Dividendenstrategie: Steuern, Glaube und Crash-Prognose 2027

Vici zahlt 0,38 €, HP 0,25 € pro Aktie, doch das Finanzamt behält 19 %. Die Dividenden-Strategie datiert den nächsten Crash auf 2027.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Dividenden: 19 % Steuerlast und ein für 2027 terminierter Crash

„Vater der Dividende im Himmel, geheiligt sei Peter Lynch. Komme zu uns die Krise. Führe uns nicht in Versuchung zu verkaufen, und erlöse uns davon, täglich den Kurs zu prüfen. Amen.“ Dieses Gebet kursiert halb im Scherz unter einer Gemeinschaft spanischer Anleger, die das Einziehen von Dividenden fast wie einen Katechismus behandelt. Die Grundidee ist simpel: Unternehmen kaufen, keine Aktien; Einkommen beziehen; nicht vom teuren Verkauf abhängen. Der Rest – Steuerrecht, Gebühren, Timing – wird kompliziert. Im Laufe des Jahres 2024 hat diese Gruppe ihre Zahlen schriftlich festgehalten: Dividenden von 0,38 Euro pro Aktie, eine Quellensteuer von 19 %, Gebühren von 1,90 % und ein Datum für den Zusammenbruch, das sie nicht verschwiegen haben: Ende des ersten Quartals 2027.

Was ein Dividendeninvestor ist und warum Einnahmen allein nicht reichen

Das erste Wort des Begriffs ist „Investor“, betonen sie. Und nicht jede Dividende ist gut. Manche Unternehmen bieten übertriebene Renditen, um automatisierte Kaufsysteme und ahnungslose Käufer anzulocken; andere schütten eine Sonderdividende aus, weil sie ein außergewöhnliches Jahr hatten. In beiden Fällen muss man den Grund verstehen. Die Frage, die die gesamte Methode ordnet, ist unbequem: „Wie steht es mit dem Cash from Operations? Wie sieht es mit kurzfristigen Schulden aus?“ Denn der Nettogewinn kann geschönt werden; das operative Geschäft generiertes Geld nicht. Eine Dividende, die mit Schulden bezahlt wird, ist ein Versprechen mit Haken.

Hier greift die Fundamentalanalyse: Nettogewinn versus operativer Cashflow, „Top Line“ versus „Bottom Line“, ROIC als Indikator dafür, ob das Geld im Unternehmen Erträge bringt. Wer ein Unternehmen nur wegen seiner Dividendenrendite kauft, ohne die Bilanz zu prüfen, finanziert am Ende die Dividenden anderer.

Die Steuerlast, die die Dividende frisst: Von 19 % bis zum Formular W-8BEN

Steuerlich gilt die Dividende als Kapitalertrag: Sie fällt in die Basis der Ersparnisse und wird pogre besteuert, wobei der erste Satz bei 19 % liegt. Und hier beginnt das Labyrinth. Ein Investor mit ausländischen Aktien muss sich durch Quellensteuern, Doppelbesteuerungsabkommen und Formulare kämpfen, die kaum jemand versteht. Der finnische Fall ist das verbreitete Beispiel: Die Quellensteuer für Nicht-Residenten auf Dividenden von Unternehmen wie Fortum beträgt 30 %, aber bilaterale Abkommen mit Spanien und Deutschland senken sie auf 15 %.

Für US-Aktien gibt es das Formular W-8BEN, das die maximale Quellensteuer im Ursprungsland vermeidet. Und für Nicht-Spanier ändert sich die Regel: Einkünfte aus Immobilien in Spanien werden dort versteuert, aber Wertpapier-Erträge werden im Wohnsitzland erklärt. Der wiederholte Rat lautet: Lesen Sie das Abkommen vor dem Kauf, nicht danach.

Konkrete Wetten: Vici, HP, Kraft Heinz und Viscofans Aktienausschüttung

Unter den beobachteten Werten schloss Vici den März mit einer Ausschüttung von 0,38 Euro pro Aktie (gegenüber 0,36 im Vorjahr), mit einer Aufwertung von 12 % und einer annualisierten Netto-Rendite von 4,76 %; sein Geschäft sind Casinos und Bowlingbahnen, und er trägt eine Schuld von 17 Milliarden Dollar, obwohl 99 % davon festverzinslich zu 4 % sind. HP, der klassische Titel, der weder stark steigt noch fällt, zahlte 0,25 Euro pro Aktie, eine Netto-Rendite von 3,15 %. Kraft Heinz wurde auf 32,26 Euro erweitert, vor dem Hintergrund des Verkaufs der Oscar-Mayer-Division.

