China verzeichnet Rekordverbrauch von 10,4 Billionen kWh Strom

Die NEA meldete für 2025 einen Stromverbrauch Chinas von 10,4 Billionen kWh, ein Weltrekord. Kohle deckt weiterhin 55 % der Erzeugung ab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China verbrauchte im Jahr 2025 10,4 Billionen Kilowattstunden Strom, ein Anstieg von 5 % gegenüber dem Vorjahr und das erste Mal, dass ein Land die Marke von 10 Billionen überschreitet. Dieser Meilenstein geht einher mit einer anhaltenden Abhängigkeit von Kohle, die 55 % der Stromerzeugung ausmacht.

Es gibt eine Zahl, die man zweimal lesen sollte, bevor man Schlussfolgerungen zieht. Die chinesische Nationale Energieverwaltung gab am 17. Januar 2026 bekannt, dass das Land im Jahr 2025 **10,4 Billionen Kilowattstunden** verbraucht hat. Es ist das erste Mal, dass eine Volkswirtschaft die Barriere von 10 Billionen durchbricht und damit einen Maßstab setzt, den kein anderes Land erreicht hat: mehr als doppelt so viel wie die USA und über dem kombinierten Verbrauch der Europäischen Union, Russlands, Indiens und Japans.

Das Wachstum lag bei **5 %** im Jahresvergleich. Für ein Land, das höhere Raten gewohnt war, ist dies nicht spektakulär, aber auf einer Basis von zehn Billionen hat jeder Prozentsatz Gewicht. Der tertiäre Sektor stieg um **8,2 %** und der Wohnverbrauch um **6,3 %**. Zusammen erklären sie etwa die Hälfte des gesamten Anstiegs. Die andere Hälfte, der Teil, der wirklich den Ausschlag gibt, kommt aus der Industrie.

## Elektromobilität und Rechenzentren treiben die Nachfrage

Der Stromverbrauch für Lade- und Batteriewechselstationen für Elektrofahrzeuge stieg um **48,8 %**. Ende November 2025 hatte China über **19,32 Millionen Ladepunkte**, ein Plus von 52 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Infrastruktur trägt die weltweit größte Flotte an Elektroautos und verbraucht entsprechend viel Strom.

Der Sektor Internet, Software und IT-Dienstleistungen steigerte seinen Verbrauch um **17 %**. Dahinter stehen Rechenzentren, KI-Dienste in der Cloud und ein 5G-Netzwerk, das Ende 2025 **4,7 Millionen Basisstationen** zählte. Digitalisierung ist nicht kostenlos: Jede Anfrage an ein Sprachmodell, jedes Video vom Server und jede Transaktion läuft über Maschinen, die Strom fressen.

Grüne Fertigung fügt eine weitere Ebene hinzu. Die Produktion von Fahrzeugen mit neuer Energie wuchs um mehr als 20 %, die von Windkraftanlagen um über 30 %. China installiert nicht nur erneuerbare Energien; es produziert sie im industriellen Maßstab für den Inlands- und Exportmarkt. Auch dieser Herstellungsprozess verbraucht Energie.

Dann ist da noch das Klima. Der Sommer 2025 war der heißeste in China seit 1961. Der Wohnverbrauch in Provinzen wie **Henan**, **Shaanxi** und **Shandong** stieg um mehr als 30 %, wobei die Klimaanlage bis zu 40 % der Spitzenlast ausmachte. Zum ersten Mal überschritt der monatliche Verbrauch in Juli und August eine Billion kWh. Die Klimaanlage, diese Erfindung, die Leben rettete, aber Netze komplizierte, spielt eine große Rolle bei diesem Rekord.

## Kohle dominiert weiterhin, trotz Wachstum der Erneuerbaren

Hier kommt die Nuance hinter der Schlagzeile. Trotz der Tatsache, dass China der weltweit größte Investor in saubere Energie ist, liefert Kohle **55 %** der chinesischen Stromerzeugung. Wasserkraft deckt 13-14 % ab, mit saisonaler Variabilität. Windenergie macht 11 % aus, mit jährlichem Wachstum zwischen 16 % und 27 %. Solarenergie steht bei 10-11 %, mit Zuwächsen von 43 % bis 48 %. Kernenergie liefert 4-5 %, Erdgas 3 %.

Im Jahr 2025 fügte China ungefähr **500 GW** Kapazität für Wind- und Solarenergie hinzu: etwa 380 GW Solar und 120 GW Wind, laut Prognosen des State Grid Energy Research Institute. Der aus diesen Quellen erzeugte Strom machte rund 22 % des Gesamtverbrauchs aus. Im ersten Quartal 2025 übertraf die kombinierte Kapazität für Wind und Solar, **1.482 GW**, erstmals die thermische Kapazität von 1.450 GW. Auf dem Papier ist dies ein Epochalwandel, obwohl die tatsächliche Produktion hinter der installierten Kapazität zurückbleibt, weil die Sonne nachts nicht scheint und der Wind nicht immer weht.

Der Schlüssel zum Verständnis, warum China Kohlekraftwerke nicht abrupt abschaltet, liegt unter der Erde. Das Land förderte im Jahr 2024 **4,759 Milliarden Tonnen** Kohle, mehr als die Hälfte der weltweiten Gesamtmenge, und deckt damit rund 90 % seines Bedarfs. Die gesamte energetische Selbstversorgung liegt bei etwa 85 %. Öl wird zu 73 % importiert, Gas zu 61 %. Kohle hingegen ist inländisch. Sie hängt nicht von Seewegen oder Partnern ab, die ihre Meinung ändern könnten.

## Der Rekord bedeutet nicht, dass chinesische Verbraucher euphorisch sind

Es wäre ein Fehler, die 10,4 Billionen als Zeichen eines starken Binnenkonsums zu lesen. Der Großteil des Anstiegs stammt aus dem verarbeitenden Gewerbe, das **64 %** des Gesamtverbrauchs absorbiert, insbesondere exportorientierte Sektoren. Die chinesische Industrie nutzt etwa 60 % ihres gesamten Stroms, weit über dem OECD-Durchschnitt von 32 %.

Der Anstieg beim Wohnverbrauch reagiert größtenteils auf extreme Hitze, nicht auf steigende diskretionäre Ausgaben. Einzelhandelsumsatz, Immobilienaktivitäten und Verbrauchervertrauen bleiben gedämpft. Wenn der private Konsum schwächelt, kompensiert der Staat mit Investitionen in Infrastruktur und exportorientiertes Gewerbe. Dies ist das klassische Muster des chinesischen Modells, und dieser Rekord passt ohne Zwang hinein.

Ein oft übersehenes Detail: China verfügt über etwa **1.450 GW** installierte thermische Kapazität, die weltweit größte Flotte, doch diese Kraftwerke arbeiten nur bei 50 % Auslastung. Viel dieses Kapitals ist versunken. Neue Kraftwerke, die 2024 genehmigt wurden, summieren sich auf **62 GW**. Ihre Lebensfähigkeit hat eine Logik jenseits der Wirtschaftlichkeit: Energiesicherheit, soziale Stabilität in Bergbauprovinzen, Netzflexibilität und provinzielle fiskalische Verpflichtungen, die schwer rückgängig zu machen sind.

## Vergleich mit Europa zeigt zwei unterschiedliche Bilder

Zum Vergleich: China konsumierte 2024 10.400 TWh, Deutschland 462 TWh und Spanien 248 TWh. Das ist 42-mal mehr als Spanien. Der Pro-Kopf-Verbrauch in China, etwa **7.300 kWh**, übersteigt die 5.500 in Deutschland und die 5.200 in Spanien. Beim Anteil der Erneuerbaren liegt Deutschland jedoch vorn mit 60 %, gefolgt von Spanien mit 57 %, während China bei 36 % liegt. Bei Kohle steht China bei 55 %, Deutschland bei 25 % und Spanien bei 1 %. CO₂-freier Strom erreicht 42 % in China, 60 % in Deutschland und 77 % in Spanien.

Die Paradoxie besteht darin, dass Spanien praktisch alle fossilen Energien importiert, während China überwiegend autark ist. Das Land mit den höchsten CO₂-Emissionen ist auch dasjenige, das sauberste Technologien am schnellsten einführt und viele Lieferketten kontrolliert, die der Rest der Welt benötigen wird. China investierte im Jahr 2024 **625 Milliarden US-Dollar** in saubere Energie, was 31 % des weltweiten Gesamtbetrags entspricht. Chinesische Unternehmen halten 75 % der weltweiten Patente für Cleantech, verglichen mit 5 % im Jahr 2000. Und es erreichte sein Ziel von 1.200 GW Wind- und Solarkapazität für 2030 sechs Jahre früher als geplant.

Die offene Frage bleibt, ob China sein Wirtschaftswachstum von der Kohle entkoppeln kann, bevor die versunkenen Kosten zu schwer wiegen. Die Wette scheint klar: Nutze inländische Kohle als Brücke, während man das erneuerbare System aufbaut, das später an die Welt verkauft werden soll. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, und niemand weiß noch, wie es endet. Sicher ist jedoch, dass der Rekord von 10 Billionen kWh nicht durch eine einzige Ursache erklärt werden kann, und wer ihn auf Propaganda oder Wunder reduziert, verpasst das Interessante.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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