Bitcoin: Von 50 auf 260 Dollar durch minimale Transaktionen

Bitcoin stieg 2013 von 50 auf 260 Dollar, getrieben von Transaktionen im Wert von nur 1.100 Dollar. Ein Rally, ein Crash und der Schatten der Manipulation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Asset steigt nicht ohne Grund um 400 % in acht Wochen. Im März 2013 war Bitcoin 50 Dollar wert und wurde nur von einer Handvoll Enthusiasten diskutiert; zwei Monate später lag er nahe bei 260 Dollar, und seriöse Firmen verglichen ihn bereits mit Gold. Der erste Vergleich legte den Chart des Edelmetalls von 1971–2004 über den von Bitcoin von 2010–2013. Eine scharfe Entgegnung zerlegte diese Erkenntnis: „Speck, Geschwindigkeit und so weiter“. Acht Wochen mit dreißig Jahren zu vergleichen ist kein Vergleich, sondern Schummelei. Und dennoch war der Markt der Schummler.

Bitcoin steigt von 50 auf 260 Dollar: Chronologie eines Anstiegs, den niemand bremste

Der Ausgangspunkt war bescheiden: 50 Dollar. Danach explodierte der Preis innerhalb weniger Wochen. Es gab Trades bei 70, 90, 140 Dollar, Einstiege bei 165 und Kurse über 200. Business Insider griff die Parallele zu Gold auf. Während die Mainstream-Presse das Wort Bitcoin entdeckte, diskutierten Insider etwas anderes: dass der Anstieg nichts mit Adoption zu tun hatte. In Malta, so hieß es in einem oft zitierten Bericht, wurden Bitcoins in großen Mengen gekauft, um den Markt zu bewegen.

Eine damals kursierende Berechnung fasst den Verdacht zusammen. Eine einzige Transaktion von 15,60 Bitcoins, etwa 1.100 Dollar, trieb den Preis von 75,40 auf 76,15 Dollar. Eine Bewegung von 75 Cent. Angewandt auf die 12 Millionen im Umlauf befindlichen Bitcoins, ergab sich ein bemerkenswertes Bild: 9 Millionen Dollar Wertsteigerung durch eine 1.100-Dollar-Transaktion. Die Arithmetik war schockierend. Wenn ein einzelner Akteur die globale Marktkapitalisierung bewegen konnte, was stützte dann diesen Preis?

Die Antwort lag im Orderbuch. In einer Spanne von 1,5 Dollar um 47,5 herum akkumulierten sich Verkaufspositionen von 1.500.000 Dollar, während Kaufpositionen kaum 5.000 Dollar erreichten. Eine Disproportion von 300 zu 1. Die Frage blieb im Raum: Wurden mit anderthalb Millionen Dollar verhindert, dass Bitcoin über 50 stieg? Die Mauern, die den gesamten Markt dominierten, waren Kleingeld: 40 Kauf-Bitcoins bei 68,12 und 60 Verkaufs-Bitcoins bei 69,39 kontrollierten die Ränder. Keine Prüfung, keine Aufsicht, keine Tiefe. Wer die Mechanik kannte, sah das Risiko; wer nur auf den Chart schaute, sah eine Chance.

Der 10. April: Absturz, DDoS und die „Angst“, die die Börsen erreichte

Das Rally brach abrupt ab. Innerhalb weniger Stunden fiel Bitcoin vom Höchststand in die Region von 100 Dollar. Die beiden großen Börsen, MtGox und Bitstamp, fielen gleichzeitig aus: eine wegen eines Denial-of-Service-Angriffs, die andere wegen Überlastung. Panik verbreitete sich in Echtzeit-Kanälen. Die Nachrichten dieses Tages mischten Verwirrung und Glaube: „erste Symptome von Panik“, schrieb einer; „Bear Trap“, entgegnete ein anderer, überzeugt, dass dies eine Falle sei, damit Schwache verkaufen und Starke billig kaufen.

Eine spätere Analyse deutete auf einen prosaischeren Mechanismus hin: etwa 25.000 Bitcoins, bewegt von Händen, die den Zeitpunkt des Verkaufs lesen konnten. Die These war, dass jemand, der das Orderbuch sah und Geduld hatte, den Preis drücken und unten zurückkaufen konnte. Dies zu verifizieren ist unmöglich. Was bleibt, ist das Gefühl, dass Informationen zur Liquidität für jeden zugänglich waren, der wusste, wo man hinschauen musste, und dass jene, die es nicht wussten, zahlten.

„Kaufte zu 179 € und am nächsten Tag stürzte es ab“: Langsames SEPA kostet Geld

Der Absturz hinterließ reale Opfer. Eine der wiederkehrenden Geschichten: Jemand überträgt seine Ersparnisse per SEPA, der Auftrag dauert fünf Tage, als er endlich auf den Markt kommt, kauft er zu 179,58 Euro pro Bitcoin, und 24 Stunden später ist der Preis eingebrochen. Die Parallele zu Vorzugsaktien (Participaciones Preferentes) war sofort da, wenn auch ironisch: „ein weiteres Opfer der Bitcoin-Vorzugsaktien“. Der Unterschied hier war, dass theoretisch alle wussten, worauf sie sich einließen. Zumindest behaupteten sie das. Manche gaben offen zu, bei 165 erneut eingestiegen zu sein, andere prahlten damit, bei 125 „mit kaltem Blut“ gekauft zu haben.

Die operative Erfahrung jener Zeit war die eines Systems im Aufbau: Überweisungen dauerten Tage, Gebühren waren hoch, Zahlungsportale fielen aus, Wallets funktionierten einen Tag und am nächsten nicht. Dem gegenüber stand die Zahlung im Netzwerk selbst. 0,01 Bitcoins zwischen Wallets, eine internationale Transaktion, samstags, unter zwei Minuten und null Gebühren. Die Geschwindigkeit des letzten Abschnitts, verbunden mit dem traditionellen Finanzsystem, war hingegen ein Engpass, der die Volatilität nährte.

Litecoin und die Klone: Diversifizieren oder denselben Fehler duplizieren?

Nicht alles war Bitcoin. Der Anstieg riss eine Konstellation von Imitationen mit: Litecoin, Namecoin, PPCoin, Terracoin. Die Frage, die die Szene spaltete, war, ob der Kauf von Klonen Diversifikation oder die Wiederholung derselben Wette bedeutete. Ein Teil argumentierte, Litecoin bestehe zu 99,99 % aus Mining und Spekulation, ohne reale Wirtschaft dahinter. Andere entgegneten, dass Bitcoin ebenfalls keine industrielle Nutzung habe, die es rechtfertige, nur eine Basis von Diensten, die bereit seien, es zu akzeptieren. Die Geschichte dessen, der Bitcoins verkaufte, um zu Litecoin bei 0,91 zu wechseln und die Position vervielfachen sah, fasst die Stimmung zusammen: Rotation zu den Klonen war eine Wette darauf, die ursprüngliche Strategie mit einem jüngeren Asset zu wiederholen.

Blase oder neues Paradigma? Die Debatte, die nie endete

Die Grundsatzdiskussion war älter als Bitcoin: Wie erkennt man eine Blase live, ohne den Vorteil der Rückschau? Harte Argumente stützten sich auf die klassische Kurve der Euphorie: Wenn alle ein „neues Paradigma“ proklamieren, ist der Höhepunkt nah. Das Gegenargument war solide: Es war auch ein „neues Paradigma“, als Bitcoin fünf Cent wert war. Die Technologie kann die Blase überleben, wie bei den Dotcoms geschehen. Manche verwiesen auf die Gartner-Kurve, wonach Technologie anfangs überschätzt und später normalisiert wird. Andere verglichen es mit den Tulpen des 17. Jahrhunderts: Das Asset ist egal, die kollektive Verrücktheit ist identisch.

Die Diskussion verbitterte beide Seiten. Befürworter lehnten es ab, die Technologie anhand ihres aktuellen Preises zu beurteilen; Skeptiker erinnerten daran, dass Bitcoin bei 200 Dollar weder Nutzer noch ein Händlernetzwerk hatte, die die Zahl rechtfertigten. Im Kern blieb eine unbeantwortete Frage: Wenn Manipulation so einfach war, wie viel des Preises war Entdeckung und wie viel Choreografie?

Satoshi, Adam Back und die 1,1 Millionen Bitcoins des Phantom-Erfinders

Jahre später kehrte das Mysterium des Erfinders ins Rampenlicht. Eine einjährige Recherche, veröffentlicht im New York Times, identifizierte den britischen Kryptographen Adam Back, CEO von Blockstream, als möglichen Satoshi Nakamoto. Andere Theorien besagten, der Erfinder sei tot oder habe die Schlüssel zu dem ihm zugeschriebenen Vermögen verloren: 1,1 Millionen Bitcoins, die nach einigen Bewertungen Milliarden von Dollar entsprechen würden. Wenn er lebt und die Schlüssel hat, kann er den Markt kippen. Wenn er sie verlor, ist Bitcoin die erste Währung, deren größter historischer Halter nicht verkaufen kann.

Was weiterhin auf dem Tisch liegt

Die ehrliche Antwort ist, dass es damals niemand wusste und heute auch niemand ganz weiß. Dieser Zyklus zeigte deutlich, dass ein so dünner Markt aus Gründen steigen konnte, die nichts mit seinen Fundamentaldaten zu tun hatten, und genauso schnell fallen konnte. Wer durchhielt, verdiente Geld; wer in Panik verkaufte, verlor es. Mit dem Rückspiegel wirkt die Operation offensichtlich. Live war sie es nicht. Und das ist der unbequeme Teil, den kein Chart bereinigt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (2619 Antworten).

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