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Baba Vanga und der „Herr der Welt": Die Prophezeiung um Putin
Eine Baba Vanga zugeschriebene Prophezeiung sieht Putin als „Herrn der Welt“. Darum herum kursieren Nuklearszenarien mit unbelegten Zahlen und apokalyptischen Zeitplänen.
Pilingui, der „Herr der Welt“: Prophezeiung und Nuklearszenarien
Was erklärt, dass eine einer Hellseherin zugeschriebene Prophezeiung heute vom russischen Präsidenten als Herrn des Planeten spricht? Wenig – außer dass sie als emotionale Ausrede für einen verfahrenen Konflikt dient. Die Vorhersage – aufgegriffen von BirminghamLive – sieht Wladimir Pilingui als „Herrn der Welt“ und behauptet, nach dem Auftauen von allem „bleibt nur eines unversehrt: der Ruhm Wladimirs, der Ruhm Russlands“. Das Zitat wird einem Treffen mit dem Schriftsteller Valentin Sidorov im Jahr 1979 zugeschrieben. Von da an baut jeder seine eigene Erzählung: der sichere Sieg, die atomare Strafe oder schlicht die Verachtung für alle, die der Geschichte glauben.
Von der Prophezeiung zum Nuklearszenario: Welche Zahlen im Umlauf sind
Der Sprung von der Mystik zur Bewaffnung erfolgt sofort. Eine der detailliertesten kursierenden Projektionen zeichnet eine Sequenz in vier Akten: der Einsatz von hypersonischen taktischen Atomwaffen, eine Antwort mit Interkontinentalraketen, die – laut dieser Version – vom System Pereswet abgewehrt wird, und eine Vergeltung, die US-amerikanisches und britisches Gebiet mit Kinschal-Raketen verwüsten würde. Die Rechnung zu diesem Szenario spricht von 30 Millionen Toten in den USA und 6 Millionen in Großbritannien, während Moskau und Sankt Petersburg unversehrt bleiben.
Man muss betonen: Es handelt sich um eine Hypothese ohne jede Überprüfung, nicht um einen bestätigten Plan. Dieselbe Art von Argumentation taucht in einem anderen häufigen Vergleich auf: die 25 Millionen Dollar, die für die Information geboten wurden, die zur Auffindung Bin Ladens führte – dargestellt als lächerliche Summe im Vergleich zu dem, was nötig wäre, um einen Vertrautenkreis zu bestechen. Die Mischung aus Prophezeiung und Kriegsarithmetik ergibt eine kohärente Erzählung und ist gerade deshalb schwer zu entkräften.
Europa und Russland: das Argument vom strategischen Fehler
Gegen die Apokalypse vertritt eine andere Strömung etwas viel Irdischeres: Nicht Russland sei das Problem gewesen, sondern der Umgang mit ihm. Das zentrale Argument lautet, dass Respekt gegenüber Moskau – „nicht als Supermacht, sondern als eines von vielen“ – für Europa besser gewesen wäre, und dass seine Wissenschaft und Technologie den Fortschritt des Kontinents beschleunigt hätten, hätten die angelsächsischen Mächte nicht daran „stückweise geknabbert“. Das ist die These vom strategischen Fehler, und in diesen Tagen wird sie mit unterschiedlichen Worten wiederholt.
Dagegen steht die defensive Lesart: Russland wolle die Welt nicht beherrschen – das sei Sache Washingtons; „Mutter Russland“ suche nur ein sicheres Zuhause. Die Debatte dreht sich also nicht um Prophezeiungen, sondern darum, wer angefangen hat und wer schuld war.
Der Kalender des Weltuntergangs und der wachsende Skeptizismus
Die Euporischsten begnügen sich nicht mit dem Sieg: Sie legen ein Datum fest. Es ist die Rede davon, dass der Konflikt „am 9.“ enden und sich die Welt, wie wir sie kennen, zwischen dem 16. und dem 22. verwandeln würde. Als Beleg dient ein angeblicher Sprung von 30 Jahren Luft- und Raumfahrtentwicklung und ein neu vorgestelltes Gerät, spöttisch als „Riesenzäpfchen mit Flügeln“ beschrieben. Die apokalyptische Erwartung ernährt sich von jeder Ankündigung.
Hier taucht auch der Verweis auf Deagels Weltbevölkerungsprognose für 2025 auf, als demografisches Omen zitiert und inzwischen von der Website entfernt. Gegen diese Begeisterung erheben sich nüchternere Stimmen: Die Vorhersagen seien für 2022 gescheitert und hätten diesen Krieg nicht kommen sehen; wer im Trümmern klatscht, werde weiter klatschen; und das Drehbuch sei schwach. Der Skeptizismus verhindert den Tropf der Prophezeiungen nicht; er begleitet ihn nur.
Die Prophezeiung als Thermometer, nicht als Ursache
Ein Detail bringt die Anhänger der Weissagung aus dem Konzept: Die Hellseherin soll eine Kette von Unglücken für 2022 vorausgesagt haben – zum Konflikt, der die Welt in Atem hält, dagegen nichts. Wladimirs Ruhm stützt sich vorläufig auf eine Kette von Zitaten ohne Primärquelle und auf einen Kalender, der sich jedes Mal verschiebt, wenn das Datum abgelaufen ist.
Bei einer solchen Kombination aus Glaube, Sensationslust und Phantomearithmetik ist das einzig wirklich Unvermeidliche, dass morgen jemand eine weitere Prophezeiung findet, die alles bestätigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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