Bitcoin: Von 483 auf 73.000 Dollar und die Mt. Gox-Folgen

Bitcoin stieg von 483,46 USD (2014) auf über 73.000 USD dank ETFs. Pleiten, Auktionen und der ewige Streit mit Gold in 10.000 Beiträgen.

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Bitcoin: Pleiten, Auktionen und der ewige Streit mit Gold

Am 1. September 2014 kostete ein Bitcoin 483,46 US-Dollar, und die Differenz zwischen den beiden großen Handelsplattformen war vollständig geschlossen. Acht Monate zuvor drehte sich die Diskussion um eine Lizenz, die New York «allen» Unternehmen, die mit der Währung handelten, aufzwingen wollte. Und ein Jahr davor fasste jemand die allgemeine Stimmung in einem Satz zusammen: «Es fällt uns schwer, die 600-Dollar-Marke zu knacken.» Zwischen diesen drei Daten liegt die gesamte erste Dekade des Bitcoin: Regulierungsbehörden, die spät kommen, Märkte, die brechen, und eine Community, die diskutiert, ob sie das Geld der Zukunft oder die größte Blase seit den holländischen Tulpenmanien in den Händen hält.

Zehntausend Beiträge, um dieselbe Frage am Leben zu erhalten. Ist Bitcoin Geld? Die Antwort hat sich mit jedem Einbruch, jedem Verbot und jeder offiziellen Auktion geändert. Die Käufer von 2013 verteidigten die mathematische Knappheit. Die Verkäufer von 2014 zitierten Madoff. Die Geduldigen haben gesehen, wie die Währung von 483 auf mehr als 73.000 US-Dollar stieg, während die Grunddiskussion exakt gleich blieb.

Die erste Regulierung kam aus New York

Im Januar 2014 prüfte der Bundesstaat New York die Einführung einer speziellen Lizenz für Unternehmen, die mit Bitcoin handelten. Die sogenannte BitLicense unterschied nicht zwischen Börsen, Minern oder Händlern, die Kryptowährungs-Zahlungen akzeptierten; das Dokument sprach bewusst vage von «allen» Unternehmen der Branche. Die Frage, die sich Analysten damals stellten, ist auch zehn Jahre später unbeantwortet: Wen genau reguliert man eigentlich, wenn man Bitcoin reguliert?

Währenddessen erklärte Kalifornien Zahlungen mit virtuellen Währungen für legal, Russland sperrte den Zugang zu bitcoin.org und verwandten Seiten, und in China schloss der Gigant Alibaba die Tür für Transaktionen. Im selben Jahr brachte der US-Abgeordnete Steve Stockman einen Gesetzentwurf ein, um Bitcoin als Währung einzustufen. Die Geografie des Bitcoin wurde durch Verbote und Genehmigungen gezeichnet: Wo einige Geldwäsche sahen, sahen andere Steuern.


Mit jedem neuen Land, das sich dem Bitcoin näherte, verdoppelte sich die Debatte. Befürworter erinnerten daran, dass das Protokoll nicht verboten werden kann: Man kann den Tausch gegen traditionelle Währungen verhindern, nicht aber den Besitz. Skeptiker entgegneten, dass Bitcoin ohne Konvertierung in Fiat-Geld digitales Tapetenpapier sei. Beide hatten teilweise recht, weshalb die Diskussion nie abgeschlossen wurde.

Der Zusammenbruch von Mt. Gox und das teuerste Souvenir der Welt

Februar 2014. Mt. Gox, die weltweit größte Bitcoin-Börse, stoppte Auszahlungen. Ihr CEO Mark Karpeles veröffentlichte eine Erklärung, die zur schlechtesten Pressemitteilung aller Zeiten wurde: «Ich bin immer noch in Japan und arbeite hart an einer Lösung.» Der Satz überzeugte niemanden, und zum Zeitpunkt dieser Diskussion war das Geld tausender Kunden weiterhin verloren.

Eine anonyme Quelle deutete damals auf eine mögliche Anklage gegen Karpeles hin, was nie bestätigt wurde. Das Unternehmen geriet schließlich ins Visier der japanischen Justiz und des US-Finanzministeriums. Die Analysen jener Woche sind ein Handbuch zur finanziellen Selbstprüfung: Warum legt man Geld auf einer Börse ab, von der man Wochen zuvor bereits keine Euro mehr abheben konnte?


Der Bankrott hinterließ konkrete Lektionen. Erstens: Eine zentralisierte Entität ist ein Single Point of Failure, selbst wenn sie Bitcoins statt Euros verwahrt. Zweitens: Warnungen sind selten subtil, und die ignorierten sind meist sehr teuer.

