Bitcoin steigt auf 100.000 Dollar dank ETF-Nachfrage

Bitcoin kletterte von 60.000 auf über 100.000 Dollar; die ETF-Nachfrage übersteigt das tägliche Mining-Volumen um das Neunfache, während El Salvador fast finanzielle Unabhängigkeit erlangt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bitcoin überwindet die Marke von 100.000 Dollar – die offizielle Erzählung bleibt unbeeindruckt

Der Bitcoin-Preis stieg im Zeitraum dieser Diskussion von etwa 60.000 auf über 100.000 Dollar. Dies geschah in einer Informationsstille, die im starken Kontrast zum Lärm stand, den jeder Kursrückgang zuvor ausgelöst hatte. Die runde Zahl wurde erreicht, verloren, wiedererlangt und erneut eingebüßt innerhalb weniger Wochen. Das Bemerkenswerte ist nicht die Achterbahnfahrt selbst: Es ist, wer den Wagen schiebt.

Während die großen Medien nach bequemen Blickwinkeln suchten, diskutierte ein Kernbestandteil der Halter darüber, ob der Boden hält oder ob es Zeit zu verkaufen ist. Einige wollen recht haben, andere wollen Geld verdienen, fasst eines der meistzitierten Sätze des gesamten Abschnitts zusammen. Die Spannung zwischen diesen beiden Positionen erklärt fast alles, was danach kam.

Das Ungleichgewicht zwischen Mining-Angebot und Kaufnachfrage

Das Mining produziert rund 900 Bitcoins pro Tag. Die Nachfrage der börsengehandelten Fonds (ETFs) liegt nach der am häufigsten zirkulierenden Berechnung bei über 8.000. Mit dieser Klemme schreibt sich das bullische Argument quasi von selbst: Wenn das neue Angebot nur ein Zehntel dessen beträgt, was die Investmentvehikel fordern, hat der Preis nur eine mögliche Richtung.

Die zweite Zutat ist das vierte Halving, das die Belohnung für Miner erneut halbiert. Weniger Emission, Halter, die nicht verkaufen, und Fonds, die täglich kaufen. Die Logik der Optimisten besagt, dass Knappheit aufhört, Theorie zu sein, und zur Arithmetik wird.

Die nüchterne Analyse leugnet den Effekt nicht, warnt aber vor der Sequenz. Die Geschichte früherer Zyklen zeigt, dass zunächst Euphorie herrscht, gefolgt von Entmutigung, wenn das Halving eintritt, und erst später folgt die wirklich explosive Phase. Es könnte ein Bruch in der Raumzeit passieren und wir fliegen zum Pluto, scherzte einer der euphorischsten Teilnehmer, um kurz darauf daran zu erinnern, dass dazwischen ein Rückgang liegt.

Steigende Hashrate und insolvente Mining-Firmen

Die Rechenleistung des Netzwerks ist explodiert, mit einem Wachstum von nahezu 300 % in einem Jahr laut den verfügbaren Daten. Hier taucht die Widersprüchlichkeit auf, die einige als bärisches Argument nutzen: Wenn die Schwierigkeit steigt und die Belohnung sinkt, machen die meisten börsennotierten Mining-Firmen Verluste und leben auf Zeit.

Die Gegenargumentation ist fast darwinistisch. Wenn der Preis fällt, schalten ineffiziente Miner ihre Maschinen ab, die Hashrate sinkt, die Kosten pendeln sich ein, und wer durchhält, behält mehr Bitcoin. In dieser Lesart schwächen Insolvenzen das Netzwerk nicht: Sie reinigen es. In beiden Szenarien lautet die wiederkehrende Schlussfolgerung, dass das System nicht bricht, sondern sich neu justiert.

Warum El Salvador nicht mehr wie ein suicidales Wagnis wirkt?

Das mittelamerikanische Land ist zum unfreiwilligen Experiment des Zyklus geworden. Seine Staatskasse hält 2.861 Bitcoins, und bei einem Preis in der Nähe von 100.000 Dollar würde diese Position nach den kursierenden Berechnungen ausreichen, um alle Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu tilgen.

Der grobe Fakt ist ein anderer: Während sich viele developed economies auf historische Höchststände der Verschuldung zubewegen, wird El Salvador als praktisch finanziell unabhängig beschrieben. Manche führen dies auf das Wirtschaftmanagement zurück, andere erinnern daran, dass das Land parallel eine Sicherheitspolitik betreibt, die ebenso viel Sympathie wie Skepsis weckt. Ein Experiment jedenfalls, dessen Ergebnis noch offen ist.

China, USA und die stille Verteilung von Bitcoin

Vergleiche der Bestände sind zu einer eigenen Gattung geworden. Einer der am häufigsten geteilten stellte fest, dass China fast fünfmal so viel Bitcoin besitzt wie die USA. Pro Kopf unterschied sich die Verteilung jedoch kaum: 14.666 Satoshis pro US-Amerikaner gegenüber 13.333 pro Chinesen.

Es gab keinen Konsens. Andere behaupteten, die Statistik über die nordamerikanischen Reserven sei ungenau, und verwiesen auf Berichte, die das Gegenteil nahelegten. Die Zahl ließ jedenfalls eine Frage im Raum stehen: Wenn Staaten ernsthaft ins Akkumulieren einsteigen, wie lange dauert es, bis sich das im Preis bemerkbar macht?

Vom Verdächtigen zur strategischen Reserve: Der politische Schwenk

Der Sinneswandel kam aus Washington. Der ehemalige Präsident Donald Trump begnadigte Ross Ulbricht, verurteilt im Fall der ehemaligen Plattform Silk Road, in einer Entscheidung, die die Branche als Absichtserklärung las. Wenige Wochen später erklärte derselbe Protagonist auf dem World Economic Forum in Davos, die USA würden die Welthauptstadt der künstlichen Intelligenz und der Kryptowährungen.

Die Bewegung beschränkt sich nicht auf Gesten. Der republikanische Senator Craig Bowser aus Kansas reichte am 16. Januar Gesetzentwurf 34 ein, der dem Pensionsfonds der öffentlichen Bediensteten des Staates erlauben würde, bis zu 10 % des Fonds in börsengehandelte Bitcoin-Produkte anzulegen. Senatorin Cynthia Lummis begnügte sich ihrerseits mit einer kryptischen Botschaft über das Kommende.

In Davos wurde, laut den verbreiteten Berichten, die Idee einer strategischen Bitcoin-Reserve von mehreren Anwesenden verteidigt, mit der bemerkenswerten Ausnahme einiger institutioneller Vertreter. Die Diskussion drehte sich nicht mehr darum, ob Bitcoin legitim ist, sondern wie viel man besitzen sollte.

Die SEC und der Vorfall, den niemand vollständig erklärte

Die US-Börsenaufsicht SEC rückte wegen eines Sicherheitsvorfalls in ihren offiziellen Kanälen wieder in den Mittelpunkt der Kontroverse. Ihre eigenen Vorschriften verlangten, Art und Umfang des Vorfalls innerhalb von vier Tagen detailliert darzulegen, was sie nach den zitierten Kritiken nicht mit der erforderlichen Klarheit tat.

Die Ironie lieferte eine weitere Nachricht: Die öffentlichen Ratschläge der Behörde zu Krypto alterten schlecht bereits am nächsten Morgen. Für viele bestätigte der Vorfall den grundlegenden Verdacht, dass die Institution, die den Markt überwachen soll, nicht immer mit gutem Beispiel vorangeht.

Die Schwachstelle, die auch Enthusiasten benennen

Nicht alle im Sektor blicken himmelwärts. Zwei Namen tauchen immer wieder auf, wenn es um den nächsten Crash geht: MicroStrategy und Coinbase. Die Logik ist einfach: Sie sind die beiden am stärksten exponierten Akteure bei einer plötzlichen Marktdrehung, und jeder von ihnen könnte der Auslöser einer schweren Korrektur sein.

Die Verteidigung der Firma von Michael Saylor hat ebenfalls ihre Logik. Sie kauft Bitcoin durch die Ausgabe von wandelbaren Aktienanleihen, nicht durch konventionelle Schulden, und Investoren kaufen diese weiterhin. Es ist eine gehebelte Wette auf das Vertrauen Dritter, die funktioniert, solange dieses Vertrauen hält.

Die Prognosen sind gespalten. 100.000 vor Jahresende war die häufigste. Andere deuteten auf einen Höhepunkt bei 120.000 hin, gefolgt von einem Absturz auf 70.000, um nervöse Halter auszusortieren, und die Kühnsten sprachen von über 200.000. Was fast alle teilen, ist, dass die Korrektur eine Frage des Wann, nicht des Ob ist.

