Erwartete Preisrückgänge bleiben aus – Stattdessen Steigerungen von bis zu 13 %
Der Euribor schloss den Juli mit einem Durchschnittswert von 4,149 %, dem höchsten Stand seit fünfzehn Jahren. Auf dieser Zahl basiert die häufigste These in den Foren: Die Preise müssten fallen, tun es aber nicht. Die Immobilienportale bestätigen dies vorerst nicht. In den letzten zwölf Monaten verzeichneten alle autonomen Gemeinschaften Spaniens Preisanstiege, von 13 % auf den Balearen bis zu 0,3 % in Melilla. Seit dem Höhepunkt der Blase von 2008-2011 gibt es zwar einen Rückgang, doch dieser ist in den noch aktiven Inseraten nicht sichtbar.
Warum hat der Euribor die Preise noch nicht gedrückt?
Das am häufigsten angeführte Argument besagt, dass der Euribor eine starke, aber verzögerte Kraft darstellt. Ein Jahr Anstieg hat gereicht, um weitere Preissteigerungen zu bremsen; die Trendwende wurde jedoch noch nicht erreicht. Bei den aktuellen Zinssätzen verdoppelt sich laut eines anderen Nutzers die Gesamtkosten einer Hypothek im Vergleich zur Finanzierung von 2021, was die Kaufkraft derer, die auf Bankfinanzierung angewiesen sind, direkt beeinträchtigt.
Das Szenario ist kein Zusammenbruch, sondern ein Patt. Wer mit Ersparnissen kauft, bemerkt nichts; wer eine Hypothek braucht, spürt alles. Dieser zweigeteilte Markt erklärt, warum relative Senkungen und stabile Preise koexistieren können und warum die Entwicklung weniger vom Land als vom Postleitzahlbereich abhängt. Währenddessen wächst die Skepsis: Was, wenn die Preise nicht fallen, sondern einfach keine Transaktionen mehr stattfinden?
Immobilien für 45.000 Euro: Wohnungen, die niemand will
Hier liegt der Teil, der die Statistik bricht. Ein Nutzer berichtet, dass er 75-Quadratmeter-Wohnungen, sechzig Jahre alt, aber intakt, für unter 45.000 Euro gekauft habe. Ein anderer nennt das Beispiel einer neuen Anlage mit drei Zimmern, 103 Quadratmetern und Garagenplatz für 64.000 Euro in Torreagüera (Murcia), einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern, wo die Miete bei 600 Euro liegt, was laut einem dritten Teilnehmer halb so hoch sein sollte. Keines dieser Beispiele bewegt den Gesamtindex.
Die zunehmend akzeptierte Erklärung ist simpel: Was sich nicht verkauft, ist wertlos. Verfallene Wohngebäude, in Stadtteilen, in denen niemand Kinder großziehen möchte, in Gebäuden mit Eigentümergemeinschaften, die nicht einmal die Fassadenrenovierungskosten tragen. Wenn etwas in gutem Zustand und zu Marktpreisen erscheint, verschwindet das Inserat innerhalb einer Woche. Heute ist die Qualität, nicht der Preis, der eigentliche Filter.
Reise nach Jerusalem und Zuwanderung erhöhen die Nachfrage
Ein Teil der Analyse geht davon aus, dass das Angebot durch demografische Faktoren knapper wird. Die gängige Rechnung: Wenn 300.000 Menschen in eine Stadt wie Barcelona kommen, werden etwa 50.000 Wohnungen benötigt, belegt legal oder faktisch. Weniger Stühle als Spieler. Andere entgegnen, dass diese Zuwanderer nicht kaufen: Sie teilen Zimmer und setzen den günstigen Mietmarkt unter Druck, nicht den Wohnungsmarkt für Objekte im Wert von 350.000 Euro.
Hier greift der rechtliche Rahmen. Das Ley de Vivienda (Wohngesetz) hat die Position des Mieters gestärkt, und viele Prognosen kommen zu dem Schluss, dass vorsichtige Vermieter entweder die Einstiegshürden erhöhen oder die Wohnungen leer stehen lassen. Es wird argumentiert, dass Zahlungsausfälle zunehmen werden und Modelle des geteilten Wohnraums in faktische Besetzungen übergehen könnten. Dies sind Vorhersagen, keine gesicherten Zahlen.
Notverkauf oder Abwarten: Die zwei möglichen Ausgänge
Die am hartnäckigsten verteidigte Strategie ist das Durchhalten. Wer bereits Wohneigentum besitzt und weder belehnt noch gehebelt ist, gewinnt laut einem Teilnehmer in jedem Szenario: Steigen die Preise, steigt sein Vermögenswert; fallen sie, bezieht er weiterhin Mieteinnahmen.
Auf der anderen Seite bleiben die Fälle, die die Statistik nie erfasst: Der Eigentümer, der Liquidität braucht und akzeptiert, was ihm geboten wird, oder die Wohnung, die aufgrund ihres Zustands oder ihrer Lage unverkäuflich bleibt.
Preiskontrolle: Wer hat das letzte Wort?
Die Frage, die verwirrt, lautet: Was passiert, wenn der Markt nicht von selbst sinkt? Manche rechnen mit Preisobergrenzen und sogar Enteignungen, falls der Staat die Kosten für die Unterbringung der Arbeitskräfte tragen muss, die für die Reindustrialisierung nötig sind. Dem gegenüber steht die These des geduldigen Kapitals: Fonds mit zurückgehaltenen liquiden Mitteln warten auf den Crash, um Wohnraum in Großstädten aufzukaufen und den Markt zu dominieren.
Keines von beiden ist bisher eingetreten. Der Ausgangspunkt bleibt derselbe: Euribor bei 4,149 %, Preise, die in den im Forum diskutierten Daten nicht nachgeben, und ein Käufer, der die Inserate mit dem Gefühl betrachtet, überall zu spät zu kommen. Ob der spanische Immobilienmarkt fallen wird oder nicht, ist eine Diskussion, die oft als bereits entschieden abgetan wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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