Einer der oft wiederholten Berichte aus dieser Zeit handelt von einem alten Käufer, der seine Investition vier Jahre lang vergessen hatte und nach einer Nachricht im Fernsehen feststellte, dass sein Portfolio ein Vermögen wert war. Seine Frage war nicht, wie er verkaufen sollte, sondern wo. Die am häufigsten genannte Antwort damals – und heute noch – waren dezentralisierte Peer-to-Peer-Märkte, mit den damit verbundenen Preisnachteilen.

US-Regierung versteigert beschlagnahmte Bitcoins: Durchschnittlich 665 Dollar

Am 30. Juni 2014 beendete der US Marshals Service die Versteigerung der im Silk-Road-Fall beschlagnahmten Bitcoins. Das durchschnittliche Gebot lag bei etwa 665 US-Dollar, über dem damaligen Marktpreis. Der Markt reagierte sofort mit einem Anstieg. Fonds, die unter dem Preis geboten hatten, erhielten keinen einzigen Satoshi.

Zwei prominente Namen des Ökosystems gingen leer aus: der Bitcoin Investment Trust von Barry Silbert und ein Syndikat unter Leitung von Dan Morehead. In einer Nachricht, die innerhalb weniger Minuten verbreitet wurde, gab Alex Waters zu, unter dem Marktwert geboten zu haben. Die Analyse der Experten war einstimmig: Wenn der Staat verkauft und der Markt steigt, ist die institutionelle Nachfrage real.

Aber es gibt eine weniger optimistische Lesart. Diese Auktion war das erste Mal, dass eine öffentliche Behörde Bitcoin als pfändbares und liquidierbares Asset behandelte. Jemand, der Bitcoins außerhalb des Gesetzes angesammelt hatte, sah sie den Besitzer wechseln, ohne Möglichkeit zur Rückgewinnung. Die Unbeschlagnahmbarkeit des Protokolls existiert nur, bis ein Richter dir Handschellen anlegt.

Miner mit 51% des Netzwerks? Die Schwäche bleibt bestehen

Im Jahr 2014 näherte sich ein Mining-Pool der 46%-Marke der gesamten Rechenleistung des Netzwerks. Die Zahl erreichte theoretisch nicht die 51%, die eine Umschreibung der Transaktionshistorie ermöglichen würde, lag aber beunruhigend nah dran. Das Argument der Kritiker war einfach: Die gesamte Sicherheit des Systems hängt davon ab, dass Miner die Pools wechseln, wenn es opportun ist – also von ihrem guten Willen.

Die berühmte Bitcoin-Regel – «mit sechs Bestätigungen bist du sicher» – setzt voraus, dass die Mehrheit des Netzwerks ehrlich ist. Mit zwei Pools, die die Hälfte der Rechenleistung kontrollieren, bröckelt diese Annahme. Jemand fasste es so zusammen: Unwahrscheinlich ist nicht unmöglich, und zwischen diesen beiden Worten liegt ein enormer Unterschied.

Die spätere Entwicklung des Mining ging nicht in die Richtung, die Skeptiker beruhigt hätte. Die Konzentration in großen Rechenzentren mit Zugang zu billiger Energie hat zugenommen, nicht abgenommen. Die Dezentralisierung, die Satoshis Originaldokument versprach, ist heute eher ein Ideal als ein messbarer Fakt.

Gold gegen Bitcoin: 4.000 Nachrichten und keine Kapitulation

Keine Diskussion wurde in dieser Zeit so oft wiederholt wie die über Gold. Auf der einen Seite das klassische Argument: Gold ist Geld, weil es ewig, praktisch unzerstörbar, knapp und nicht klonbar ist. Kryptowährungen hingegen sind verbesserbar: Jede neue Version kann die vorherige verdrängen und ihren Wert auf null setzen. Ein Teilnehmer formulierte es so: Gold ist unübertreffbar und lässt keine Klone zu.

Auf der anderen Seite hatte der Gegenschlag eigene Zahlen. In jüngeren Kriegen – Balkan, Palästina, Syrien oder Ukraine – funktionierte Gold nicht als Alltagswährung: Es ist schwierig, die Echtheit ohne Instrumente zu überprüfen, und Fälschungen gibt es zu Tausenden. Diejenigen, die dies argumentierten, betonten, dass in einem echten Kollaps-Szenario Tabak, starke Fremdwährungen oder Tauschhandel funktionieren, nicht Goldmünzen.


Beim Abwägen der Argumente stimmen beide Seiten in einem unbequemen Punkt überein: Keines der beiden Assets ist vollständiges Geld. Gold ist schlecht für schnelle Zahlungen, gut für die Hortung. Bitcoin ist hervorragend für Übertragungen, diskutabel für die Hortung. Diejenigen, die für eine Koexistenz beider mit Fiat-Währungen plädierten, lagen dem tatsächlichen Verlauf am nächsten.

Ein Detail, das die Leidenschaft dieser Epoche zusammenfasst: Wer 2014 Gold gekauft hätte, das in den 80er-Jahren erworben wurde, hatte seine Investition inflationsbereinigt immer noch nicht zurückgewonnen. Dieser Fakt wurde als endgültiges Argument gegen die Metall-Befürworter genutzt. Gold, so die Gegenargumentation, diene nicht dazu, dich in drei Jahrzehnten reich zu machen, sondern dazu, dich niemals ärmer zu machen. Zwei inkompatible mentale Modelle, dieselbe Diskussion.

Händler beginnen es zu akzeptieren: 0% Betrug

Konkrete Daten begannen aus dem Einzelhandel zu kommen. Ein australischer Händler veröffentlichte einen Bericht über seine ersten sechs Monate mit Bitcoin-Akzeptanz: Bitcoin-Betrug 0%; PayPal 1,1%; Kreditkarte 2,7%. Die Zahl, trotz der kleinen Stichprobengröße, war das beste verfügbare Verkaufsargument und wurde tausende Male zitiert.

Der Zahlungssektor lieferte ebenfalls eigene Zahlen. Von den mehr als 44.000 Händlern, die mit BitPay arbeiteten, behielten etwa 4.400 alle Einnahmen in Bitcoin, rund 18.000 behielten einen Teil, und die restlichen 22.000 konvertierten alles sofort in traditionelle Währung. Übersetzt: Die meisten Geschäfte wollten den Kunden, nicht die Währung.

Die Banken begannen sich ebenfalls zu bewegen. Die Standard Bank of South Africa war die erste, die Bitcoin in ihre Software integrierte, eine Nachricht, die selbst Optimisten überraschte. In Spanien investierte Bankinter in Coinffeine, ein Startup, das eine dezentrale Bitcoin-zu-Euro-Börse aufbauen wollte. Und Pepephone prüfte die Akzeptanz von Bitcoin zur Rechnungszahlung. Es waren kleine, aber koordinierte Gesten.

Das Problem, das niemand gelöst hat: Die Größe der Historie

Mitte 2014 kursierte unter technischen Kritikern ein Faktum: Die Transaktionshistorie – die Blockchain – war in achtzehn Monaten von unter einem Gigabyte auf fast fünfzehn angewachsen. Den kompletten Download benötigte zwei Stunden häuslicher Verbindung. Wenn Bitcoin danach strebte, auch nur einen minimalen Prozentsatz des Visa-Volumens zu verarbeiten, würde die Datei in Terabytes gemessen werden.

Die Antwort der Entwickler war das Sidechain-Projekt (Sidechains): Parallele Blöcke, die an die Hauptkette gebunden sind, wo Innovationen getestet werden können, ohne das Basisprotokoll anzufassen. Die Idee war, Talente und Verbesserungen zu halten, die 2014 zu alternativen Coins abwanderten. Ohne diese Erweiterung bestand die Angst, dass Bitcoin den technologischen Wettlauf aufgrund purer Steifigkeit verlieren würde.


Diese Debatte ist offen. Jede vorgeschlagene Lösung – größere Blöcke, externe Layer, Sidechains – erzeugt ihrerseits neue Zentralisierungs- oder Komplexitätsprobleme. Skalierbarkeit ist kein gelöstes Problem; es ist das Problem, das Bitcoin alle fünf Jahre neu definiert.

Ein menschliches Detail prägte diese Phase: Der Tod von Hal Finney, Entwickler von PGP, Pionier des Proof-of-Work und üblicher Verdächtiger, der echte Satoshi Nakamoto zu sein. Sein Tod ließ eine der hartnäckigsten Ungewissheiten der Branche ungelöst.

Das Ende, das nichts beendet: Wo die Analyse feststeckt

Mit Bitcoin über 73.000 US-Dollar und einer höheren Marktkapitalisierung als Silber sind die Argumente von 2014 nicht verschwunden; sie sind nur preislich irrelevant geworden. Diejenigen, die behaupteten, es sei klonbar, habe keine Deckung, sei ein Schneeballsystem, haben immer noch Argumente. Diejenigen, die bei 100 Dollar kauften und dabei bleiben, ebenfalls.

Der Punkt, an dem die Analyse feststeckt, ist genau hier. Keine der beiden Erklärungen – der Triumph des dezentralen Geldes oder die größte Blase der Geschichte – passt ganz zum tatsächlichen Verlauf. Bitcoin hat die Zentralbanken nicht ersetzt, die Kreditkarten nicht eliminiert, und es ist weder das eine noch das andere vollständig.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10431 Antworten).

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