Maduros Petro-Kryptowährung: Ein vorhersehbares Scheitern

Der venezolanische Petro versprach eine durch Öl gedeckte Finanzrevolution. Er endete als Betrug ohne Blockchain oder Liquidität.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der venezolanische Petro: Die Kryptowährung, die nie existierte

Am 3. Dezember 2017 kündigte Nicolás Maduro die Ausgabe von 100 Millionen Petros an, einer durch die venezolanischen Ölreserven gedeckten Kryptowährung. Die Idee klang nach einer Finanzrevolution: ein souveränes Token, der die internationale Blockade umgehen und das Regime finanzieren sollte. Doch neun Jahre später ist der Petro das perfekte Beispiel dafür, wie Propaganda fehlende wirtschaftliche Grundlagen nicht ersetzen kann. Der IWF prognostizierte für 2018 bereits eine Hyperinflation von 2.349% im Land, und der Petro trug nur noch mehr Öl ins Feuer.

Eine Deckung, die nichts deckte

Der Petro wurde als digitales Asset definiert, das an den Preis des venezolanischen Ölfasses gebunden war. Aber die auf US-Dollar lautenden Anleihen von PDVSA zahlten seit Jahren Zinsen zwischen 22 und 28% p.a. Im Vergleich dazu bot der Petro eine Rendite von 0%. Die Paradoxie war offensichtlich: Wenn der Staat sein Öl bereits zweimal verkaufte (über Anleihen und Rohöl), fügte der Petro keinen Wert hinzu, sondern nur Verwirrung. Eine detaillierte Analyse zeigte, dass das Versprechen, zukünftiges Öl zu erhalten, einen wirtschaftlichen Wert von Null hat: Es gibt keinen Markt, auf dem dieses Versprechen gehandelt werden kann. Wie ein Teilnehmer erinnerte, war der Petro eine Kopie der französischen Assignats während der Revolution, die am Ende weniger wert waren als das Papier, auf dem sie gedruckt wurden.

Ohne Blockchain, ohne Exchange, ohne Liquidität

Trotz des offiziellen Pompes fehlte dem Petro die grundlegenden Elemente jeder Kryptowährung. Keine Blockchain wurde veröffentlicht, er tauchte auf keinem seriösen Exchange auf, und die Versprechen eines Vorverkaufs verflüchtigten sich in Monaten des Schweigens. Während Maduro Mining-Farmen an Universitäten und mit Air Europa unterzeichnete Vereinbarungen ankündigte, die in Petros denominiert waren, fragten sich potenzielle Investoren, wo sie diese kaufen sollten. Die Sanktionen der USA, die Transaktionen mit dem Petro ab Januar 2018 verboten, beschleunigten die Isolation. Aber das grundlegende Problem war einfacher: Niemand wollte echte Dollar gegen ein Versprechen eines bankrotten Regimes eintauschen.

Der Hype, der nie kam

Die Verteidiger des Chavismus versuchten, den Petro als Erfolg darzustellen, aber die Realität war hartnäckig. Im Forum wurde daran erinnert, dass das Regime 95 Seiten Propaganda produziert hatte, ohne auch nur einen einzigen Petro in Umlauf gebracht zu haben. Die offiziellen Emissionszahlen stiegen von 100 auf 155 Millionen Petros – alle virtuell –, ohne dass jemand ihre Existenz überprüfen konnte. Diese Geschichte wiederholte sich in den folgenden Monaten: großspurige Ankündigungen gefolgt von absolutem technischem Schweigen.

Fazit: Eine Fata Morgana mitten in der Krise

Der Petro scheiterte nicht an externem Boykott, sondern an internen Widersprüchen: mangelnde Transparenz, kein Mehrwert im Vergleich zu traditionellen Anleihen und das Fehlen eines realen Ökosystems. Während Venezuela in der Hyperinflation versank, verschwand die offizielle Kryptowährung wie eine Fata Morgana. Wenn der Chavismus hoffte, dass der Petro sein finanzieller Rettungsring sein würde, erreichte er nur, dass eine weitere Pleite zu seiner langen Liste hinzukam. Es bleibt die Frage, ob jemals bekannt wird, wie viele Petros tatsächlich gehandelt wurden. Wahrscheinlich ist die Antwort dieselbe wie bei der Bewertung: Null.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1418 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver