Ibiza verliert Touristen nach drei Jahren Preiserhöhungen

Nach drei Jahren steigender Preise bleibt der Tourismus auf Ibiza aus: 400 Euro für Liegen und Paella sowie Abendessen für 12.300 Euro schrecken ab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibiza verliert Touristen nach drei Jahren Preiserhöhungen
Ibiza wird bis zu 1.000 Euro pro Tag teurer, und die Touristen bleiben aus

Der Einbruch des Tourismus auf Ibiza hat eine unbequeme Erklärung: Wer dort früher Urlaub machte, kann sich ihn nicht mehr leisten. Die Händler auf der Insel, die das restliche Jahr über von dem leben, was sie in drei Monaten verdienen, blicken auf halb leere Straßen und verstehen die Welt nicht mehr. Drei Jahre lang haben sie die Preise ohne Bremsung erhöht. Und nun kommt plötzlich kaum noch jemand.

Auf dem Tisch liegen mehrere Hypothesen. Dass die Urlauber in günstigere Destinationen abgewandert sind. Dass die Saison verschoben wurde, weil halb Europa bei den Olympischen Spielen in Paris war. Und die unbequemste von allen, die Ockhams Rasiermesser ohne Betäubung anwendet: Das Geld ist alle. Alles ist gleichzeitig teurer geworden — Mieten, Wohnraum, Flüge, sogar Olivenöl — und als Erstes fliegt der Status-Urlaub aus der Ausgabenliste.

Was ist mit dem Tourismus auf Ibiza passiert?

Die Insel funktioniert mit einer Trichterwirtschaft: Monate brutaler Umsätze und elf Monate Durststrecke. Wenn der Trichter verstopft, spürt der Händler es am selben Tag in der Kasse. Das Bemerkenswerte ist nicht, dass die Preise gestiegen sind, sondern dass sie so lange und so stark stiegen, ohne dass jemand bremste. Nichts in der öffentlichen Diskussion der letzten Jahre deutete darauf hin, dass der Tourist ein Limit hat. Jetzt stellt sich heraus, dass er eines hat.

Wer vom Sektor lebt, fasst es ohne Schnörkel zusammen: Wenn der Kunde nicht kommt, gibt es keine Verhandlungsbasis. Und genau der Stammkunde, der die Buchten, Strandbars und Apartments in zweiter Reihe füllte, fehlt. Genau dieser Kundentyp ist weggebrochen.

Was kostet ein Tag auf Ibiza wirklich?

Die Preisliste für Besucher ist eine Geduldsprobe. Eine Unterkunft in Valencia, die im August für 260 Euro pro Nacht angeboten wird (nur Übernachtung), wirkt wie ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was auf der Insel verlangt wird. In Cala Bassa wurden 400 Euro für Liegen und eine Paella berechnet. Manche beziffern die Mindestausgaben für einen Luxusurlaub auf 1.000 Euro pro Tag, andere sprechen von Chalets für 5.000 Euro pro Nacht und Abendessen für 2.000 Euro mit einem ordentlichen Wein.

Die teuerste Anekdote stammt von einem Restaurant auf der Insel: Ein Abendessen für 12.300 Euro, das mit sechs Festnahmen endete, weil die Gäste die Zahlung verweigerten. Darunter ein 77-jähriger Brite und fünf Frauen zwischen 24 und 39 Jahren. Laut Berichten läuft das Verfahren noch; keiner der Verhafteten wurde bisher verurteilt. Bei diesen Zahlen ergibt die vollständige Aufstellung einer Woche auf der Insel, Posten für Posten, eine Summe, die einem die Lust auf den Flug nimmt.

Warum kommen europäische Touristen nicht mehr?

Der spanische Sonnen- und Strandtourismus lebte jahrzehntelang von der Mittelschicht Nordeuropas. Diese Klientel ist nicht verschwunden, sondern geschrumpft. Großbritannien und Deutschland erleben keine gute Phase, und ihre Mittelschichten haben dieselben Probleme wie die spanische, wobei Wohnkosten und Einkaufskorb das Budget auffressen. Für dieses Profil ist eine Woche Ibiza heute ein Luxus, kein Standard mehr.

Manche argumentieren, das Problem seien nicht die Preise, sondern die Erwartungen: Wenn die Insel Tarife für exklusives Reisen aufruft, sollte auch der Service entsprechend sein. Ist er aber oft nicht. Beschwerden über Infrastruktur, Flughafen und Zugang zu den Buchten tauchen immer wieder auf, wenn man genauer hinsieht. Der Preis steigt im Luxustempo; das Produkt, so heißt es, nicht unbedingt.

Bricht der Tourismus in ganz Spanien ein?

Nein. Das ist das Detail, das die Erzählung bricht. Andere Orte halten stand oder wachsen: Málaga beispielsweise war mitten in der Saison voll, mit dem Vorteil, dass man überall ohne Reservierung essen konnte. Der Norden Spaniens gewinnt jährlich mehr Besucher, und das Dreieck Calpe, Altea und Benidorm zieht einen Großteil des neuen Hotelbaus an, mit hohen Preisen und fester Nachfrage.

Außerhalb Spaniens passiert Ähnliches. Griechenland gewinnt unter westlichen Touristen an Attraktivität: Ein Grundstück, das vor einigen Jahren etwa 30.000 Euro kostete, wurde bereits für 52.000 Euro gesehen, ist aber für ausländische Käufer weiterhin erschwinglich. Marbella und Ibiza, so manche Analyse, sind kein positives Vorbild mehr. Der Tourist ist nicht zu Hause geblieben: Er ist umgezogen.

Waren die Proteste der letzte Stoß?

Demonstrationen gegen Massentourismus, mit Wasserpistolen, Rufen von Tourists go home und Nachbarn, die auf Besucher zeigten, gingen weltweit durch Videos und Schlagzeilen. Es ist schwer zu quantifizieren, wie viel des aktuellen Rückgangs darauf zurückzuführen ist, aber das Argument hat Substanz: Wer Tausende Euro für Urlaub ausgibt, wählt kein Ziel, wo man ihn anschreit.

Gegen diese These erinnert eine andere Analyse daran, dass Tourismus ein Gewohnheits- und Geldbeutel-Tier ist und dass, wenn der Preis das Problem ist, das Image nebensächlich ist. Ein überfülltes und extrem teures Reiseziel verliert aus reiner Mathematik an Attraktivität, nicht wegen schlechter Presse. Beides kann wahr sein, und wahrscheinlich ist es das auch.



Niemand bestreitet, dass das Modell an eine unbequeme Grenze gestoßen ist: Derjenige, der Touristen bedient, kann sich selbst keinen Aufenthalt auf der Insel leisten, auf der er arbeitet. Wäre der Einbruch nur eine Frage der Preise, würde sich die Anpassung von allein einstellen: Preise senken und warten. Nichts deutet darauf hin, dass jemand bereit ist, zuerst zu senken. Und während das entschieden wird, steigt der Kunde aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (222 Antworten).

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