Es-Alert: drei Warnungen in einer Woche für 9, 10 und 0 Liter Regen

Drei Es-Alert-Warnungen in einer Woche in Spanien für 9, 10 und 0 Liter pro Quadratmeter: Der Alarmton lässt sich nicht abschalten, und viele deaktivieren das gesamte System

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Es-Alert: drei Warnungen in einer Woche für 9, 10 und 0 Liter Regen
Der Krieg gegen den Es-Alert-Piepton: 0 Liter und Flugmodus

Das spanische drahtlose Warnsystem hat sich von der Ankündigung von Katastrophen zur Ankündigung von fast allem entwickelt. Am Sonntag um 8:30 Uhr morgens, als die meisten Menschen noch zu Hause waren, ertönten in der Region Valencia erneut Tausende Handys mit einer Es-Alert. Stunden zuvor, um 6:49 Uhr, war eine weitere eingegangen, die viele mit der primitivsten Methode vermieden: Flugmodus. Der hohe Piepton —programmiert, um bis zu einer Minute weiterzugehen, wenn man nicht auf "OK" drückt— lässt sich nicht separat stummschalten. Deshalb haben sich einige Betroffene entschieden, das gesamte System zu deaktivieren, Ton und visuelle Warnung inklusive.

Was ist am Wochenende mit den Es-Alert-Warnungen passiert?

Die Abfolge wiederholt sich seit Tagen: drahtlose Warnung, vorsorgliche Ladenschließungen und das Gefühl, umsonst gewarnt worden zu sein. Das Fitnessstudio teilte mit, dass es nicht öffne; Mercadona und Consum brachten die Schließung auf 19:00-20:00 Uhr vor, "als ob ein Meteorit herabstürzen würde", und am Vormittag war kein Tropfen gefallen. In Castellón wurde die Zugstrecke Richtung Levante wegen Regens ohne sichtbare Schäden an den Gleisen gesperrt, und die betroffenen Reisenden blieben am Boden.

Kann man nur den Ton der Warnung abschalten?

Nicht über die Einstellungen. In Spanien verkaufte Handys sind so konfiguriert, dass sich die drahtlose Warnung nicht selektiv stummschalten lässt: Entweder es ertönt alles oder gar nichts. Wer die visuelle Warnung behalten, aber den Ton loswerden will, greift am Ende zu adb-Befehlen im Entwicklermodus – ein Mittelweg zwischen dem normalen Nutzer und einem vollständigen Root. Manche frieren den Dienst einfach mit erweiterten Verwaltungstools ein, andere setzen auf Geräte mit alternativen Betriebssystemen, wobei dieser Weg die Geräteauswahl stark einschränkt und die Warnung nicht in allen Fällen beseitigt.

Wie viele Liter rechtfertigen drei Warnungen in einer Woche?

Hier liegt die Zahl, die den Ärger speist. Drei aufeinanderfolgende Warnungen vor Starkregen brachten laut den vorliegenden Aufzeichnungen 9 Liter pro Quadratmeter bei der ersten, 10 bei der zweiten und 0 bei der dritten – letztere inklusive Bewegungsverbot. Parallel dazu endete eine Warnung mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit für Gewitter ohne einen Tropfen und ohne einen einzigen Blitz. Das Gefühl, dass das System übervorsichtig warnt, hat eine logische Erklärung: Die Kosten eines Fehlers in die andere Richtung sind unvergleichlich höher.

Zu viel warnen oder zu wenig?

Das Argument der flächendeckenden Abdeckung stützt sich auf ein Ereignis, das niemand wiederholen will. Nach der DANA-Flutkatastrophe in Valencia mit rund 200 Toten will keine Verwaltung diejenige sein, die die Nachricht nicht gesendet hat. Aber die vorsorgliche Alarmierung hat einen bekannten Nebeneffekt: Wenn die Warnung jede Woche kommt, liest man sie nicht mehr. Und da erscheint die harscheste Kritik – dass das System bevormundet, dass es die Bürger behandelt, als könnten sie kein Radar lesen – neben der ebenso vernünftigen Verteidigung derjenigen, die daran erinnern, dass wir nie erfahren werden, wie viele Leben eine rechtzeitige Nachricht gerettet hat.



Bei diesem Muster ist absehbar, dass die Warnungen weiter kommen, wann immer das Radar Wasser über der Levante-Küste erkennt, dass sich der Piepton weiterhin nicht stummschalten lässt und dass immer mehr Menschen lernen, ihn selbst zu deaktivieren. Wie viele das am Ende tun werden und was passiert, wenn die Warnung das nächste Mal ernst gemeint ist, hat noch niemand gemessen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (53 Antworten).

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