Der kurioseste Fall ist Viscofan: Zum ersten Mal in seiner Geschichte bot er Aktien statt Bargeld an, und ein Investor formalisierte sechs Titel zu 61 Euro, also 366 Euro, die das Portfolio ohne sofortige Besteuerung vergrößern. Vidrala wiederholt diesen Trick jeden November und liefert eine Aktie für alle zwanzig. Auch Novo Nordisk nach seinen schlechten Nachrichten, PepsiCo mit einer 4 %-Rendite oder das Energie-Trio BP, Aviva und Legal & General mit 6,9 %, 6,9 % bzw. 9 % tauchen auf.

Die zweischneidige Klinge der Fonds: Wenn die Gebühr schwerer wiegt als die Dividende

Die Kritik an aktiven Verwaltungsvehikeln ist eine der schärfsten. Ein aktiv gemanagter Fonds wie Horos Internacional berechnet 1,90 % jährlich auf das Vermögen, egal ob man gewinnt oder verliert. Die Berechnung ist brutal: 100.000 Euro verlieren über zehn Jahre fast 20.000 Euro durch Gebühren, unabhängig davon, was der Markt tut. Als Alternative kostet ein Indexfonds auf den MSCI World nur 0,22 %.

Der Vergleich kommt mit Daten: Über fünf Jahre erreichte dieser Fonds 14,51 % gegenüber 14,46 % des MSCI World von Fidelity. Unterschied: fünf Hundertstel. Die Schlussfolgerung ist, dass es ein schlechtes Geschäft ist, 1,9 % zu zahlen, um den Index nur zu gleichzuhalten. Bei ETFs, die die Dividendenaristokraten abbilden, passiert Ähnliches: Sie berechnen Gebühren für die Verwaltung eines öffentlichen Portfolios, sodass einige erwägen, es selbst zu kopieren.

Die Prognose, die niemand wiederholen will: Der Crash von 2027

Eine Prophezeiung durchzieht diese Gemeinschaft seit Jahren. Jedes Mal, wenn die Federal Reserve die Zinsen senkt, folgt eine Rezession, behaupten sie: 1957, 1960, 1969, 1974. Die Fed kündigte Zinssenkungen für September 2024 an, und die Erzählung nahm Gestalt an. Das wiederholte Datum ist Ende des ersten Quartals 2027, „mit einem Radius von mehreren Monaten davor und danach“.

Im Zentrum des Arguments steht die Idee, dass „unser Wirtschaftssystem nicht auf Geld, sondern auf Schulden basiert“, und dass diese Schulden früher oder später beglichen werden müssen. Doch selbst die Überzeugtesten ignorieren nicht das Risiko, „ich glaube, dass“ mit „das ist passiert, also wird jetzt Folgendes passieren“ zu verwechseln.

Vom öffentlichen Platz zum privaten Kreis

Nach Jahren kostenloser Lehre traf die Gruppe eine Entscheidung, die Pädagogik in geschlossene Türen verwandelte. Ab dem 1. Dezember konnte jeder, der mehr als 1000 Beiträge hatte, Zugang zu einem privaten Bereich beantragen, nach einer Prüfung von Alter und Beteiligung. Das gesteckte Ziel war, Provokateure und Spam loszuwerden; die Wirkung war, dass die besten Ideen nicht mehr öffentlich waren.

Die Formel lautete so: Jahre des kostenlosen Unterrichtens, ohne etwas zu verlangen, ohne Signale zu verkaufen oder Kanäle zu bewerben, im Austausch dafür, dass die Debatte nicht vergiftet wird. Es funktionierte nicht ganz. Die grundlegende Beschwerde ist dieselbe wie in jeder wachsenden Gemeinschaft: Diejenigen, die beitragen, ermüden, und diejenigen, die beleidigen, bleiben.



Und die verwirrende Tatsache: Das Datum der Katastrophe wiederholt sich seit 2020 und ist immer noch nicht eingetreten. Während man wartet, räumt der Verbreiter ein, dass seine Methode ihn nicht vor allem schützen wird, und dass, wenn der Schlag kommt, „alle Propheten auftauchen werden“. Die Prophezeiung, so oft wiederholt, erschreckt nicht mehr: Sie ist zur Liturgie geworden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (6572 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver