Debatte über angeblichen talmudischen Hass auf Spanien

Ein Forum diskutiert die These eines 'talmudischen Hasses' auf Spanien, der sich in feindlichen Berichten und sozialen Medien manifestiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte über angeblichen talmudischen Hass auf Spanien
Debatte über angeblichen talmudischen Hass auf Spanien

Ein erster Beitrag stellt eine unbequeme These auf: Es gebe ein feindseliges Narrativ gegenüber Spanien, das einem angeblichen „talmudischen Hass“ zugeschrieben wird. Dies zeige sich in Aussagen ausländischer Journalisten, Tweets von Angehörigen israelischer Politiker zu Ceuta und Melilla oder in der Deutung des Verlusts des amerikanischen Imperiums. Die folgende Diskussion mit 199 Antworten bleibt nicht bei Anekdoten stehen. Sie entwickelt sich hin zur Nfragenfragenfragenfrage, Freimaurerei, Inquisition, Eroberung Amerikas und der Rolle angloamerikanischer Mächte beim Aufbau des anti-spanischen Narrativs.

Der Thread beginnt mit einer starken Aussage: Spanien sei Ziel eines spezifischen Hasses. Der erste Beitrag zitiert eine britische Journalistin, die geschrieben haben soll, Spanien sei „das schlechteste Land, nicht der Welt, aber Europas“, und erwähnt einen Tweet von Netanjahus Sohn über Sarracinisten in Ceuta und Melilla. Danach teilt sich die Konversation. Einige behaupten, dieser Hass sei real und organisiert; andere halten es für eine Übertreibung, die interne Probleme verdeckt.

Die Nfragenfragenfragenfrage als Kern der Debatte

Ein aktiver Teilnehmer argumentiert, das Thema sei „viel komplexer als es scheint“. Beim Studium des Zweiten Weltkriegs tauchten Analyseschichten auf, die kaum jemand erahne. Er nennt es „furchteinflößend“. Ein anderer fügt hinzu, alles beginne mit der Französischen Revolution, als während der Hinrichtung der Monarchie die Familie Rothschild als Finanzmacht der Republik installiert wurde. Die wiederkehrende These: Demokratien hätten sich dieser Macht unterworfen, Politiker seien ihre Diener, Medien ihr Sprachrohr.

Manche gehen weiter und behaupten, Hitler sei Teil des Plans gewesen, auch wenn „er es sicher nicht wusste“. Die Unterhaltung stützt sich auf zeitgenössische Zitate: Reden, Artikel, Filme vor 1945. Es wird empfohlen, Goebbels, Streicher oder Codreanu zu lesen, um die Sache zu verstehen, und gewarnt, dass das Lesen jüdischer Autoren den naiven Leser „verwirren“ würde. Verschwörungsvorwürfe mischen sich mit Verweisen auf Epheser 6:12 und der Idee, dass irdische Macht „erstickt“.

Die Inquisition: Spanische Erfindung oder mitteleuropäischer Import?

Einer der am besten dokumentierten Beiträge widerlegt die Idee, die Inquisition sei eine spanische Erfindung. Sie entstand im 12. Jahrhundert im heutigen Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, Nordfrankreich und Italien. Das Königreich Aragon kopierte sie von Frankreich im Jahr 1200. In den nordischen Ländern waren Massaker an Häretikern üblich, bevor es das Tribunal gab. „Das Inquisitionstribunal war ein Fortschritt“, wird behauptet.

Die spanische Inquisition habe nur Jurisdiktion über Katholiken gehabt, und in Amerika sei ihr durch Gesetz verboten worden, gegen Indigene vorzugehen. Verurteilt wurden vor allem falsche Konvertiten (ehemalige Nnnn) und Altchristen wegen Praktiken, die als Glaubensverbrechen galten. In Spanien seien Hexereifälle im Vergleich zu anderen Ländern fast inexistent. Die Schlussfolgerung: Das Narrativ, das Spanien als blutigste Ausprägung des katholischen Dogmas darstellt, hält dem Faktencheck nicht stand.

