Eva Cárdenas: Immobiliengeschäft bringt Feijóo in die Kritik
Eine Gesellschaft, gegründet mit kaum 3.000 Euro, die 300.000 Euro Jahresgewinn ausweist. Genau diese Zahl hat die Diskussion über Eva Cárdenas, die Partnerin von Alberto Núñez Feijóo, und ihre Tätigkeit in der Immobilienbranche entfacht. Die immer wieder kolportierte Zahl verbirgt jedoch eine buchhalterische Falle, die es zu entlarven gilt: Diese 3.000 Euro sind das Mindeststammkapital, mit dem praktisch alle Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Spanien gegründet werden. Das ist weder ein Zeichen unternehmerischer Not noch von Intransparenz. Es ist der Standardbetrag.
Die Angelegenheit sorgte für Schlagzeilen, als Cárdenas' Auftritt in der Öffentlichkeit den Fokus wieder auf die Vermögensaktivitäten der Partnerinnen und Partner politischer Spitzenleute lenkte. Was zunächst wie ein Angriff auf die PP im Fall Begoña Gómez wirkte, richtete sich am Ende gegen Feijóo selbst. Die eigentliche Frage ist nicht neu: Inwieweit ist es legitim, dass Angehörige von Politikern in einem so stark regulierten Sektor wie dem Immobiliensektor Geschäfte machen?
Wie viel verdient Eva Cárdenas' Immobilienfirma wirklich?
Die Zahlen der Gesellschaft sind die eines Imperiums nicht. Ein ausgewiesener Jahresgewinn von 300.000 Euro bei einer Marge von 5 %, laut den veröffentlichten Daten. Manche behaupten, diese Zahl sei vor Steuern und die tatsächliche Rendite noch geringer. Das Vorjahr wurde zudem als mäßig bezeichnet. Wir haben es weder mit einem Immobilien-Deal noch mit einem in zwei Nachtagen angehäuften Vermögen zu tun.
Auch Cárdenas' beruflicher Werdegang passt nicht ins Profil der Opportunistin, als die manche sie darstellen. Die Juristin leitete fünfzehn Jahre lang Zara Home, Inditex' erstes Retail-Abenteuer abseits der Textilbranche. Als sie das Unternehmen verließ, erhielt sie eine Abfindung, wie sie alle bekommen, die Inditex freiwillig verlassen. Die Millionen, die sie dort verdient hat, haben mit Feijóo nichts zu tun. Dieses Detail, in den sozialen Medien wie ein Mantra wiederholt, entkräftet die Theorie der schnellen Bereicherung über die Politik.
Immobilien als Investment über alle Parteien hinweg: von der Bäckerin bis zum Abgeordneten
Hier kommt das Argument, das über den konkreten Fall hinausgeht. Der am stärksten regulierte Sektor der spanischen Wirtschaft – von der Bankenbranche abgesehen – ist der Immobiliensektor. Und siehe da: Ein guter Teil derer, die an der Regulierung mitwirken, hat selbst Immobilien-Geschäfte. Das zieht sich durch alle Parteien. Vom Ministerium bis zum Abgeordneten, vom Fraktionssprecher bis zum Stadtrat. Die politische Klasse hat eigene Interessen, und die decken sich nicht immer mit denen der Regierten.
Die Anekdote liefert eine Bäckerin aus der Nachbarschaft, die, so wird erzählt, von einer Altmiete in einem Penthouse im Madrider Viertel Goya lebte. Sie erwarb es in den 80er Jahren für einen Spottpreis, als es nicht einmal einen Aufzug haben durfte, und verkaufte es vor zwei Jahren für über eine Million Euro. Dazu kommen zwei Chalets in Rivas, als man sie noch verschenkte, weitere Wohnungen in Tres Cantos, als es dort noch am Arsch der Welt lag, und einige mehr in Leganés und Móstoles. Immer fünf auf einmal. Immobilien sind kein Laster der Politiker: Sie sind die einzige Möglichkeit, mit der ein Teil der Bevölkerung aus seinen Ersparnissen Rendite ziehen konnte.
Ist es legal, mit Wohnraum zu verdienen? Die Debatte über die Glaubwürdigkeit
Der unbequemste Punkt für die Linke ist der der Konsistenz. Es ist etwas anderes, ob die Partnerin eines PP-Politikers eine Immobilienfirma besitzt, oder ob eine sozialistische Wohnungssprecherin behauptet, „Wohnraum sei kein Geschäft“, während ihr Partner mit der Vermietung von Dutzenden Wohnungen Gewinne erzielt. Die Kritik gilt nicht dem Geschäft an sich, sondern der Rhetorik. Wer predigt, dass Rentnertum mörderisch sei, und dann von Leuten umgeben ist, die davon leben, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, kein rechtliches.
Manche argumentieren, das eigentliche Problem sei, dass es in Spanien keine andere Möglichkeit gibt, aus einer Investition eine gute Rendite zu ziehen. Gäbe es etwas, das mehr Geld abwirft, würde niemand in Wohnraum investieren. Wir haben PLD Space und wollen keine SpaceX bauen. Die Kritik sollte sich gegen das Fehlen produktiver Alternativen richten, nicht gegen jemanden, der mit seinen Ersparnissen eine Wohnung kauft. Das ist leicht zu verstehen.
Die Falschmeldung zum Tribunal de Cuentas und das juristische Kleingedruckte
Ein Detail, das sich in die Diskussion eingeschlichen hat, sollte präzisiert werden: Nach einer Nachricht im Thread hat der Tribunal de Cuentas (spanischer Rechnungshof) sein erstes Urteil korrigiert, und der Oberste Gerichtshof sah kein strafbares Verhalten im Zusammenhang mit bestimmten Berichten über Feijóos Umfeld. Das heißt: Ein Teil des Materials, das als Korruptionsbeweis kursiert, ist keiner. Das befreit nicht von kritischer Prüfung, verlangt aber, zwischen legalem Geschäft und Straftat zu unterscheiden. Die Grenze ist dünn, und manche überschreiten sie ohne Skrupel.
Gier kennt kein Lager. Das ist die meist wiederholte und am schwersten zu widerlegende Schlussfolgerung. Das Problem ist nicht, dass Feijóos Partnerin eine Immobilienfirma besitzt, sondern dass das politische System insgesamt den Immobilienmarkt zum Zufluchtsort für alle gemacht hat. Und währenddessen verstrickt sich die öffentliche Debatte in der Frage, wessen Fall schlimmer ist.
Sollte von Amtsträgern verlangt werden, dass ihre Partner nicht in Sektoren tätig sind, die sie selbst regulieren? Die Frage bleibt offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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