Der Motorradführerschein, den fast niemand nutzt: 4 von 5 bleiben ungenutzt

In England sind nur 1,3 von 5 Millionen Motorradführerscheinen aktiv. In Spanien werden 1,7 Motorräder pro Führerschein verkauft, gegenüber 2,3 Autos: Das Motorrad bindet seine Fahrer nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vier von fünf Motorradführerscheinen bleiben ungenutzt

Lohnt es sich, den Motorradführerschein zu machen? Die Antwort hängt davon ab, wofür. Wenn der Plan ist, ihn über Jahre als regelmäßiges Verkehrsmittel zu nutzen, geben die Zahlen in dieser Frage Anlass zum Nachdenken. In England gibt es rund 5 Millionen Inhaber eines vollwertigen Motorradführerscheins, aber nur etwa 1,3 Millionen aktive Fahrer – vier Fünftel der Führerscheinbesitzer sind nicht unterwegs, laut MAG-UK-Daten, die im Thread zitiert werden. In Spanien, wo 2014 über 66.000 neue Motorradführerscheine ausgestellt wurden – der erste Anstieg nach fünf Jahren Rückgang –, passt das Verhältnis zwischen verkauften Fahrzeugen und ausgestellten Führerscheinen ebenfalls nicht zu der Vorstellung einer Leidenschaft, die ihre Nutzer hält.

Das eigentliche Argument ist einfach: Wäre das Motorrad gegenüber dem Auto so vorteilhaft, würde derjenige, der den Führerschein macht, es auch bevorzugt fahren. Aber das passiert nicht. Die Bindungsrate des Motorrads ist deutlich niedriger als die des Autos, und das zeigt sich sowohl in den Statistiken als auch beim Zählen der Fahrzeuge auf der Straße.

Das Verhältnis, das die Erzählung widerlegt: 5,5 Autos pro Motorrad

2014 wurden in Spanien 411.000 Führerscheine ausgestellt, davon 367.000 allein für den Pkw-Führerschein (Klasse B). Das heißt: Auf jeden Motorradführerschein kommen 5,5 Autoführerscheine. Würde das Motorrad seine Fahrer so halten wie das Auto, müsste man auf der Straße ein Motorrad auf 5,5 Autos sehen. Die Realität sieht laut der direkten Beobachtung in der Diskussion ganz anders aus: Je nach Ort und Jahreszeit zählt man üblicherweise zwischen 20 und 50 Autos pro Motorrad.

Diese Diskrepanz ist kein subjektiver Eindruck. 2014 wurden 1,7 Motorräder pro neuem Motorradführerschein verkauft, aber 2,3 Autos pro neuem Autoführerschein. Wäre die Bindung bei beiden Fahrzeugen gleich, müssten 2,3 Motorräder pro neuem Motorradführerschein verkauft werden. Es fehlen 0,6. Diese Lücke ist der Fußabdruck der Motorradfahrer, die den Führerschein besitzen, aber nicht benutzen.

Warum das Motorrad aufgegeben wird: Kälte, Schrecken und die Jahre

Die Gründe, das Motorradfahren aufzugeben, sind vielfältig und ziemlich irdisch. Der erste ist das Wetter: Viele Frühjahrsenthusiasten steigen im ersten Herbst-Winter aus, wenn sie merken, dass Motorradfahren bei Kälte und Regen unangenehm und riskant ist. Manche erzählen von Erkältungen, die nicht verschwinden wollten, und der Entscheidung, für den Arbeitsweg aufs Auto umzusteigen. Der zweite ist die Angst: Ein Schrecken ohne Folgen genügt, damit der Fahrer die Flucht ergreift und nie wieder aufsteigt. Der dritte sind Unfälle mit mehr oder weniger schweren Verletzungen, bei denen die Statistiken Fleisch und Blut werden.

Dazu kommt der körperliche Verschleiß. Mit den Jahren lassen Reflexe, Kraft, Gleichgewicht und Sehvermögen nach, und um sicher Motorrad zu fahren, muss man hundert Prozent fit sein. Auch die Kosten: Manche behaupten, dass Wartung, Versicherung, Ausrüstung und Verbrauch eines Motorrads am Ende mit denen eines kleinen Benziners vergleichbar sind, besonders außerhalb der kleinen Hubraumklassen.

Die, die durchhalten: Jahrzehnte Führerschein und null Unfälle

Nicht jeder gibt auf. Es gibt Motorradfahrer, die seit Jahrzehnten aktiv sind, null Unfälle hatten und ihr Motorrad seit 26, 30 oder sogar fast 40 Jahren täglich nutzen. Manche haben mehrere Maschinen in der Garage und betrachten das Motorrad weiterhin als ihr Lieblingsfahrzeug. Die Begeisterung existiert und ist kein Randphänomen.

Aber man sollte den Hardcore-Enthusiasten vom normalen Nutzer unterscheiden. Der Erste bleibt dran; der Zweite wählt mit den Füßen. Und es gibt ein drittes, sehr häufiges Profil: den, der den Führerschein hat, das Motorrad in der Garage stehen lässt und es sechs Monate im Jahr oder nur im Urlaub fährt. Einen Führerschein zu besitzen ist nicht dasselbe wie ihn zu benutzen.

Die realen Kosten des Führerscheins: Geld, Zeit und Prüfungen

Auch die Ausgaben sind nicht gering. In der Diskussion sind 550 Euro die Rede, ausgegeben für Fahrstunden und Formalitäten, mit der Aussicht, mehr zahlen zu müssen, wenn man durchfällt, plus 190 Euro für die Verlängerung. Dazu kommt die Schwierigkeit der Fahrmanöver und die Möglichkeit, die Fahrprüfung erst im fünften oder sechsten Versuch zu bestehen. Wer den Führerschein nur zum Ausprobieren macht, dessen Rechnung kann die des Autoführerscheins locker übersteigen.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob Motorräder gefallen, sondern ob sie benutzt werden. Und die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass die Antwort in den meisten Fällen lautet: nicht lange.



Am Ende funktioniert der Motorradführerschein wie dieses Januar-Fitnessstudio: Man zahlt die Gebühr mit Begeisterung, geht ein paar Wochen hin, und dann läuft der Beitrag weiter ein, ohne dass jemand den Trainingsraum betritt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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