CHJ schließt Haftpflichtversicherung vor Valencia-Flut ab

Die CHJ versicherte am 7. Oktober die Strafhaftung von 212 Mitarbeitern, 22 Tage vor der Flutkatastrophe in Valencia.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fahrlässigkeitsversicherung drei Wochen vor der Flut

Ist Fahrlässigkeit versicherbar? Ja, und die Confederación Hidrográfica del Júcar (CHJ) hat es getan. Die staatliche Behörde schloss am 7. Oktober eine Zivilhaftpflichtversicherung für strafrechtliche Verfahren für 212 öffentliche Bedienstete ab, wie aus einer im BOE veröffentlichten Bekanntmachung hervorgeht. Zweiundzwanzig Tage später verwüstete die DANA Teile der Provinz Valencia. Der nun diskutierte Text spricht laut seinen Verteidigern nicht von gewöhnlicher Berufshaftung: Er spricht, wörtlich zitiert, von Fahrlässigkeit.

Die Veröffentlichung im BOE löste Kontroversen aus. Ein Teil der Leser sah darin sofort eine Präventivdeckung gegen das Kommende; ein anderer entgegnete, dass jeder Architekt, Arzt oder Autofahrer eine ähnliche Police besitzt. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau dort beginnt das Problem.

Was steht im im BOE veröffentlichten Vertrag?

Das Dokument regelt den Abschluss einer Zivilhaftpflichtversicherung für strafrechtliche Verfahren für das Personal der Behörde. Es handelt sich nicht um eine Versicherung gegen Strafrecht: Diese existiert als solche auf dem Markt nicht. Es ist eine Police, die die zivilrechtlichen Entschädigungen deckt, die aus einer strafrechtlichen Verurteilung resultieren können, ähnlich wie die Kfz-Versicherung das Opfer eines Unfalls entschädigt, auch wenn der Fahrer verurteilt wird.

Genau hier verhedderte sich die Diskussion. Es wird argumentiert, dass sich der Text auf leichte Fahrlässigkeiten bezieht, und die Befürworter dieser Lesart fügen hinzu, dass grobe Fahrlässigkeit nicht versicherbar sei, da sie mit Freiheitsstrafen verbunden ist. Die Nuance hat ihre Logik, lässt aber auch eine unbequeme Interpretation zu: Die Police würde den Haftungsbereich vom administrativen Versäumnis bis zum Fehler mit irreversiblen Folgen abdecken.

Ist dies eine normale Versicherung oder gibt es Anomalien?

Das am häufigsten wiederholte Argument für die Normalität ist der berufliche Vergleich. Ein Architekt unterzeichnet seine Haftpflichtversicherung; ein Chirurg ebenfalls. Ein Beamter, der Staudamm-Anträge bearbeitet, unterscheidet sich theoretisch nicht. Der Einwand kommt, wenn man das konkrete Beispiel betrachtet: Es ist nicht dasselbe, einen Schraubenzieher im Patienten zu vergessen, als bei der Verwaltung einer Infrastruktur mit Tausenden Menschen flussabwärts einen Fehler zu machen.

Hier liegt der Kern der Sache. In der Debatte wird gefragt, ob es legal ist, die Zivilhaftung eines öffentlichen Bediensteten in einem Strafverfahren mit öffentlichen Geldern zu bezahlen. Die berechtigte Zweifel, die niemand ausgeräumt hat, ist, ob diese Deckung eine verbreitete Praxis in allen Flussgebietsbehörden ist oder ob hier mit ungewöhnlicher Eile abgeschlossen wurde.

Verlängerung oder Neuauftrag: Das Datum, das die Erzählung ändert

Einer der meistzitierten Daten zur Beruhigung der Alarmstufe ist, dass die Police bereits seit 2020 existierte, mit identischen Bedingungen wie heute. Wenn es sich um eine periodische Verlängerung handelt, verliert der Vertrag die ihm zugeschriebene Absichtslast. Aber einige behaupten, dass die Bekanntmachung selbst von einem Auftrag, nicht von einer Verlängerung spricht, und weisen auf eine Überlappung zwischen dem alten und neuen Vertrag hin: Die Tragödie hätte die Behörde mit zwei gleichzeitig gültigen Versicherungen erwischt.

Wenn diese Lesart stimmt, verschiebt sich der Fokus. Die Frage lautet nicht mehr, warum im Oktober unterschrieben wurde, sondern warum nicht früher verlängert wurde, warum die Versicherungsgesellschaft wechselte oder was die früheren Vertragsbedingungen besagten. Die feinen Details dieser Chronologie — Startdaten, Ablaufdaten, Prämienbeträge — sind nicht geklärt und sollten nicht als feststehende Tatsachen behandelt werden.

Forata, der Barranco del Poyo und die durchfließenden Wassermengen

Die genannten Zahlen sind die unangenehmsten. Der Forata-Stausee erhielt einen Zufluss von 2.000 m³/s und leitete etwa 900 m³/s ab, gemäß den eigenen Nachrichten, die die Konföderation in der Nacht des 30. verbreitete. Der Barranco del Poyo transportierte am 29. um 18.00 Uhr 1.725 m³/s, fast viermal die Menge des Ebro, wie in der Debatte angemerkt wurde.

Genauigkeit zählt und sollte wiederholt werden: Forata entwässert in den Magro-Fluss, der Catadau, Alfarp, Carlet, La Alcudia, Guadassuar und Algemesí überschwemmte. Er liegt etwa 30 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die meisten Opfer zu beklagen waren. Die Katastrophe auf das Öffnen der Schleusen zurückzuführen, ist angesichts der vorliegenden Daten eine Vereinfachung, die den hydrografischen Details nicht standhält.

Warnung, Budget und der Rest der Geschichte

Die Warnnachrichten an die Bevölkerung erreichten die Mobiltelefone erst um 20.00 Uhr, wie in der Debatte behauptet wird, als viele Betroffene bereits Wasser im Erdgeschoss hatten. Die kursierende Rekonstruktion verortet die Entscheidung im politischen und nicht im technischen Bereich und weist darauf hin, dass Informationen über die Durchflussmenge des Poyo bereits Stunden zuvor vorlagen. Dies sind Aussagen, die sich zwischen Anschuldigungen und Dementis bewegen und die bis heute nicht abschließend geklärt sind.

Der andere irritierende Punkt ist haushaltstechnischer Natur: 96.000 Euro verteilt über vier Jahre für die Instandhaltung von 30 Kilometern Flussbett, gemäß einer in der Debatte genannten Zahl. Mit diesem Betrag frisst die Erstellung der Lastenhefte einen erheblichen Teil der Gesamtsumme. Und das sagt, unabhängig von Versicherungen und Warnungen, viel darüber aus, wie die Flussbettpflege historisch behandelt wurde.

Am Ende ist die Police nebensächlich. Die Versicherung deckt leichte Fahrlässigkeiten ab, weil schwere nicht versicherbar sind, und kein Versicherungsbesitzer geht für jemand anderen ins Gefängnis. Bemerkenswert ist, dass jemand diese Deckung für notwendig hielt und dass sie zweiundzwanzig Tage später tatsächlich benötigt wurde.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (229 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver