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Börsenversprechen: 20% Rendite durch vier Aktien entlarvt
Verkauf von 4 Aktien für 61 Euro Gewinn beworben; Nutzerberechnung zeigt Verlust.
20% jährliche Börsenrendite durch den Verkauf von vier Aktien
Ist es möglich, ohne Profi zu sein, mit wenig Geld und ohne Risiko 20% jährlich an der Börse zu verdienen? Das Angebot, das mit diesem Versprechen kursierte, genau das: eine jährliche Rendite von 20% durch billig kaufen und teuer verkaufen, mit 4.000 Euro Kapital, kostenpflichtigen Marktdaten und viel Nervenstärke. Das erklärte Ziel war, Sparzinsen, Anleihen und „fast alle Investmentfonds“ deutlich zu schlagen – und das mit „maximaler Sicherheit“ für das Geld. Der Autor beruft sich auf drei Jahre Erfahrung zwischen 2011 und 2014 und behauptet, gelernt zu haben, dass ihm „praktisch nichts passiert“.
Das Werkzeug ist simpel: historische und Echtzeitdaten eines kostenpflichtigen Providers — etwa 12 Euro pro Monat —, die Website der Bank oder des Brokers (hier BBVA oder Renta4) und gesunder Menschenverstand. Technische und fundamentale Analyse sind von vornherein ausgeschlossen: Seiner Meinung nach sind sie „ein sicherer Weg in den Ruin“. Die Strategie kurz zusammengefasst: Aktien kaufen und verkaufen sei wie Kartoffeln handeln, nur dass gute Qualität „nicht verdirbt und immer Käufer findet“.
Der 61-Euro-Gewinn aus dem Verkauf von vier Aktien
Die erste dokumentierte Transaktion beginnt schiefzulaufen. Es werden 247 FCC-Aktien zu 16,23 Euro gekauft — eine Investition von rund 4.000 Euro — und 4 Titel zu 16,40 Euro verkauft. Die präsentierte Rechnung lautet so: 65 Euro aus dem Verkauf minus 4 Euro Gebühr ergeben 61 Euro Gewinn. Ein elementarer Detail fehlt. Diese Aktien mussten zuvor bezahlt werden. Man verkauft weniger als 2% der Position und nennt den Erlös dieser Teilverkauf „Gewinn“, ohne den Kaufpreis der Titel abzuziehen.
Zinseszins funktioniert nicht so, besonders wenn man den Trick wiederholt. Der häufigste Einwand ist reine Grundschulmathematik: „Aktienverkäufe in Fünferpaketen sind unrentabel, weil Gebühren die Gewinne auffressen“, und dass ein 4%-Gewinn durch den Verkauf von unter 10% des Kapitals nicht einem 20% Jahresgewinn entspricht. Hier liegt der Kern des Problems: Zwischen der angekündigten und der tatsächlich berechneten Rendite klafft eine Lücke.
Handelskosten: Gebühren fressen die Marge auf
Das zweite Loch sind die Handelskosten. Bei Gebühren von mindestens 1% pro Order und einem Minimum von 4 Euro frisst jede kleine Order die Marge auf. Vier Aktien zu verkaufen bedeutet einen Ordervolumen von ca. 65 Euro; die Gebühr verschlingt mehr als 6% des Betrags, die Operation startet bereits im Minus. Mit 4.000 Euro Kapital übersteigen die laufenden Kosten laut wiederholter Kritik im Thread 120 Euro in weniger als einem Monat.
Die Methode wird nach Korrekturen erneut angewendet. In einer zweiten Phase, ausgehend von 4.190 Euro, beschließt man, 1.382 Euro Liquidität — 33% — liegen zu lassen und 2.793 Euro zu investieren: 181 FCC-Aktien zu 15,35 Euro. Auf dem Papier passt alles; in der Praxis summieren sich bei jedem Ein- und Ausstieg Gebühren, und die verbleibende Marge wird immer dünner.
Wurden sie wirklich zu 17 Euro verkauft?
Dann kommt die stärkste Widerlegung. Im Verlauf der Erzählung wird behauptet, die Position zu 17 Euro verkauft zu haben, mit 182 Euro Gewinn. Das Problem ist zeitlicher Natur: Laut der Neuberechnung eines anderen Nutzers lag der letzte Kurs von FCC bei 17 Euro im Februar, und das Hoch am 10. April erreichte nur 16,63 Euro. Rechnet man die Transaktion mit diesen Zahlen neu — 242 Aktien zu 16,63 Euro, also ca. 4.024 Euro, gegenüber 4.008 Euro Investition plus angefallenen Kosten — ergibt sich kein Gewinn: Es ist, laut dieser Berechnung, ein Verlust von etwa 29 Euro.
An diesem Punkt hört die Diskussion auf, ein reines Rechenproblem zu sein. Von anderer Seite wird argumentiert, die Zahlen seien erfunden worden; die Antwort des Autors besteht darin, die Konversation zu beenden, den Kritikern böswillige Absicht zu unterstellen und seinen Rückzug anzukündigen. Die Zusammenfassung der Stimmung: „Mach die Tür beim Hinausgehen zu.“
Ein Renditeversprechen endet im eigenen Blog
Die Abfolge ist ein Lehrbuchbeispiel dieses Genres. Zuerst hohe, risikolose Rendite. Dann Rechnungen, die nicht aufgehen, und unbequeme Fragen. Dann die Wendung: „Es war ein Scherz.“ Und schließlich der Rückzug mit verteilten Schuldzuweisungen — wer sich respektlos behandelt fühlt, hat vorher selbst Respektlosigkeit erfahren — und die Verlagerung der Methode auf einen eigenen Blog, fernab der Skeptiker.
Der eigentliche Vorwurf ist nicht mathematischer, sondern ethischer Natur. Die Börse als einfachen Weg darzustellen, mit bescheidenen Ersparnissen ein Taschengeld zu verdienen, ohne das Risiko hervorzuheben, ist keine Vereinfachung: Es ist Verkaufsmasche. Darin sind sich viele Kritiker einig, egal woher ihre Zahlen stammen.
Mit 4.000 Euro, Orders von 65 Euro und einer Mindestgebühr von 4 Euro ergibt die im Thread diskutierte Neuberechnung einen Verlust von etwa 29 Euro, eine Methode unter Überarbeitung und einen frisch eröffneten Blog. Jede Ähnlichkeit mit dem angekündigten Erfolgsgarant ist Zufall.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Am 6. August 2012 pausierte die spanische Börse mitten in der Krise für drei Stunden. Der Ibex 35, das Verbot von Leerverkäufen und Bankia prägten den Handel.