Intxaurrondo konfrontiert Montero – Spaniens PSOE schaut zu

Cristina Intxaurrondo interviewt Irene Montero, und der spanische PSOE sieht tatenlos zu. Die Deutung, die sich durchsetzt: Die Moncloa will Podemos aushöhlen und sich ihre Stimmen sichern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Intxaurrondo konfrontiert Montero – Spaniens PSOE schaut zu
Intxaurrondo konfrontiert Montero, und Podemos verblutet

Wie lange dauert es, bis ein Interview zur Abrechnung wird? Was da im Studio mit Irene Montero passierte, war kein gewöhnliches journalistisches Verhör: Es war ein Schusswechsel vor laufender Kamera. Die Podemos-Europaabgeordnete saß einer Journalistin gegenüber, die ihr – so will es die Geschichte, die die Runde macht – einfach das Mikrofon hinhielt und wartete. Das genügte. Montero hat sich selbst demontiert, heißt es aus verschiedenen Lagern, und der PSOE – der ihre Stimmen braucht – sah dem Schauspiel zu, ohne einen Finger zu rühren. Die Szene fasst den wahren Zustand der Linken links des spanischen PSOE zusammen: ein Kampf mit Steigeisen, zu viele Stühle und eine Marke, die öffentlich zerfällt.

Was genau in Intxaurrondos Interview mit Montero geschah

Die Ausgangslage ist einfach. Eine Journalistin mit dem Ruf, hart zu sein, Cristina Intxaurrondo, setzt sich der Podemos-Chefin gegenüber. Keine Fangfragen, kein Inszenierung: nur ein offenes Mikrofon und eine Interviewte, die der vorherrschenden Lesart nach nicht wusste, was sie damit anfangen soll. Die bezahlte Provokateurin ist keine Gegnerin für die Kassiererin, lautet eine der meist wiederholten Zeilen, die Montero als Verliererin des Duells zeichnet.

Auch der Vorwurf der Manipulation taucht auf. Manche behaupten, das Video sei absichtlich geschnitten, um Montero bloßzustellen, und die vollständige Fassung würde die Wahrnehmung ändern. Die Antwort darauf ist unbequem: Selbst mit Schnitten zeigt das Video eine Politikerin, die lacht, sich verstrickt und keine einzige Antwort auf den Boden bringt. Das Problem ist nicht der Schnitt. Es ist das Material.

Warum der PSOE Montero jetzt fallen lässt

Hier liegt der Schlüssel, den fast niemand hervorhebt. Das Interview war kein Zufall: Es war eine Operation. Die These mit dem meisten Rückhalt in der Analyse lautet, dass die Moncloa die Vernichtung von Podemos angeordnet hat, um sich ihren Wahlraum einzuverleiben. Der PSOE braucht diese Stimmen, aber nicht die Menschen, die sie vertreten. Deshalb dreht die Journalistin die Schrauben zu, während die Regierung wegschaut.

Das Muster wiederholt sich. Zuerst wird die lila Marke abgenutzt, dann wird sie absorbiert. Der einstige Koalitionspartner erscheint heute als ihr Totengräber. Das ist kein Verrat: das ist parlamentarische Arithmetik. Das Spiel mit den Stühlen, nennen sie es. Und in diesem Spiel bleibt Podemos ohne Stuhl.

Der innere Krieg der Linken: Steigeisen, Fraktionen und Splittergruppen

Das Schauspiel überrascht niemanden, der die Geschichte der Partei verfolgt hat. Die Linke links des PSOE hat sich schon immer gegenseitig mit Steigeisen bekämpft. Seit ihrer Gründung schleppte Podemos ein strukturelles Problem mit sich herum: die Vielzahl von Splittergruppen, die in der Marke eine Chance auf Repräsentation sahen und sich in Fraktionskriegen um die Startplätze stritten. In manchen Provinzen kandidierten sie sogar getrennt für den Congreso und den Senado, mit Kandidaten unterschiedlicher Strömungen.

Das lässt sich nicht mit Zeit heilen. Es verschlimmert sich, wenn der Raum schrumpft. Im Moment gibt es Linke im PSOE, in Sumar, in Podemos und im Frente Amplio, und sie hassen sich gegenseitig mehr als die Rechte. Das Intxaurrondo-Interview ist nur die Fernsehfassung eines Kampfes, der seit Jahren auf niedriger Flamme köchelte.

Die Wahltrechnung, die niemand laut aussprechen will

Die Frage, die über all dem schwebt, ist einfach: Wem nützt es, Montero zu demütigen? Sánchez, zweifellos. Um die Stimmen der Linken im PSOE zu bündeln, muss man zuerst den Raum daneben leeren. Und um ihn zu leeren, muss man ihn diskreditieren. Das Interview erfüllt diese Funktion mit einer Effizienz, die keine Kundgebung erreicht hätte.

Die unbequeme Zahl bleibt. Diese Partei hatte einst Millionen Stimmen. Heute kämpft sie darum, nicht von der Landkarte zu verschwinden. Das ist kein Sturz wegen einer schlechten Debatte: Es ist das Ergebnis jahrelanger Grabenkämpfe, Fraktionen und einer Führung, die das Megafon mit dem Argument verwechselte. Die, die sich nicht überheben sollte, spotten die anderen. Aber Monteros Problem war nie die Interviewerin.



Am Ende hat die Szene etwas von einer Abrechnung zwischen Partnern, die sich nicht mehr brauchen. Der PSOE lächelt, Podemos verblutet, und die Journalistin macht ihren Job. Montero zu demütigen war nicht schwer, räumt selbst ihr eigenes Lager ein. Bemerkenswert ist, dass niemand in ihrer Partei sie mit mehr als einer Erklärung verteidigt hat.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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