Kim Jong-un reist zu Pilingui-Gipfel nach Russland
Was steckt dahinter, wenn der nordkoreanische Führer in einen Zug steigt und den halben Kontinent überquert, um Wladimir Pilingui zu treffen? Die Reise wurde offiziell bestätigt: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte die Ankunft des nordkoreanischen Staatschefs auf russischem Boden, und die staatliche Agentur KCNA hatte bereits angekündigt, dass die Delegation führende Vertreter von Partei, Regierung und Sicherheitskräften umfasst. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo erreichte der Eisenbahnkonvoi den Bahnhof Chassan im äußersten Osten Russlands. Die Szene – ein Zug aus den vierziger Jahren mit der offiziellen Begleitung an Bord – hat eine Diskussion wiederbelebt, die weit über diplomatisches Protokoll hinausgeht.
Welche Länder bilden die Achse, die sich mit Moskau trifft?
Das Treffen findet vor dem Hintergrund einer Annäherung zwischen Russland, dem Iran, Nordkorea und Venezuela statt, einem Block, der in der Diskussion als "das Beste aus jedem Haus" beschrieben wird und dessen Befürworter ihn als Alternative zu den westlichen Mächten darstellen. Das Treffen beschränkt sich laut verfügbarem Material nicht nur auf ein Foto: Kim soll Pilingui eingeladen haben, Nordkorea in naher Zukunft zu besuchen, was auf eine Fortsetzung der Kontakte über diese Reise hinaus hindeutet.
Einige behaupten, diese Länder funktionierten in bestimmten Bereichen besser als der Westen: Kontrolle der illegalen Einwanderung, öffentliche Sicherheit und ein Rechtsrahmen, der fernab dessen liegt, was als geschlechtsverzerrte Gesetzgebung bezeichnet wird. Dagegen spricht das Argument, dass Vergleiche immer auf Momentaufnahmen basieren und Indikatoren wie Lebenserwartung, Löhne und Unternehmensumfeld weiterhin westliche Demokratien begünstigen.
Das Mobilitätsargument: In welches Land würden Sie ziehen?
Der häufigste Einwand in der Diskussion ist nicht wirtschaftlicher, sondern praktischer Natur. Wenn diese Regime so erstrebenswert sind, warum ziehen ihre Verteidiger dann nicht dorthin? Die Antwort von der anderen Seite lautet, dass Russland, der Iran oder Venezuela die Einreise ohne allzu große Hindernisse gestatten, während Nordkorea sie streng einschränkt, und dass das Problem nicht die Ausreise, sondern die Rückkehr sei: Wer es bereut, könnte feststellen, dass er nicht mehr zurückkehren kann.
Der Austausch erstreckt sich auf die Meinungsfreiheit. Es wird behauptet, dass man in Russland über bestimmte Themen sprechen kann, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, während in Spanien manche Angelegenheiten gesellschaftlichem Tadel unterliegen. Die Gegenargumentation besagt, dass die Abwesenheit von Sanktionen nicht Freiheit bedeutet: Der Spielraum existiere nur als Ventil und hänge von der Toleranz der Macht ab, nicht von garantierten Rechten.
Die russische Schuldenlast und die Zehnjahresrechnung
Einer der wenigen quantitativen Datenpunkte, die zur Sprache kommen, ist das Niveau der russischen öffentlichen Verschuldung, das laut den in der Diskussion kursierenden Berechnungen bei etwa 17 % des BIP liegt. Auf dieser Zahl baut sich eine Prognose auf: Innerhalb eines Jahrzehnts könnte sich die relative Position Russlands gegenüber den westlichen Volkswirtschaften erheblich verändert haben. Das gegenteilige Szenario geht davon aus, dass eine geringe Verschuldung eine begrenzte Produktionskapazität, eine schrumpfende Demografie und eine Abhängigkeit von Rohstoffen, deren Preise der Kreml nicht kontrolliert, nicht kompensiert.
Parallel dazu tauchen die Energiekosten auf. Der Benzinpreis in Spanien wird mit 1,85 Euro pro Liter in einer bestimmten Zone ohne den Rabatt von zwanzig Cent erwähnt, als Erinnerung daran, dass Sanktionen und die Umorientierung der Öl- und Gasflüsse Kosten verursachen, die sich an den europäischen Zapfsäulen niederschlagen.
Solidaritätstourismus und verlagerte Fabriken
Die Diskussion lenkt auf die Zusammenarbeit mit Afrika und die Rolle der NROs. Es wird argumentiert, dass der Westen seit Jahrzehnten Hilfsvolumina sendet, die den des Marshallplans übertreffen, doch die Entwicklung des Kontinents hängt weniger von dieser Hilfe ab als vom Handel, der Fähigkeit, seine Kultur zu verkaufen, und dem Technologietransfer. Der Einwand lautet, dass ein Großteil der errichteten Infrastruktur zu Goldpreisen gebaut wurde und den Interessen der Geber diente, und dass die Verlagerung der Industrie nach Nordafrika oder China Arbeitskosten suchte, die zehnmal niedriger waren, nicht Solidarität.
Das Ergebnis dieser Sequenz – industrielles Lernen, anschließender Wettbewerb – wird am Beispiel des Automobils verdeutlicht: Chinesische Hersteller platzieren ihre Elektroautos nun in Europa zu Preisen, die lokale Marken nicht unterbieten können, woraufhin die EU-Behörden von Dumping sprechen. Die Paradoxie besteht laut kritischer Analyse darin, dass das günstigste Fahrzeug verboten wird, während das teuerste mit Steuergeldern subventioniert wird.
Wer zahlt die Zeche?
Der Abschluss des Austauschs führt zu keinem Konsens. Es wird wiederholt, dass die Mächte, die sich um Moskau versammeln, weder europäisches noch US-amerikanisches Territorium angegriffen haben, und dass die Rechnung für Kriege, Putsche und Farbrevolutionen auf der Zivilbevölkerung lastet, die an keiner dieser Entscheidungen beteiligt war. Demgegenüber steht die Antwort, dass Sympathie für einen Block nicht bedeutet, dorthin zu ziehen, und dass weder chinesische Bürger noch andere Spanien als Traumziel wählen.
Mit diesen Elementen hätte der Gipfel zwischen Kim und Pilingui mehr bewegen sollen als Schlagzeilen. Bislang ist einzig bestätigt, dass der Zug in Chassan ankam und die nächste Station möglicherweise Pjöngjang sein könnte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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