Die destruktive Stimme: Die These, Spanien zu ruinieren, um es neu zu starten

Eine Strömung schlägt vor, die Partei zu wählen, die Spanien am schnellsten ruinieren kann, um einen technischen Staatsbankrott und einen Reset des Systems zu erzwingen. Die Debatte über die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die destruktive Stimme: Die These, Spanien zu ruinieren, um es neu zu starten
Wählen, um Spanien zu ruinieren: Die These der destruktiven Stimme

Es gibt eine Strömung, die nicht mehr an die taktische Stimmabgabe glaubt und die destruktive Stimme umarmt hat. Der Vorschlag kursiert seit Tagen unter Spekulanten und langjährigen Wahlverweigerern: Man solle die Partei wählen, die Spanien am schnellsten ruinieren kann, um einen technischen Staatsbankrott und einen Reset des Systems zu erzwingen. Das Argument wird ohne Umschreibungen vorgetragen: Nach 37 Jahren der Enthaltung und nachdem man Wähler als "votante" (Dummkopf-Wähler) bezeichnet habe, sei der Moment gekommen, sich endlich mit einem offen erklärten Ziel an die Urne zu begeben: die Waage in Richtung Ruin zu kippen. Es ist keine Umfrage und kein Wahlprogramm. Es ist eine Idee, die kursiert und eine harte Debatte über ihre tatsächlichen Folgen ausgelöst hat.

Was die destruktive Stimme genau vorschlägt

Die zentrale These ist einfach: Wenn die PSOE (Spaniens sozialistische Partei) eine treue Wählerschaft hat, die sie unter allen Umständen stützt, könnte eine kleine zusätzliche Masse von Enthaltern und "Madmaxistas" die Waage zu einer sozialistischen Regierung kippen und damit zum technischen Staatsbankrott des Landes. Das Argument wird als historische Gelegenheit präsentiert: "Es ist der einfachste Weg, den die Menschheit je gehabt hat, um unser Schicksal selbst zu wählen", heißt es dort. Das Zeitfenster gilt als einzigartig, weil es nach dieser Lesart eines noch destruktiveren Politikers als den aktuellen bedarf, um die Gelegenheit in Jahrzehnten zu wiederholen.

Die Argumentation umfasst Nebenwirkungen, die als Vorteile dargestellt werden: Wenn Spanien ruiniert sei, wollten Einwanderer nicht mehr kommen und die hier Lebenden würden gehen. Auch vom Ende des "Feminista radical" und von der Möglichkeit, dass Marokko die Halbinsel annektiert, ist die Rede. All das unter der Prämisse, dass der Ruin der Weg ist, um das Land wieder aufzubauen.

Die optimistischste Rechnung geht davon aus, dass eine Minderheit von Enthaltern entscheidend sein kann; das pessimistische Szenario startet von der Annahme, dass die tatsächliche Wahlbeteiligung genau das ist, was die Umfragen sagen, und nicht das, was jeder in seinem Umfeld wahrnimmt.

Die wirtschaftliche Antwort: Wer zahlt für den Bankrott

Die kühlste Analyse kommt von denen, die davor warnen, dass derjenige, der den Bankrott auslöst, ihn nicht selbst erleidet. Er trifft Paco aus der Nachbarschaft, den Selbstständigen mit vierteljährlicher Mehrwertsteuer, den Tausend-Euro-Verdiener mit variablem Hypothekenzins. Die da oben, so das Argument, hätten ihr Geld in der Schweiz, ihre Immobilien in Andorra und ihre Rückzugsmöglichkeit in Miami. Den Ruin zahlst du, nicht sie.

Außerdem wird behauptet, dass ein technischer Staatsbankrott kein Reset, sondern ein Verkauf sei. Dann kommt der IWF, kommen Brüssel und die EZB und verordnen Sparmaßnahmen, interne Abwertung, Souveränitätsverlust und Rentenkürzungen. Das angeführte Beispiel ist Griechenland 2010. Mit Schinken obendrauf, fügen sie hinzu. Die Schlussfolgerung: Ein Reset funktioniert nur, wenn man glaubt, dass danach wieder Wachstum kommt – was nicht garantiert ist.

Die Gegenargumentation enthält eine historische Rückschau: 2008 regierte die PP (Spaniens konservative Volkspartei), und ohne sie, so die Behauptung, hätte die PSOE eine nicht mehr aufholbare Krise verursacht. Die Erwiderung: Eine echte Krise sei die der Nachkriegszeit gewesen, nicht die der Immobilienblase.

Die Rolle der Enthaltung und die Zahlen, mit denen gerechnet wird

Ein Streitpunkt ist das tatsächliche Gewicht der Wahlverweigerer. Eine Enthaltungsquote von 33,7 % bei der letzten Parlamentswahl wird zitiert, laut den von El País veröffentlichten Ergebnissen. Die Zahl dient als Beleg dafür, dass die Enthalter ausreichen, um die Waage zu kippen. Die Antwort kommt sofort: "Wir Enthalter sind genau so viele, wie das Fernsehen sagt." Das Misstrauen gegenüber den Medien und den offiziellen Zahlen zieht sich durch den gesamten Austausch.

Manche behaupten, sie kennen mehr Enthalter als Wähler, was die Wahrnehmung stärkt, dass die destruktive Stimme eine soziale Basis hat. Andere dagegen verteidigen die Enthaltung als Werkzeug: Der beste Weg, die Rechte loszuwerden, sei, sie wieder regieren zu lassen und sich an der Macht abnutzen zu lassen. Eine Koalitionsregierung aus PP und Vox, so das Argument, könne das totale Chaos werden.

Die Diskussion driftet zur Medienshow ab: spekuliert wird, welche Gesichter Feijóo, Ayuso, Abascal und die rechten Talkshow-Debattierer machen würden, wenn Sánchez erneut regieren würde.

Der Weg der Briefwahl und das Szenario nach dem Bankrott

Zu den praktischen Vorschlägen gehört der Aufruf, per Briefwahl zu wählen, um die Beteiligung zu erleichtern. Es wird spekuliert, dass ein angeblicher Wahlbetrug einen Staatsstreich auslösen und die Politiker sich gegenseitig umbringen könnten. Ein Win-win, heißt es. Der Verweis auf Travijano und die Möglichkeit, das Regime von '78 abzuschaffen, erscheint als wünschenswerter Horizont.

Die Frage, die in der Luft hängt: Was passiert nach dem Ruin? Wenn Sánchez erneut regieren und Spanien in den endgültigen Ruin führen würde – wen müsste man dann wählen, um es wieder aufzubauen? Die häufigste Antwort: Es gibt keine Antwort. Die Rede ist von der Notwendigkeit eines Francisco Franco, ohne weitere Ausführung. Ein anderer Beitrag schlägt vor, dass man vielleicht gar nicht wählen müsse und Francisco Franco einfach direkt regieren könne.

Ein Schluss des Debattes kommt nicht zustande. Der Vorschlag, zu wählen, um Spanien zu ruinieren, liegt auf dem Tisch – mit Befürwortern, die darin eine historische Gelegenheit sehen, und Kritikern, die davor warnen, dass der Bankrott von denen unten bezahlt wird. Die Enthaltungsquote von 33,7 % ist die Zahl, die beide Seiten zu ihren Gunsten deuten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (61 Antworten).

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