Die Rolle Mexikos und der Verlust des Imperiums

Die Diskussion lenkt nach Mexiko. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass die Universidad de México 1537 gegründet wurde, etwa 150 Jahre vor der Ankunft der Puritaner auf der Mayflower, und dass die erste Nahuatl-Grammatik älter sei als die deutsche. Mexiko war jahrhundertelang eine der reichsten Städte der Welt. Die Inquisition in den Vizekönigreichen habe nur zwei oder drei Menschen für Dinge getötet, die damals gerechtfertigt waren, so das Argument.

Ein anderer bemerkt, Mexiko wäre, gäbe es keine Sicherheitsprobleme, ein Land, gegen dessen Invasion man eine Mauer bauen müsste, weil alle dort leben wollten. Anti-mexikanische Vorurteile und Minderwertigkeitskomplexe würden auf schlecht verarbeitete spanische Wurzeln zurückgeführt. Der Verlust der Hälfte des Territoriums an die USA werde als Erklärungsfaktor genannt.

Das angloamerikanische Narrativ und doppelte Standards

Eine der meistgelobten Interventionen weist auf die Asymmetrie hin: Piraten werde ihre Geschichte öffentlich nicht vorgeworfen, während über Spanier ein gemeinhin geteiltes dämonisierendes Narrativ verbreitet werde. Angloamerikaner würden aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert, aber nicht wegen ihres historischen Erbes. Bei Spaniern sei dies anders. Dieser doppelte Standard werde als Kern des Problems betrachtet.

Es wird Cicero zitiert, der den Präfekten Kleinasiens gegen falsche Anschuldigungen der Römer-Nnnn verteidigte, sowie eine Passage, die Nnnn als „Nation von Gaunern und Betrügern“ beschreibt. Das Zitat dient dazu, zu argumentieren, dass der Konflikt nichts Neues ist. Auch ein Brief wird erwähnt, der Baruch Levy zugeschrieben wird und an Karl Marx gerichtet sein soll, worin behauptet wird, das jüdische Volk werde sein eigener Messias sein und seine Herrschaft über das Universum durch die Vereinigung aller menschlichen Rassen verwirklicht werden.

Der Staat Israel und der Zionismus

Der letzte Teil des Threads konzentriert sich auf Israel. Es wird behauptet, dies sei eine antihistorische Entität, die durch Gewalt aufgezwungen wurde und dass diese Gewalt irgendwann enden werde. Der Zionismus wird als nationalistische Sekte beschrieben, ähnlich den Nationalsozialisten, unterstützt von der internationalen jüdischen Gemeinschaft. Die Diskussion darüber, ob Jesus war, nimmt mehrere Beiträge ein, mit gegensätzlichen Positionen zu seiner Geburt in Judäa oder Palästina, seinem Status als Rabbi und dem Ursprung des Christentums.

Ein Teilnehmer argumentiert, das Christentum sei eine griechisch-römische Religion, synkretisiert mit griechischer Metaphysik, und es aus diesem Kontext zu lösen, wie Protestanten es tun, sei Unsinn. Ein anderer entgegnet, Palästina sei eine römische Provinz gewesen und Christus ein römischer Bürger. Die Diskussion verheddert sich in historischen Details und endet ohne Einigung.

Das Ende: Wo die Analyse feststeckt

Der Thread erreicht keine klare Schlussfolgerung. Manche sehen eine organisierte Verschwörung, andere eine Ansammlung schlecht zusammengefügter Beschwerden. Klar ist jedoch, dass das Narrativ über Spanien nicht allein auf Daten beruht: Die Inquisition war importiert, die Universidad de México älter als die englische Kolonisierung, und der Verlust des amerikanischen Imperiums hatte mehr mit rivalisierenden Mächten zu tun als mit einem angeblichen „talmudischen Hass“. Die Debatte bleibt offen, und die Teilnehmer wissen das.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (199 Antworten).

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