Bitcoin: Vom Absturz auf 8 Dollar zum Durchbruch über 100

Bitcoin verlor 2012 in drei Stunden 30 % und überschritt 2013 die Marke von 100 Dollar. Ein Rally, das Skeptiker und Befürworter spaltete.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von 8 auf 100 Dollar: Der Bitcoin-Rally, dem niemand glaubte

Bitcoin fiel von 15,33 auf 10,74 Dollar innerhalb von drei Stunden. Dies geschah am 17. August 2012, ein Ereignis, das sich jeder mit Kapital im Markt merkte. Ein 30%-Einbruch in einer einzigen Sitzung auf einem damals belächelten Markt. Monate später durchbrach dieselbe Währung die 100-Dollar-Marke, und der Rally wurde von einer Anekdote zum Problem. Was danach folgte – bis zu 60.000 Dollar – machte jenes Ereignis zur wiederkehrenden Pointe: Diejenigen, die den Kollaps vorhersagten, schauen heute auf die Charts und kommen nicht mehr hoch.

Von 15 auf 8 Dollar: Der erste Crash, den niemand erklären konnte

Als der Preis unter 8 Dollar fiel, betrug der kumulierte Verlust über 50 % in nur wenigen Tagen. Die unbequeme Frage – wie stabilisiert man einen Vermögenswert mit so wenigen Nutzern – blieb unbeantwortet. Auch die andere Frage, wie man bei dieser Volatilität neue Nutzer gewinnt, fand keine Lösung.

Die damalige Berechnung basierte auf Wahrscheinlichkeiten. Wenn die Währung mittelfristig eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 5 % und ein Verschwindensrisiko von 95 % hatte, rechtfertigte der Erwartungswert dennoch kleine Einsätze. Unorthodox, aber für die Geduldigen sehr profitabel. Wer hingegen auf den Drei-Monats-Chart schaute und floh, verpasste den gesamten Rally vom Spielfeldrand aus.

Die 400.000 Bitcoins, die den Markt hätten stürzen können

Es hieß, ein Händler kontrollierte etwa 400.000 Bitcoins, möglicherweise sogar mehr als eine halbe Million. Würde er diese auf einmal liquidieren, so die Annahme, würde er die gesamte Kaufseite von MtGox leeren und den Preis nahe an einen Dollar drücken. Das Detail ist jedoch: Er tat es nicht.

Das mutmaßliche Schema stellte den Betrieb mit dem Versprechen ein, das Geld zurückzuzahlen. Es blieb die Ungewissheit, ob dies ein klassischer Betrug oder eher eine geordnete Insolvenz war. MtGox hätte eine solche Menge kaum in einem Rutsch zur Auszahlung freigegeben. Das Szenario war ebenso gefürchtet wie unwahrscheinlich.

War Bitcoin ein Ponzi-Schema?

Es verspricht keine Zinsen, passt also nicht zur klassischen Definition. Das Gegenargument: Es verkauft ein Asset mit begrenzter Emission, dessen Wertsteigerung bereits im Design angelegt ist, ohne dass jemandem etwas versprochen werden muss. Die Antwort darauf: Dann wäre jedes Angebot-Nachfrage-getriebene Asset ein Ponzi, und das nennt man einfach Spekulation.

Diese Nuance ist entscheidend für die spätere Diskussion. Und zwar weil niemand ein Dokument unterschreibt, das Zahlungen garantiert. Ohne Schuldschein liegt kein Straftatbestand vor, auch wenn das Ergebnis für den letzten Käufer identisch ist.

Zypern, MtGox und die Flut neuer Konten

Im April 2013, während Zypern im Fokus stand, sammelte die Plattform 5.500 ausstehende Verifizierungsanträge für Konten an. Es wurden 4.100 Bitcoins gekauft, um die Barriere von 100 Dollar zu durchbrechen. Der Preis sprang auf 102. Gleichzeitig konnte eine Auszahlung zwei bis drei Wochen dauern, und die Handelsgebühren lagen bei rund 0,6 %.

Der Markt öffnete sich allmählich: Das Hauptvolumen konzentrierte sich nicht mehr nur auf ein einziges Orderbuch, und andere Börsen gewannen Marktanteile. Die Diversifikation der Plattformen und Wechselkurse wurde als Zeichen der Reife gedeutet. Niemand fragte, was passieren würde, wenn eine dieser Plattformen mit dem Geld darin verschwinden sollte. Die Zeit dazu kam noch.

Gold gegen Bitcoin: Der Kampf der sicheren Häfen

Die Auseinandersetzung mit den Goldbefürwortern war heftig. Argumentiert wurde, dass Edelmetall nicht wegen seiner industriellen Nützlichkeit wertvoll sei – es ist in fast nichts das Beste –, sondern wegen seiner historischen Rolle als Geld. Dem gegenüber stand die These, dass eine digitale Währung mit endlicher Emission es letztlich verdrängen würde. Die Gegenposition: Gold ist eine materielle Buchführung von Vereinbarungen, etwas, das ein auf der Straße gefundener Barren nicht allein offenbart.

Im Kern des Streits lag die ewige Frage. Kann etwas Wertaufbewahrungsmittel sein, ohne physische Deckung? Die vernünftigste zirkulierende Antwort wählte keine Seite: Diversifizierung. Gold, Silber, Bitcoins und etwas Bargeld. Die Aufteilung nach persönlichem Geschmack.

Zehn Jahre der Erholungen: Von 8 Dollar auf 60.000

Die Zeit ordnete die Dinge. Die Währung, die bei 8 Dollar kaum jemand wollte, erreichte 12.000 und später 60.000. Die Propheten des Null-Werts sind verstummt. Die Späteinsteiger trösten sich damit, auszurechnen, was sie verpasst haben; in manchen Fällen waren das 1.400 Dollar, weil sie nicht früher gekauft hatten.

Manche beziffern den fairen Wert von Bitcoin auf 15.000 Euro und den von Euro auf null. Das ist eine Haltung, kein Fakt. Fakt ist jedoch, dass der Vermögenswert einen 50%-Crash und ein Jahrzehnt voller Kollaps-Prognosen überlebte.

Das macht ihn nicht immun gegen einen weiteren Fünfer. Wer heute über den lacht, der bei 8 Dollar verkaufte, sollte daran denken, dass der Rally auch jene ruinierte, die bei 60.000 Dollar Short gingen. Beim nächsten Mal wird, falls es kommt, niemand vorher warnen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1311 Antworten).

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