China schränkt Gallium- und Germaniumexporte zur Chip-Kampf verschärft

China kontrolliert rund 90 % der weltweiten Gallium- und Germaniumproduktion und schränkt den Export ein, was die westliche Halbleiterindustrie unter Druck setzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China schränkt Gallium- und Germaniumexporte zur Chip-Kampf verschärft
China drosselt die Gallium- und Germaniumlieferungen an den Westen

Dieser Schritt wurde über längere Zeit vorbereitet. Als Washington begann, die Zölle zu verschärfen und den Verkauf von Halbleitern und Lithografiemaschinen an Peking zu verbieten, erfolgte die chinesische Antwort nicht sofort, sondern kalkuliert. Das asiatische Land kontrolliert rund 90 % der weltweiten Produktion von Gallium und Germanium – zwei Metalle, die nicht in eigenen Minen abgebaut werden, sondern als Nebenprodukt der Aluminium-, Zink- und Bauxitgewinnung anfallen. Ohne sie gibt es keine Hochfrequenz-Chips, keine hocheffizienten Solarpaneele und keine der Leistungselektronik-Komponenten, die die westliche Industrie stützen.

Die Frage, die in den Analysen im Raum steht, ist nicht, ob China dies tun kann, sondern wie lange der Westen ohne diese Versorgung auskommen kann. Und die Rechnung geht hier nicht auf.

Warum man Gallium nicht wie Kohle abbauen kann

Dies ist das Detail, das die Fantasie vom „wir suchen uns einfach einen anderen Lieferanten“ zerstört. Gallium wird als Nebenprodukt im Bayer-Verfahren bei der Aluminiumproduktion aus Bauxit gewonnen: Die Mischung aus Natriumaluminat und Gallat wird in Natriumhydroxid gelöst, und das Gallium wird durch fraktionierte Kristallisation mit Kohlendioxid getrennt. Germanium stammt aus Zink. Es gibt keine Gallium-Lagerstätte, die nur darauf wartet, dass jemand eine Flagge setzt.

Das bedeutet, dass die Eröffnung einer Mine allein nichts löst: Man muss eine gesamte industrielle Kette rund um die Metallurgie von Aluminium und Zink aufbauen, inklusive Genehmigungen, Machbarkeitsstudien und Verarbeitungsanlagen. Die Zeiträume in der Branche – Exploration, Machbarkeit, Genehmigungen, Bau – werden in Jahren gemessen, nicht in Quartalen. Wer glaubt, dass es in sechs Monaten eine Alternative gibt, hat keinen Blick in die Produktionsbilanzen geworfen.

Die Schadensrechnung: Wer verliert im Schlagabtausch mehr?

Die vorherrschende These besagt, dass China im Vorteil ist, weil die Partei mit der Handelsbilanz im Rücken bei einer Eskalation am wenigsten zu verlieren hat. Doch diese Lesart ist trügerisch. Das wahre Risiko für Peking ist ein anderes: dass seine Kunden die Suche nach alternativen Lieferanten beschleunigen und die Abhängigkeit von China früher als erwartet beenden. Exportbeschränkungen beschleunigen diesen Prozess zwar, aber zu einem brutalen Preis für die westliche Industrie, die mit schweren Engpässen konfrontiert wird, solange Alternativen aufgebaut werden.

Die Parallele zu russischem Öl ist unvermeidlich. Als Europa aufhörte, Rohöl direkt aus Russland zu kaufen, gelangten raffinierte Fässer weiterhin über asiatische Zwischenhändler nach Europa, allerdings mit Mehrkosten, die niemand vollständig aufgeschlüsselt hat. Bei Gallium gibt es keinen möglichen Zwischenhändler: Es wird nirgendwo sonst produziert. Der Unterschied ist, dass es für Öl andere Produzenten gibt, für Gallium praktisch nicht.

Das Blatt, das der Westen nicht spielen kann

Das Szenario in den härtesten Analysen ist eine symmetrische Vergeltung: Wenn China Gallium blockiert, blockiert die G7 andere chinesische Produkte. Das Problem ist, dass sich die Chip-Industrie es nicht leisten kann, fünf Jahre auf eine alternative Versorgung zu warten. Halbleiterfabriken arbeiten mit Just-in-time-Lieferketten, und ein Engpass bei einem kritischen Metall lässt sich nicht durch politischen Willen lösen.

Manche behaupten, der chinesische Schritt sei eher ein Signal als eine Kriegserklärung im Handelskrieg: eine Erinnerung daran, wer die Karten in der Hand hält, bevor das Spiel kompliziert wird. Und der US-Wahlkalender erhöht den Druck: Je näher der Termin an den Urnen rückt, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich der Schlagabtausch verschärft.

Der Punkt, an dem die Analyse immer ins Stocken gerät, ist stets derselbe: Niemand weiß wirklich, wie lange es dauert, eine alternative Lieferkette für Gallium und Germanium außerhalb Chinas aufzubauen. Diejenigen, die Fristen nennen, raten nur. Diejenigen, die keine nennen, haben ebenfalls keine Antwort.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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