Die Geografie des kollabierenden Geldes

Die Nuance, die am häufigsten erwähnt, aber am wenigsten gehört wird, betrifft die Währungen. Gegenüber dem Dollar ist Bitcoin gestiegen. Gegenüber einer ständig abwertenden Währung ist er explodiert. Ein russischer Halter machte es klar: 1 Bitcoin kostet rund 10 Millionen Rubel, ein Betrag, von dem man zu lokalen Preisen mehr als zwanzig Jahre in Moskau leben kann.

In Euro, so das gleiche Argument, erreichte Bitcoin seinen Höchststand vor dem in Dollar, weil die europäische Währung an Terrain verloren hat. Die praktische Konsequenz ist, dass Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel für jemanden, der in Dollar bezahlt, etwas anderes bedeutet als für jemanden, der in geschwächten Währungen bezahlt. Und dort, sagten sie, liegt die Revolution, die niemand erzählt.

Gewinnen ohne Verkauf? Die Debatte über die Rolle des Geldes

Es gibt eine wiederkehrende Diskussion darüber, wann man wirklich gewinnt. Ein Teil vertritt die Ansicht, dass solange nicht verkauft wird, kein realer Gewinn entsteht, und vergleicht die Situation mit einem wertvollen Objekt, das zu Hause aufbewahrt wird. Die häufigste Antwort lautet, dass der Gewinn nicht die Zahl auf dem Bildschirm ist, sondern die Güter und Dienstleistungen, die man damit erwerben kann. Es ist nicht 'solange du nicht verkaufst', sondern 'solange du keine Güter oder Dienstleistungen erwirbst'.

Die andere Flanke ist steuerlich. Ein Teil des unterstrichenen Attraktivitätsgrades ist die Schwierigkeit der Nachverfolgung, und es fehlen nicht Berichte über Transaktionen, die außerhalb der deklarierten Kanäle über informelle Wege abgewickelt wurden. Es ist eine jener Grauzonen, die der Sektor lieber nicht thematisiert und die die spanische Finanzverwaltung (Agencia Tributaria), laut Konsens, mit mehr Willen als Erfolg verfolgt.

Das bärische Argument, das sich weigert zu sterben

Über den gesamten Zeitraum hinweg bleibt eine abweichende Stimme bestehen. Ihre These ist nicht, dass Bitcoin ein bewiesener Betrug ist, sondern dass niemand weiß, wofür er wirklich geschaffen wurde oder wer das gedruckte Geld der intervenierten Märkte behält. Es ist der alte Verdacht: Eine Sache ist, dass das System manipuliert ist, eine ganz andere, dass Bitcoin die Lösung ist.

Die häufigste Antwort auf dieses Argument ist nicht technisch, sondern psychologisch. Manche behaupten, dass die Mehrheit sich lieber selbst betrügt, als zuzugeben, dass sie sich geirrt hat, und dass wer die früheren Zyklen verpasst hat, den Fehler im vierten kaum eingestehen wird. Das Ego wird auf diesem Markt teuer bezahlt.

Stille Zahlungen und die alte Angst vor dem 51%-Angriff

Angesichts regulatorischer Ängste richtet der Sektor den Blick auch auf technische Details. Ein neuer Vorschlag, stille Zahlungen, würde es ermöglichen, Gelder zu empfangen, ohne Adressen wiederzuverwenden, und fügt eine Datenschicht hinzu durch einen Trick mit öffentlichen Schlüsseln, der als mathematische Magie erklärt wird.

Angesichts der alten Bedrohung, dass ein Staat versucht, das Netzwerk zu kontrollieren, dominiert die Erklärung über die Kosten: Milliarden für Hardware auszugeben, um Bitcoin anzugreifen, würde anschließend enorme Energiekosten erfordern, und wenn das Netzwerk seinen Proof-of-Work-Algorithmus änderte, hätte sich der Angreifer umsonst ruiniert. Die wiederkehrende Schlussfolgerung ist, dass ein solcher Angriff die Fruta als antifrágiles System eher bestätigen als brechen würde.

Mit dem Preis in der Luft, Fakten auf der Hand und einigen Zweifeln, die nicht verschwinden, lautet die offene Frage, was passiert, wenn die Begeisterung der Fonds auf die erste ernsthafte Korrektur trifft. Die Veteranen deuten darauf hin, dass der Boden dieses Zyklus über dem der letzten Krise liegen wird, und genau dort werde es interessant. Wenn sich das erfüllt, schreibt sich die nächste Erzählung von selbst. Wenn nicht, werden viele, die seit Jahren vor der Blase warnen, sich melden, um daran erinnert zu werden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3777 Antworten).

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