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El Corte Inglés: Rekordgewinne, aber alternde Kundschaft
El Corte Inglés erzielt mit 359 Millionen Euro das beste operative Ergebnis seit 2009, während die junge Kundschaft zu Online-Händlern abwandert.
El Corte Inglés: Rekordgewinne und eine alternde Kundschaft
El Corte Inglés hat kein Preisproblem, sondern ein Kundenproblem. Die letzte Weihnachtsbesorgung eines Taxifahrers – mit Einkaufsliste seiner Frau und einem Budget von dreißig Minuten – endete in einem beliebigen Einkaufszentrum. Sein Bericht fasst die Kritik zusammen: schwache Beleuchtung, geöffnete und beschädigte Konsolenverpackungen sowie eine Elektronikabteilung, deren Erklärungen ihm nicht glaubhaft erschienen. Er sah keinen einzigen jungen Menschen. Das Durchschnittsalter der Kundschaft, so schätzt er, lag über sechzig.
Was als Anekdote über Zeitmangel begann, entwickelte sich zu einer informellen Prüfung des Kaufhauses: Preise, Service, Publikum, Finanzen und Zukunft. Fast tausend Tage an Gesprächen ergeben viel Material, und nicht alle Aussagen zeigen auf denselben Schuldigen.
Die gescheiterte Besorgung bei El Corte Inglés
Der Ausgangspunkt ist konkret. Ein Fahrer betritt das Geschäft mit einer Geschenkliste und verlässt es mit dem Gefühl, seine Zeit verschwendet zu haben. Zuerst fällt ihm die schlechte Beleuchtung auf; dann die geöffneten und beschädigten Verpackungen der Konsolen; schließlich die Antwort der Verkäuferin, dass die Produkte vor dem Verkauf überprüft werden, falls Teile fehlen könnten. Er interpretiert dies als getarnte Rücksendungen, obwohl niemand im Szenario dies bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme der Kette fehlt.
Der Vergleich ist schmerzhaft. Dieselbe Aufgabe wird in einem Einkaufszentrum in weniger als zwanzig Minuten erledigt, mit freundlichem Personal. Die Schlussfolgerung ergibt sich von selbst: Wenn die Besorgung außerhalb besser läuft, warum dann noch eintreten? Diese Frage strukturiert die gesamte weitere Diskussion.
Warum gilt El Corte Inglés als Sache für Ältere?
Weil dies der vorherrschende Eindruck unter denen ist, die die Elektronik- und Jugendmodeabteilungen durchstreifen. Das hohe Durchschnittsalter taucht in mehreren Berichten auf. Manche verbinden es mit der Kaufkraft: Ein älterer Kunde würde die Kaufkraft von zwanzig Jugendlichen bündeln, die ohne Geldbeutel durch ein Einkaufszentrum schlendern. Das Argument hat Logik, aber auch einen Haken: Es misst die Gegenwart am Bon eines einzelnen Nachmittags, nicht an Gewohnheiten.
Der andere Ansatz ist unbequemer. Einige Stimmen verteidigen das Haus als Ort mit weniger sozialer Durchmischung – ein Klassenargument, das offen ausgesprochen wird und ebenso viel erklärt wie das Preisthema. Dem gegenüber steht der junge Käufer, der das Problem vor Jahren mit einer App und einer Pappkiste an der Haustür gelöst hat.
Preise: Wöchentliche Aktionen gegen Amazon und Media Markt
Hier teilt sich die Diagnose. Manche behaupten, reduzierte Videospiele lägen immer noch bei 60 bis 70 Euro, was die Auslage zu einem Museum mache. Andere verweisen auf das Kleingedruckte: fast wöchentliche Aktionen, ein breiteres Sortiment bei Elektronik und Haushaltsgeräten sowie Preise, die während der „IVA-freien Woche“ (steuerfreie Aktionswoche) Amazon weit hinter sich lassen.
Dazwischen liegen Media Markt, Fnac, spezialisierte spanische Online-Shops und Einkaufszentren, die eigene Premium-Marken-Stores beherbergen. Was ECI verlor, war das Markenmonopol; was bleibt, ist die physische Garantie, das Produkt anfassen und problemlos zurückgeben zu können.
Finanzen: 359 Millionen Euro und ein schrumpfendes Unternehmen
Laut den im Juni 2024 veröffentlichten Zahlen schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr 2023/2024 (Ende 29. Februar) mit einem wiederkehrenden Nettogewinn von 359 Millionen Euro, dem besten operativen Ergebnis seit 2009. Derselbe Informationspaket enthält den Verkauf von 43 Supercor-Filialen an Carrefour, dessen Integration bereits begonnen hat. Eine andere Version spricht von 55 übergebenen Standorten.
Kritische Stimmen sind schnell zur Stelle: Ergebnisse werden als mager und geschönt bezeichnet für ein Unternehmen mit mehr als 80.000 Mitarbeitern. Auch kursiert, unbestätigt, der Verkauf der Sicherheits-Tochterfirma an Securitas. Bei dieser Größe wirkt sich jede Anpassung sofort in der Gewinn-Verlust-Rechnung und beim Personal aus.
Was weiterhin anerkannt wird
Hipercor. Dieser Name fällt am häufigsten, wenn nach Stärken gefragt wird. Manche sehen es als den besten Supermarkt Spaniens im Verhältnis Preis-Leistung, vor stark beworbenen Ketten. Andere loben Herrenmode oder den persönlichen Kundenservice als gewichtige Argumente gegenüber reinem E-Commerce.
Es gibt jedoch auch Gegenstimmen: Verkäufer mit Überheblichkeit, eine steife Kundschaft und ein Erlebnis, das den Weg dorthin nicht mehr rechtfertigt. Im Hintergrund steht das Bild des Kunden, der Kleidung im Laden anprobiert und sie dann günstiger online kauft – dies illustriert die Erosion des Modells besser als jeder Bericht.
Eine Anekdote stammt von einem Kunden, der in einem Outlet-Center ein Kleidungsstück mit Fleck fand. Im Taschengeldfach lag der alte Kassenzettel über 110 Euro. Es war seine Größe, gefiel ihm, und er war bereit, wegen des Defekts über den Preis zu verhandeln.
Wenn der Generationenwechsel ausbleibt, werden wöchentliche Aktionen und der Supermarkt das Geschäft wohl noch eine Weile tragen, wahrscheinlich mit ordentlichen Ergebnissen und weniger Fläche. Die Prognose hat einen Haken: Niemand weiß, wie lange eine treue Kundschaft durchhält, bevor sie die Elektronikabteilung nicht mehr frequentiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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