verlängert sie bei Fälligkeit nicht. Das ist der Punkt, der meist verschwiegen wird: Der Hahn wurde nicht abrupt zugedreht, er wurde einfach nie wieder aufgedreht.

Warum Spanien keinen Angriff erleidet, ihn aber trotzdem spürt

Niemand hat dem spanischen Tesoro den Krieg erklärt. Und trotzdem ist der Wechsel des Regimes für Spanien enorm. Jahrelang agierte das Eurosystem als außergewöhnlicher Käufer von Schulden, und dieses Sicherheitsnetz schrumpft, während der Staat weiterhin Finanzierungsbedarf hat. Die Finanzierung verschwindet nicht: Es verschwindet der außergewöhnliche Käufer, der den Markt gestützt hat.

Das bedeutet, dass der Markt einen größeren Teil der Emissionen absorbieren und entscheiden muss, zu welchem Preis er Spanien noch Geld leihen will. Übersetzt: mehr Konkurrenz bei jeder Emission und weniger Spielraum, die Kosten zu ignorieren.

Zweifel an der Quelle der Daten und am Tempo des Rückgangs

Nicht jeder kauft die Zahl einfach ab. Eine skeptische Stimme warnt, dem Medium zu misstrauen, das die Aufschlüsselung veröffentlicht, und verweist auf grobe Fehler in früheren Texten zu Vorschriften. Zudem sei das Tempo des Abbaus schwer vereinbar: vom Kauf fast nichts zum Abstoßen des Portfolios in so kurzer Zeit.

Demgegenüber passt die mechanische Erklärung über die Fälligkeiten besser als jede Theorie eines massiven, koordinierten Verkaufs. Und ein Teilnehmer weist auf einen oft vergessenen Faktor hin: Die europäischen Next-Generation-EU-Mittel funktionierten als Verlängerung der Feier – Geld, das über einen anderen Weg hereinkam, während die Notenbank durch die Hintertür geht.

Renten, Staatsausgaben und das französische Beispiel

Wenn sich der Käufer letzter Instanz zurückzieht, ist die Frage nicht mehr technisch. Eine andere Strömung vermischt die geldpolitische Straffung mit Sozialausgaben und der Migrationsdebatte und hält das aktuelle System der Zusagen für unhaltbar. Das ist eine politische These, keine Zahl: Die EZB-Daten sagen nur, wer die Schulden kauft und in welchem Tempo.

Auch nach Frankreich wird geblickt, wo Rentner und Beamte als die Ersten genannt werden, die die Rechnung zahlen, und diskutiert wird, welche europäischen Regierungen Spielraum zum Sparen haben, ohne dass ihnen die Straße brennt. Unter allem liegt eine Intuition, die selbst die teilen, die sonst uneinig sind: Die billige Energie, die das Modell getragen hat, ist vorbei.

Mit diesen Zahlen lautet die Frage nicht mehr, ob die EZB wieder kaufen wird, sondern zu welchem Zinssatz der Tesoro jede Fälligkeit ohne Käufer unterbringen muss. Was, wenn die 22 Prozent in Wahrheit das Polster waren?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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