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Spaniens Staatsverschuldung erreicht Rekordwert von 1,646 Billionen Euro
Die spanische Staatsverschuldung stieg im Februar auf 1,646 Billionen Euro. Das Verhältnis zum BIP lag zuletzt bei 101,8 Prozent.
Neuer Rekord: Spaniens Staatsverschuldung bei 1,646 Billionen Euro
Wie hoch ist die Verschuldung Spaniens? Laut Banco de España belief sich die Staatsverschuldung Ende Februar auf 1,646 Billionen Euro. Die vom Aufseher veröffentlichte Zahl entspricht einem Anstieg von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat: 42.051 Millionen Euro zusätzlich in zwölf Monaten. Allein im letzten Monat wuchs das Volumen um 16.906 Millionen Euro, ein Plus von 1,04 Prozent. Der Wert wird oft mit dem BIP relativiert: Das letzte verfügbare Verhältnis, aus Dezember, liegt bei 101,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit unter den vom Staat zugesagten 102,5 Prozent für das Jahresende.
Die offizielle Lesart lautet, dass die Verschuldung stabilisiert werde. Blickt man jedoch auf die historische Zeitreihe, ergibt sich ein anderes Bild: Jeder neue Monat markiert einen absoluten Höchststand, denn die Staatsverschuldung sinkt nicht; sie wird lediglich ins Verhältnis zu einem wachsenden BIP gesetzt.
Wie hoch ist die tatsächliche Verschuldung inklusive der Regionen?
Der Wert des Banco de España erfasst nicht den gesamten öffentlichen Sektor. Nach einer im öffentlichen Diskurs kursierenden Berechnung müsste zur staatlichen Verschuldung auch die der Autonomen Gemeinschaften (regionale Verwaltungseinheiten) addiert werden, die bei rund 500.000 Millionen Euro liegt. Damit würde die Gesamtsumme 2,1 Billionen Euro übersteigen. Manche argumentieren sogar, dass die offizielle Buchhaltung weitere Posten – wie Pensionsverpflichtungen, Bürgschaften und Sondervermögen – verschleiere, was die Gesamtschuld auf zwei Billionen Euro oder mehr treiben könnte.
Dies ist der erste Riss im offiziellen Narrativ: In dieser Betrachtungsweise ist die publizierte Schuld nicht die gesamte Schuld. Was im statistischen Bulletin erscheint, ist eine Momentaufnahme, die aus Bequemlichkeit zur offiziellen Darstellung wurde.
Warum steigt die Schuld, obwohl die Quote sinkt?
Hier liegt der Knackpunkt, der viele Kritiker irritiert. Der zentrale Indikator ist nicht das absolute Volumen, sondern das Verhältnis zum BIP. Wenn das Wirtschaftswachstum schneller ist als die Schuldenzunahme, sinkt die Quote und die Schlagzeilen sind positiv. Steigt das BIP jedoch maßgeblich durch schuldenfinanzierte Staatsausgaben, wie einige Beobachter anmerken, entsteht ein Teufelskreis. Das Wachstum, das die Quote optisch verbessert, wäre teilweise dieselbe Verschuldung, die sie real erhöht.
Das BIP wächst zudem nicht immer. Eine Krise im Tourismussektor, eine Schwäche in Europa oder ein sogenannter Schwarzer Schwan genügen, damit der Nenner schrumpft und die Quote explodiert, ohne dass zusätzliche Kredite aufgenommen wurden.
Geld entsteht durch Kredit: Das Argument hinter der Debatte
Eine Strömung der Analyse beschränkt sich nicht auf buchhalterische Details. Sie vertritt die These, dass in einem System mit Fiat-Geld fast die gesamte Geldmenge durch Kredit geschaffen wird. Demnach ist Verschuldung keine Anomalie, sondern der Mechanismus selbst. Unter dieser Logik stellt sich nicht die Frage, wie die Schulden getilgt werden, sondern wer die Zinsen erhält und welchen Handlungsspielraum die Schuldner haben.
Die Gegenposition repliziert mit technischer Kälte: Solange der Markt Staatsanleihen kauft und die Zentralbank den Markt stützt, ist es ein Vertrauensproblem, kein Lösungsproblem. Ein oft zitiertes Datenpunkt im europäischen Finanzsystem besagt, dass drei von vier Euro an neuem Kredit dazu dienen, bestehende Schulden umzufinanzieren, statt neue Aktivitäten zu finanzieren. Die Musik spielt weiter, weil niemand sie stoppen will.
Renten und Zinsniveau: Die Rechnung kommt noch
Das Szenario, das bei Skeptikern am meisten Konsens findet, ist nicht der plötzliche Bankrott, sondern eine schleichende Erstickung. Die Schulden werden zu Zinskonditionen refinanziert, die deutlich höher sind als in der vergangenen Dekade. Wenn der Höhepunkt der Rentenausgaben auf ein Hochzinsumfeld trifft, wird der Schuldendienst einen erheblichen Teil des Haushalts beanspruchen, der heute für Subventionen diskutiert wird.
Experten warnen vor unvermeidbaren Einschnitten, die nicht unbedingt direkt vom BOE (Boletín Oficial del Estado, das Amtsblatt Spaniens) angeordnet werden müssen.
Vergleiche mit Frankreich oder den USA lösen nichts
Das häufigste Verteidigungsargument ist der internationale Vergleich: Wenn die USA über 120 Prozent des BIP liegen und Frankreich ebenfalls steigende Quoten zeigt, steht Spanien nicht schlecht da. Dieses Argument hat laut Kritikern ein Symmetrie-Problem: Länder, die in ihrer eigenen Währung und mit eigener Zentralbank verschuldet sind, verfügen über Instrumente, die in der Eurozone fehlen. Zudem verkürzt die Tatsache, dass andere schneller auf den Abgrund zusteuern, nicht unsere eigene Distanz.
Die spanische Staatsverschuldung reiht Rekord an Rekord. Die Meldung, dass die Quote sinke, funktioniert nur, solange niemand genau auf den Zähler schaut. Es bleibt abzuwarten, ob die nächste Regierung den Mut hat, gegenzusteuern.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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