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BNI: bis zu 1.208 € im Jahr für Networking um 6:45 Uhr
Eine Zeitung beziffert die Kosten für BNI auf 708 € Aufnahmegebühr plus 10 € pro Treffen: bis zu 1.208 € im Jahr. Geschlossene Gruppen, nur ein Unternehmen pro Branche.
BNI: bis zu 1.208 Euro im Jahr fürs Frühaufstehen und Kontakte knüpfen
Um 6:30 Uhr morgens frühstücken in einem Hotel rund fünfzig Unternehmer und tauschen Geschäftsempfehlungen aus. Das ist das Format von BNI, einem internationalen Netzwerk, das in geschlossenen Gruppen von 40 bis 50 Mitgliedern aus verschiedenen Branchen arbeitet —Renovierung, Abschleppdienste, Versicherung, Haushaltsgeräte, Optik— und sich wöchentlich mit Anwesenheitspflicht trifft. Wer innerhalb von sechs Monaten mehr als dreimal fehlt, fliegt raus. Der Beitrag liegt bei rund 600 Euro jährlich, doch nach einer Berechnung, die kursiert, steigen die realen Kosten: mit 10 Euro pro Treffen für Raumvermietung und Catering käme man auf insgesamt 1.208 Euro im Jahr.
Das Modell beruht auf einer einfachen Regel: Niemand kassiert Provision, Kontakte werden weitergegeben, Gegenseitigkeit wird erwartet. Jedes Mitglied hat wöchentlich eine Minute, um zu erklären, was es braucht, und sich für über die Gruppe geschlossene Geschäfte zu bedanken. Der Eintritt erfolgt nur auf Einladung, ein Komitee prüft die Kandidaten. In der Gruppe, die die Diskussion ausgelöst hatte, hatten die Mitglieder seit März 1,5 Millionen Euro Umsatz füreinander generiert, so die bei dem Treffen bekannt gegebene Bilanz.
Beitrag, Uhrzeit und Frühstück: das Kleingedruckte beim Networking
Mit der Aufnahmegebühr ist es nicht getan. Die Anmeldung kostet laut Informationen einer Provinzzeitung 708 Euro jährlich, dazu kommen die 10 Euro pro Anwesenheit im Hotel. Bei 52 Pflichtwochen ist die Rechnung eindeutig: 1.208 Euro. Die einen verteidigen es als Investition mit messbarem Ertrag —ein in Madrid zitierter Fall spricht von 30.000 Euro zusätzlichem Jahresumsatz—, die anderen tun es als absurde Abgabe ab. Die Frage, die im Raum steht: Wohin fließt das Geld, und was bekommt man dafür, abgesehen vom Kaffee?
Auch die Uhrzeit hilft beim Verkauf nicht. Die Treffen beginnen um 6:45, manchmal um 6:30. Die Erklärung der Eingeweihten: die Arbeitszeit nicht unterbrechen und alle herausfiltern, die es nicht ernst meinen. Wie ein Teilnehmer zusammenfasste: Wer über das Frühaufstehen oder die 600 Euro nicht hinausblickt, den muss man auch nicht überzeugen.
Was passiert, wenn die Gruppe nicht zum eigenen Geschäft passt
Die Erfahrung hängt vom Ort ab. Es gibt Gruppen von Kleinbetrieben und Gruppen von mittleren und großen Unternehmen, in denen ein Selbstständiger keinen Platz findet. Ein persönlicher Bericht beschreibt es ohne Umschweife: Das Erstgespräch kostete Geld, die anwesenden Unternehmen passten nicht zu seiner Tätigkeit, und der Einladende bestätigte ihm selbst, dass in dieser Gruppe jemand Geld bei ihm schuldete. Sein Fazit: Sein Netzwerk aus Kunden und Händlern funktionierte besser — und kostenlos. Ein anderer Fall verweist auf einen unangenehmen geografischen Faktor: In Madrid funktioniert das System; in Städten mit 500.000 Einwohnern haben es manche mehrfach versucht und aufgegeben.
Der berufliche Filter ist streng: nur ein Vertreter pro Tätigkeit. Gibt es schon einen Bäcker, kommt kein zweiter rein. Das schützt die Mitglieder vor interner Konkurrenz, begrenzt aber das Wachstum der Gruppe und zwingt dazu, in einem anderen Team einen Platz zu suchen.
Ist BNI ein Schneeballsystem oder eine Kontakt-Franchise?
Der Verdacht liegt nahe. Die Struktur erinnert an eine Franchise: lokale Standorte, Corporate Identity, eine internationale Plattform, um Zugang zu Gruppen in anderen Städten oder Ländern zu beantragen, und Gebühren, die an eine Zentrale abgeführt werden. Wer das Modell verteidigt, betont, es habe nichts mit einem Schneeballsystem zu tun: Das Einkommen jedes Mitglieds hänge von seiner eigenen Arbeit ab, nicht von der Anwerbung anderer. Die Skeptiker halten dagegen, dass das sichere Geschäft das der Organisation sei, nicht das der Mitglieder, und vergleichen das Format mit Motivationsseminaren.
Auch der Vergleich mit einer Freimaurerloge fiel, halb im Scherz. Und eine kostenlose Alternative: Gruppen von sechs Personen, die sich wöchentlich treffen, um messbare Ziele festzulegen und Rechenschaft abzulegen, ohne Filter. Funktioniert, so die Praktizierenden, und kostet keinen Cent.
Mit diesen Zahlen auf dem Tisch lautet die Frage nicht, ob Networking funktioniert, sondern wie viel jemand für ein Netzwerk zu zahlen bereit ist, das er nicht kontrolliert und für das er früh aufstehen muss.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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